Leaving the Territory

05.09.2011

Gegen Mittag verließen mein brandneues Travelmate und ich die Stadt und fuhren Richtung Süden. Mit jedem Tag sollte es jetzt glücklicherweise wieder etwas kühler werden, denn in Darwin war es einfach zu heiß und vor allem war die Luftfeuchtigkeit viel zu hoch. Nach rund 300km erreichten wir den Nitmiluk National Park, wo wir einem wunderschönen 2,6km Rundkurs zu den Edith Falls entlangliefen.

Wie immer war der Himmel blau, die Vögel zwitscherten und das glasklare Wasser funkelte in der Sonne. Ein echt hübscher Ort, wo wir gerne etwas länger geblieben wären, doch die Zeit rannte uns davon und wir mussten noch einige Kilometer bis zum nächsten Campingplatz zurücklegen.

Edith Falls, Nitmiluk NP

Davor gab es noch einen kurzen Zwischenstopp im kleinen Outback Örtchen Katherine, wo wir CeeJay tankten und auch für uns etwas Essen besorgten. Rund 50km später waren wir dann am geplanten Übernachtungsort angekommen, wo wir uns einen hübschen Platz mit Sitzbänken, Tisch und sogar einem Wassertank sicherten.

 

06.09.2011

Am nächsten Morgen ging es pünktlich weiter, denn heute wollten wir eine alternative Route zurück nach Mt Isa ausprobieren. Anstatt über den gleichen langweiligen Highway zurückzufahren, über den wir gekommen waren, nahmen wir den Carpentaria Highway, welcher, wie der Name schon sagt, bis an den Golf von Carpentaria führt.

Das Warnschild am Anfang der Straße wirkte zuerst etwas lächerlich, aber dieser Highway war in der Tat mit Vorsicht zu genießen. Alle paar Kilometer änderte sich der Straßenbelag, große Löcher, Dreck und Steine lagen im Weg. Dann war es für ein paar Kilometer einfach nur roter Sand und Dreck, bevor wieder Asphalt zum Vorschein kam. Da die Straße nur breit genug für ein Auto war, mussten bei Gegenverkehr immer beide Fahrzeuge teilweise in den Dreck, um nicht zusammenzustoßen.

Straße Richtung Cape Crawford

Die vielen kleinen Hügel und Dellen machten es teilweise schwierig weit genug vorauszusehen und das ein oder andere Mal kam es zu brenzligen Situationen. Insbesondere wenn hinter einer scharfen Kurve ein Roadtrain mit drei Anhängern auftaucht, bleibt nichts anderes übrig als über den Straßenrand in den Dreck zu schanzen und dort weiterzufahren. Außer ein bisschen rotem Sand hat CeeJay aber nichts abbekommen und wir kamen einige Stunden später bei einem hübschen kleinen Campingplatz an, der direkt an einem kleinen Fluss gelegen war.

An diesem Nachmittag räumte ich alle Sachen aus CeeJay, die ich bald mit ihm gemeinsam verkaufen werde und machte ein paar Fotos davon. Als ich das erledigt hatte, war mir so heiß, dass ich meine Badehose anzog und in den Fluss springen wollte. Aber erst nachdem ich die Nachbaren gefragt hatte, ob es sicher sei hier schwimmen zu gehen (better save than sorry), hüpfte ich in das kalte Nass. Es war zwar nicht unbedingt kalt, aber trotzdem eine willkommene Erfrischung.

Dann mussten alle Sachen wieder zurück ins Auto und ich hüpfte anschließend noch ein zweites Mal ins Wasser, bevor ich eine schöne heiße Solardusche nahm. Es folgten ein gutes Abendessen und ein spektakulärer Sonnenuntergang, bevor wir ins Bett gingen.

 

07.09.2011

Dieser Tag bestand wieder einmal Großteils nur aus Autofahren. Als wir am Morgen den hübschen Campingplatz verließen, kamen wir nach wenigen Minuten in Cape Crawford an, was auch die verlorene Stadt genannt wird. In der Tat war es hier verloren, denn außer Kühen und verdorrtem Gras war weit und breit nichts zu sehen.

Sign: No Fuel for 375km

Wir füllten auch nur schnell unseren Tank auf, passierten ein Warnschild mit der Aufschrift „Kein Benzin für 375km“ und fuhren dann stundenlang über den einsamen Tablelands Highway Richtung Süden. Am Straßenrand gab es einige ausgebrannte Autos und tote Kühe in sämtlichen Verwesungsstadien zu sehen. Von sehr frisch aussehnenden Kadavern, bis zu Knochenhaufen mit verlederten Hautfetzen drum herum war alles zu sehen. Und bevor ich wieder kranke Anfragen bekomme: NEIN, ich habe keine Bilder davon gemacht. Hatte echt keine Lust neben einem stinkenden Haufen Kuh stehenzubleiben und Fotos zu machen!

Immer mal wieder befanden sich auch lebende Tiere auf und neben der Straße und ließen sich öfters besonders viel Zeit um aus dem Weg zu laufen. Kein Wunder das so viele davon hier tot rumliegen. Als wir dann fast schon am Ende der Straße angelangt waren, passierten wir ein großes Wasserloch, wo sich hunderte Kühe und etliche Pelikane tummelten. Die verdutzen Viecher schauten uns ziemlich doof an als wir Bilder von ihnen machten 🙂

Beim Tablelands Highway

Rund 200km später verließen wir das Northern Territory und passierten die Grenze nach Queensland, wo wir wenig später an einem Campingplatz halt machten. Nun möchte ich euch noch einige Eigenheiten des Territoriums erzählen, bevor es endgültig zu spät ist. Es ist mir noch nie so krass aufgefallen wir hier, aber in sämtlichen Städten und Orten lungern die Aborigines rum. An Tankstellen, in Parks, bei Supermärkten, überall. Meistens sind sie besoffen und betteln nach Geld. Diese Tatsache führte dazu, dass viele Sonderregelungen erlassen wurden. So ist es in Alice Springs zum Beispiel nur möglich, Alkohol von 2 Uhr nachmittags bis 9 Uhr abends zu kaufen.

Vor kurzer Zeit wurde auch ein elektronisches System eingerichtet, wo bei jedem Alkoholeinkauf ein Ausweis oder Pass eingescannt und in einer zentralen Datenbank erfasst wird. Des Weiteren wurde auch der sogenannte Goon verboten, wobei es sich um billigen Wein in 4 oder 5 Literkartons handelt. Mein Liebling! Leider nicht mehr zu bekommen hier. Ok die Liste geht aber noch weiter. Hier im Outback gibt es das sogenannte Opal Petrol, welches mit dem Spruch „A saver fuel for outback communities“ beworben wird. Kürzlich habe ich erfahren wobei es darum wirklich geht. Es ist ganz normales Benzin, mit der kleinen Veränderung das es weniger Riecht und damit nicht mehr zum Schnüffeln geeignet ist.

Unglaublich oder? Ich war nie in einem Restaurant, wundere mich aber ob es dort nur Plastikbesteck gibt, denn die Aborigines könnten sich mit echtem Besteck ja umbringen…

 

 

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2 Antworten

  1. Hey, wo ist das Bild deiner Mate ?!

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