Grundstückskauf in Panama: So wird’s (nicht) gemacht

Exakt ein halbes Jahr nach meinem ersten Besuch in Panama, war ich im Oktober 2016 erneut zu Besuch in dem schönen mittelamerikanischen Land. Beim ersten Mal ging es für mich mehr um grundlegende Dinge wie ein Bankkonto und eine permanente Aufenthaltserlaubnis, deren Beantragung ich nach einigen Verzögerungen doch noch erfolgreich abschließen konnte. Im Rahmen meiner Recherchen zum Grundstückskauf in Panama, habe ich damals auch einen kurzen Abstecher zu Stefan auf der Finca Bayano gemacht. Lange genug jedenfalls um zu wissen, dass ich dort keinesfalls kaufen werde.

Alternativen hatte ich natürlich bereitliegen, und die Zeit zwischen den beiden Panama Aufenthalten nutzte ich ausgiebig, um mich mit dem Immobilienmarkt vertraut zu machen. Vor allem aber ging es um die Frage, wo genau ich denn sesshaft werden möchte. Der dreitägige Aufenthalt im Regenwald von Santa Fe, den ich im Mai noch unterbringen konnte, überzeugte mich eigentlich voll und ganz. Ruhig und beschaulich, friedlich, klein, abgelegen und vor allem wunderschön. All das war und ist Santa Fe.

Und so war es kein Wunder, dass ich bereits monatelang in Kontakt mit sämtlichen Maklern in der Gegend war, und ihnen ordentlich auf die Nerven ging. Zusammen mit Sven und Lisa hatte ich Kriterien für unser neues Zuhause zusammengestellt. Das Grundstück sollte nicht allzu weit von einer befestigten Straße sein und nahegelegene Stromleitungen wären auch nicht schlecht. Im Idealfall sollte es an einem Fluss oder Bachlauf liegen, gleichzeitig aber nicht der Gefahr von Überschwemmungen ausgeliefert sein.

Die Erde sollte fruchtbar sein, das Land weder komplett abgeholzt noch komplett zugewachsen. Und dann natürlich möglichst groß und vor allem möglichst günstig. Ja und genau sowas gab es doch tatsächlich. Oder ungefähr. Jedenfalls traf ich den Makler, fuhr mit ihm da hin und kuckte mir das alles an. Dann Berichterstattung an Sven und Lisa. Es wurde überlegt und gegrübelt. Ein zweiter Termin bei einem anderen Grundstück folgte. Das Überlegen ging weiter.

Während meinem zweiten Aufenthalt in Santa Fe traf ich aber nicht nur den Makler, sondern auch andere Ausländer in der Gegend, die ich per Internet oder Zufall kennengelernt hatte. Ein paar interessante Leute waren da sicherlich, aber was soll man auch anderes erwarten von Menschen die nach Panama auswandern? Langweiler sind da bestimmt keine dabei. Während es die Entscheidung welches Grundstück nicht leichter machte, gab mir die Anwesenheit von anderen Ausländern in der Gegend doch ein bisschen ein Sicherheitsgefühl.

Irgendwie komplett irrig, denn viele Ausländer im Ausland tun nix anderes, als andere Ausländer abzuzocken. Beispiele gibt’s genug, relevant ist das hier aber nicht. Alleine das Gefühl jemanden fragen zu können, einen ersten Ansprechpartner zu haben, war ausreichend. Eine Empfehlung bekam ich auch, nämlich für die Rancho Estero in Santa Catalina. Dort verbrachte ich ein paar schöne Tage in der Hängematte am Meer, und grübelte weiter am Grundstückskauf.

Grübeln in der Hängematte

Dann war alles klar. Wir hatten uns entschieden und wussten endlich, welches Grundstück wir kaufen wollten. Ich informierte den Makler per Telefon und vereinbarte einen Termin beim Anwalt in Santiago, um einen Vorvertrag aufzusetzen und zu unterzeichnen. Gesagt, getan. Alles ging so weit gut und sah auch gut aus. Im Vorvertrag wurde eine Anzahlung in der Höhe von 10% festgelegt, die ich noch am gleichen Tag auf das Treuhandkonto des Anwalts einzahlte. Die Restzahlung war innert 30 Tagen fällig und sollte dann wenig später von Österreich bzw. Deutschland aus erfolgen.

