Mungana Caves National Park

11.09.2011

Früh an morgen machten wir uns wieder auf den Weg, denn bis zum Mungana Caves National Park waren es noch über 400km die wir zurücklegen mussten. Ich machte den großen Fehler und fragte meinen kleinen Helfer aus dem Hause TomTom nach dem Weg. Der hatte nichts Besseres zu tun als uns ohne Vorwarnung über 70km unbefestigte Straße zu schicken.

Mittendrin, als es mir dann fast zu blöd wurde, war es aber zu spät um umzudrehen und so mussten wir bis zum Ende durch. Die Strecke an sich war die meiste Zeit über in ziemlich gutem Zustand und man konnte problemlos mit 60km/h oder mehr vorankommen. Der Staub allerdings kroch durch jede Ritze im Auto, erfüllte die Luft und sammelte sich auf dem Bett. Die entgegenkommenden Autos und Roadtrains machten das Ganze nicht besser und so hatten wir, als wir endlich im National Park ankamen, mehrere Kilo Staub im Auto.

Mungana NP

Nun hofften wir das es sich wenigstens rentiert hatte hierherzukommen, erlebten aber gleich bei der ersten Höhle eine Enttäuschung. Eine Gittertür und ein großes Schloss befanden sich am Eingang zur Royal Arch Cave und versperrten uns den Weg. Natürlich wollten die netten Leute hier, dass wir eine Tour für knapp 50 Dollar buchten und mit einem Ranger gemeinsam durch die Höhle marschierten. Das kam natürlich gar nicht in Frage und so fuhren wir nach einer kurzen Lunchpause weiter zu den Archways, wo man auch ohne Führer hingehen konnte. Wir liefen durch riesige Felsspalten, vorbei an Kalksteinformationen und Aborigine Höhlenmalereien, bevor wir wieder beim Auto ankamen.

Die nächste Station waren die Chillagoe Smelters, wobei es sich um ein altes verfallenes Industriegebiet handelte. Es war uns etwas rätselhaft warum so etwas Teil eines National Parks ist, war aber trotzdem interessant anzusehen. Die Schmelzanlagen spielten eine wichtige Rolle in der Minenindustrie von Queensland und wurden von 1901 bis 1943 durchgehend verwendet. Viel mehr als sie von der Ferne anzusehen konnte man aber nicht machen, denn überall standen Warnschilder mit dem Hinweis auf Giftstoffe und andere Gefahren auf dem Gelände.

Sign: Restricted Access Area, Chillagoe Smelters, Mungana NP

Nach ein wenig suchen fanden wir dann schließlich auch den Zugang zu den anderen Höhlen und parkten unser Auto auf dem Donna Carpark. Insgesamt waren es vier weitere Höhlen, wovon man nur zwei davon auf eigene Faust erkunden durfte. An der Donna Cave wo es tolle Stege und Treppen gab, versperrte wieder ein großes Tor den Weg und so gingen wir weiter zur Bauhinia Cave, die wir ohne das Schild dort wahrscheinlich noch nicht einmal gefunden hätten. Es handelte sich im Prinzip um ein großes dunkles Loch in der Felswand, wo man, wenn man denn sein Leben riskieren wollte, runterrutschen könnte. Wir versuchten es für einige Meter und kehrten dann doch besser um, denn diese Höhle war uns deutlich zu unheimlich. Es ist schon eine Ironie das man in die mit Stegen und Treppen ausgebauten Höhlen nur mit einem Führer darf, es uns aber erlaubt wäre in ein lebensgefährliches schwarzes Loch zu klettern.

Auf dem Weg zur nächsten Höhle entdeckte ich dann den Ausgang aus der Donna Cave, der nur mit einem lächerlich einfach zu überwindenden Tor gesichert war. In wenigen Sekunden war ich darüber geklettert, die Wendeltreppe hinuntergestiegen und eine kleine, extrem steile Treppe hinuntergeklettert. Dort befand sich ein Lichtschalter und ich konnte sogar Licht in der Höhle anmachen, leider war aber dort unten ein enger Durchgang zwischen den Felsen, der mit einer Gittertür versperrt war. Dacht ich mir doch dass das nicht so einfach sein konnte…

Donna Cave - versperrt, Mungana NP

Also kletterte ich wieder hoch zu Solveigh, die es gar nicht lange probiert hatte da reinzukommen und wir gingen weiter zur Pompeii Cave, deren Eingang nicht weniger unheimlich aussah als der bei der Todeshöhle. Hier waren aber ein paar Felsspalten noch oben hin offen, sodass Tageslicht in die Höhle drang und das ganze wesentlich angenehmer gestaltete. Wir kletterten über rutschige Felsen in den Schlund der Höhle hinab und erkundeten jeden Winkel, bevor uns ein staubiges und kaum zu sehenden Schild vor dem weitergehen warnte. Da es auch bereits langsam dunkel wurde und wir noch einige hundert Meter zurückklettern mussten, entschieden wir uns diesen Rat zu befolgen und kraxelten zurück zum Eingang.

In unserem tollen Buch war hier weit und breit kein kostenloser Campingplatz verzeichnet und so riskierten wir es und übernachtete illegaler weise auf dem Parkplatz im National Park. Wir hatten Glück denn niemand störte uns und wir konnten eine ruhige Nacht inmitten der Natur verbringen. Wer weiß, vielleicht wird es die letzte werden, denn morgen werden wir an der Ostküste sein wo es vermutlich weit und breit keinen Fleck ohne andere Menschen geben wird.

 

12.09.2011

Da die erste Höhlentour um 8 Uhr startete und wir nicht unbedingt vom Ranger erwischt werden wollten, verließen wir den Parkplatz schon früh am Morgen und schauten uns auf dem Rückweg noch den Balancing Rock an. Es handelte sich dabei um einen riesigen länglichen Felsen, der wie durch ein Wunder senkrecht auf einem Felsbrocken stand. Es sah zwar aus als würde er jeden Moment umkippen, tat es aber in den 10 Minuten unserer Anwesenheit nicht.

Balancing Rock, Mungana NP

Anschließend verließen wir den National Park und machten uns auf den Weg an die Küste, um das Cape Tribulation zu erkunden.

 

 

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