Heading to the East Coast

08.09.2011

In der Früh machten wir uns zeitig auf den Weg nach Mt Isa, wo es einiges zu erledigen gab. Wir schafften es grade mal so mit dem Tank und dem Benzinkanister bis zur nächsten Tankstelle und ließen dann über 100 Dollar liegen um wieder nachzufüllen. Das meiste Geld hier geht definitiv für Sprit drauf…

Im Dezember, als ich CeeJay von seinen alten Besitzern gekauft hatte, schickte ich die ganzen Papiere in einem kleinen Umschlag nach Brisbane ins dortige Land Transport & Main Roads Department, um den Besitzerwechsel im System zu vermerken. Da ich aber seit dem nie etwas von diesen Leuten gehört hatte und auch nie Post bekommen hatte, war es heute mal Zeit um die Lage zu checken. Wer weiß, vielleicht gehörte CeeJay ja die ganze Zeit noch nicht einmal offiziell mir.

Mt Isa

Nach wenigen Minuten im Büro in Mt Isa war es dann klar. Alles hatte geklappt und war in Ordnung. In Australien ist es auch so, das Strafzettel und dergleichen nicht einer Person sondern einem Fahrzeug zugeordnet werden und diese sozusagen mit dem Fahrzeug mitverkauft werden. Also fragte ich die nette Dame am Schalter ob sie denn checken könnte ob irgendwelche offenen Strafen beim Fahrzeug vermerkt sind und nach einigen Sekunden verneinte sie.

Was für ein Wunder! Da bin ich nun schon über 25.000 Kilometer gefahren und habe keinen einzigen Strafzettel bekommen. Vorbildlich! Per Telefon kündigte ich dann noch meine Versicherung und Road Side Assistance beim RACV in Melbourne. Ich will ja nicht weiterzahlen wenn ich in einigen Wochen das Land verlassen werde. Zum Schluss gingen wir noch einkaufen und verließen dann die Stadt Richtung Osten.

Nach wenigen Kilometern erreichten wir den Corella Damm, wo ich schon mit Veronika einige Wochen zuvor eine Nacht verbracht hatte. Diesmal waren weniger Leute da und wir genossen die Sonne, das Wasser und die herrliche Ruhe. Ich versuchte auch mit meinem neu gekauften Handcaster (eine große Plastikrolle mit SIlch drauf) und einem Plastikfischchen als Köder, etwas essbaren zu fangen. Ich vermute aber in dem Fluss waren keine ausreichend großen Fische, als das sie meinen Köder als Fresschen in betracht gezogen hätten.

Das wichtigste allerdings war die Tatsache, dass wir wieder in Queensland waren und es in Mt Isa Goon zu kaufen gab. Also hatten wir auch etwas Leckeres zu trinken. Am Abend, als wir dann Schnitzel anbraten wollten, kam aus dem Gaskocher nur noch eine winzig kleine Flamme und irgendwie schien die leere Gasflasche dran schuld zu sein. Freundlicherweise borgte uns der Nachbar für einige Minuten seine Flasche und wir konnten unser Essen genießen.

 

09.09.2011

Als ich am Morgen aus dem Bett kroch konnte ich meinen Augen nicht trauen, denn der Nachbar mit dem ich gestern Abend noch ein paar Wörter redete, hatte anscheinend Mitleid mit mir und meinen nicht vorhandenen Angelkünsten und hat uns ein Geschenk auf dem Tisch hinterlassen.

In unserer Waschschüssel waren ein wenig Wasser, ein großer und ein kleiner Fisch mitsamt einer Notiz „Fish for breakfast. Enjoy!“. Der edle Spender war schon lange über alle Berge und ich konnte mir am frühen Morgen auf jeden Fall etwas Besseres vorstellen als Fische zu töten und sie auszunehmen. Da an dem Großen sowieso nicht viel dran war und der kleine höchstens die Pfanne dreckig gemacht hätte, setzte ich sie beide wieder in den Fluss und wenig später machten wir uns auf den Weg nach Cloncurry.

Dort erledigten wir alles was wir wollten, kamen aber erst rund 70km später drauf, dass wir vergessen hatten unsere Gasflasche nachzufüllen. Eigentlich wollten wir heute einen gemütlichen Tag machen und nicht so viel fahren, aber jetzt blieb uns keine andere Wahl mehr. Ein Roadhouse das auf dem Weg lag konnte unser leider nicht weiterhelfen und so mussten wir die ganzen 400km nach Normanton fahren, wo wir glücklicherweise kurz vor Feierabend noch jemanden fanden, der unsere Flasche zu einem erstaunlich günstigen Preis nachfüllte.

Camp beim Norman River

Eine Stunde später fanden wir dann einen etwas suboptimalen Campingspot zwischen Eisenbahngleisen und einem Highway. Glücklicherweise war dort aber so gut wie kein Verkehr und wir konnten den Abend genießen. Solveigh kochte ein extrem leckeres Essen bestehend aus Känguru Steak mit Zwiebeln, Spargel und Spiegelei. Manchmal rentiert es sich, wenn man ein paar Dollar mehr für Fleisch ausgibt, denn dieses Essen war wirklich fantastisch. Kurz nach dem Sonnenuntergang flogen mehrere Minuten lang tausende Fledermäuse über uns hinweg, die hier scheinbar in der Nähe einen Unterschlupf haben müssen.

Wir ließen uns davon aber nicht beeindrucken und zogen uns wenig später in den Van zurück, wo wir den zweiten Teil von Hangover ansahen. Nicht ganz so witzig wie der erste, aber nicht schlecht.

 

10.09.2011

Nach dem ziemlich anstrengenden Vortag, wollten wir es heute etwas entspannt angehen und legten unseren ersten Stopp nach wenigen Stunden Fahrt im kleinen Ort Croydon ein. Wie immer an solchen Orten, befanden sich redselige alte Leute im Information Centre, die uns den Lake Belmore als idealen Entspannungsort empfahlen.

Dort angekommen benutzten wir die überaus hübschen Kochplatten und machten uns einen leckeren Lunch. Wir genossen noch ein wenig die Landschaft und die herrliche Ruhe, sahen uns dann aber aufgrund des sehr starken Windes gezwungen diesen Ort wieder zu verlassen. Auf dem Weg zurück stoppten wir noch kurz bei Diehms Lookout, wo wir eine tolle Aussicht auf Croydon und die Umgebung hatten.

Am Ortsende stand dann noch ein überaus witziges Schild mit einem Auto das in einer Kuh steckte und der Aufschrift „Beware“. Aber nicht ohne Grund, denn die Viecher befanden sich überall entlang der Straße und hatten auch die tolle Angewohnheit, bei einem sich annähernden Fahrzeug immer spontan die Straßenseite zu wechseln. Einige Kilometer nach Georgetown machten wir es uns dann bei einem Wasserloch neben einer Brücke gemütlich und genossen den restlichen Nachmittag.

Von der Ostküste trennen uns jetzt nur noch wenige hundert Kilometer und in spätestens zwei Tagen werden wir wieder am Meer sein. Davor wollen wir aber noch einen kleinen Ausflug zum Mungana National Park machen. Mehr dazu gibt es im nächsten Beitrag.

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