Zum Ende meines Aufenthalts bekam ich noch eine tolle Nachricht des anderen Anwalts in Panama City: Der Antrag für meine Aufenthaltsgenehmigung wurde nach knapp 6 Monaten positiv entschieden und ich durfte noch am letzten Tag meines Urlaubs die kleine Scheckkarte abholen, die mir den dauerhaften Aufenthalt in Panama ermöglichen sollte. Diesmal war die Wartezeit in der Migrationsbehörde nur halb so wild – dementsprechend fröhlicher sieht auch das Foto aus.

Doch der Albtraum sollte erst noch beginnen. Zurück in Österreich war ich damit beschäftigt, das benötigte Geld auf meinem österreichischen Konto zusammenzubringen und die komplizierte Überweisung auf das Treuhandkonto in Panama irgendwie einzufädeln. Der internationale Zahlungsverkehr mit Panama funktioniert nämlich ausschließlich über sogenannte Zwischenbanken in den USA. Tja, wenn die Transaktionsdaten nicht sowieso schon automatisch zum großen Bruder geschickt werden (Swift-Abkommen?!), dann muss eben gleich das komplette Geld einmal über den Tisch der Citibank oder Bank of America wandern.

Sven hatte übrigens ähnliche Probleme. Irgendwelche kompetenten Auskünfte bei der Bank hat man nicht zu erwarten, im Prinzip muss man es einfach ausprobieren. Die Überweisung hatte ich schließlich korrekt ausgefüllt und abgeschickt. Viel Zeit war nicht mehr übrig bis die 30 Tage Zahlungsfrist verstrichen und unsere Anzahlung verfallen sollte.

Als mein Geld nach mehreren Tagen immer noch nicht das österreichische Konto verlassen hatte, wurde ich langsam misstrauisch. Mehrere Anrufe bei der Bank brachten keine Klarheit. Alles sei in Ordnung, die Überweisung sei in Bearbeitung wurde mir mehrfach versichert. Nach einer Woche war immer noch nichts passiert und ich mit meiner Geduld am Ende. Der zwölfte Anruf bei meiner mittlerweile geliebten Bank, brachte schließlich Licht ins Dunkle.

Mein Geld war blockiert, eingezogen vom Staat und würde sich nicht vorwärts und nicht rückwärts bewegen, ehe ich bewiesen hätte, was ich damit vorhatte. Nochmal zum Mitschreiben: Ich sammle über Jahre das wenige Netto das vom Brutto übrigbleibt auf meinem erbärmlichen Bankkonto in Österreich. Dann möchte ich über mein Geld verfügen, und es gerne nach Panama überweisen. Geht nicht. Denn in Österreich war man anscheinend schon im Jahr 2016 nicht mehr so frei, über sein eigenes versteuertes und vollkommen sauberes Geld zu entscheiden.

Nein, ich musste erst eine gerichtlich beglaubigte Übersetzung des Vorvertrags anfertigen lassen, um über mein eigenes Geld zu verfügen. Geil, oder? Sven mit seiner deutschen Bank hatte solche Probleme übrigens nicht. Dafür andere, denn seine Bank brauchte mehr als drei Wochen für die Überweisung. Der Worst-Case war aber sowieso schon eingetreten: Die Zahlungsfrist laut Vertrag war verstrichen, die Summe noch nicht vollständig angekommen und der Verkäufer eigentlich im Recht, unsere Anzahlung zu nehmen und uns den Rücken zu kehren.

Eigentlich. Denn zu meinem großen Erstaunen tat er es nicht. Und wenig Geld war das nicht, für jemanden in Panama schon mal gar nicht. Also ich an seiner Stelle hätte mir das genau überlegt. Einen mittleren vierstelligen Betrag geschenkt – das bekommt man nicht alle Tage. Doch stattdessen nahm er es ganz locker, gab uns einfach ein bisschen mehr Zeit und wartete auf den Rest des Geldes.

Nachdem mir ein Haufen Leute in meinem Umfeld, immer und immer wieder vorgebetet haben, wie korrupt, kriminell, böse und einfach nur schlecht alle Menschen in Südamerika sind, wie brutal man dort überall abgezockt und verarscht wird – ja da fand ich das doch ganz witzig. Eine Genugtuung sozusagen. Und schön zu wissen, dass nicht alle Menschen in Südamerika in dieselbe Schublade passen.

Doch der Krimi hat immer noch nicht wirklich begonnen. Das Geld war schließlich vollständig angekommen, der finale Kaufvertrag vorbereitet, die nötigen Dokumente und Vollmachten für den Anwalt ausgestellt. Der Kauf konnte nun offiziell durchgeführt und im Grundbuch vermerkt werden. Ein Prozess der mehrere Monate dauern kann. Während dieser Phase bekamen wir dann plötzlich eine Info, dass jemand anders versuchen würde, uns das Grundstück wegzuschnappen.

Anscheinend waren es Interessenten die sich schon zuvor dafür interessierten, den Preis aber nicht zahlen wollten. Nun waren sie anscheinend doch dazu bereit und versuchten den Verkäufer unter der Hand zu überreden, den Vertrag mit uns zu brechen und das Grundstück anderwärtig zu verkaufen. Auch unser Makler wurde bearbeitet. Gefruchtet hat es alles aber nicht, denn Verkäufer sowie Makler hielten – anstatt mehr Geld zu verdienen – uns die Stange. Ätsch. Wieder keine korrupten und bösen Menschen in Panama.

Ich dagegen witterte das schnelle Geld und machte einen Deal mit dem Makler. Wenn diese Leute das Grundstück wirklich haben wollten, dann wären sie sicher auch bereit, ein wenig mehr dafür zu bezahlen. Ein ordentlicher Aufschlag musste da schon drauf, erst recht, weil sie hinterrücks versucht hatten, es wegzuschnappen. Also ein knappes Drittel drauf und dem Makler gesagt, er soll es ihnen andrehen. Gesagt, getan. Und innerhalb einer Woche waren wir um einen kleinen fünfstelligen Betrag reicher.

Und wieder zurück am Start. Denn Grundstück hatten wir jetzt keines mehr. Dafür ein wenig mehr Kapital. Wirklich passende Grundstücke in unserer Preisklasse gab es allerdings nicht mehr. Nur noch viel zu schöne, viel zu große und viel zu teure. Viele Stunden und Tage telefonierte ich dann mit Sven und Lisa sowie mit dem Makler in Panama. Als ich gerade auf Schulung in Wien war und abends mit meinem Bluetooth Headset am Kopf Kreise in meinem Hotelzimmer zog, war es schließlich soweit.

Wir hatten uns erneut entschieden. Und zwar diesmal mit einer ganzen Menge mehr Risiko. Das nächste Grundstück sollte größer, schöner und vor allem viel teurer sein. Ja eine gute sechsstellige Summe war dafür fällig. Wir beschlossen fast unser komplettes Geld in dieses Grundstück zu investieren, um später Teile davon wieder zu verkaufen und Geld zum Bau der Häuser zu erlösen.

Bis heute ist dieser Plan nur teilweise aufgegangen. Erst eines der drei ausgewählten Teilstücke ist schon fix verkauft, die beiden anderen sind noch zu haben. Wer nach einer Alternative zur Finca Bayano sucht, sollte sich mal bei uns umsehen kommen, solange es noch freie Plätze gibt.

Zum Grundstückskauf in Panama habe ich nun einiges erzählt und hoffentlich niemanden abgeschreckt. Im Gegenteil, die Welt ist oft besser als man denkt. Oder gesagt bekommt. Bisher blieb das auch so 🙂

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