Residencia Markus: Der erste Fuß ist drin!

Mit etwas Verspätung begrüße ich euch zurück auf der Finca, wo ich heute von Markus und seiner Residencia berichten möchte. Schon seit seinem ersten Besuch, damals war er noch als Tourist in Panama unterwegs, grübelte er am perfekten Haus Design. Seit vergangenen November wohnt er nun als Teil der Auswanderergemeinschaft bei uns auf der Finca.

Jetzt war er die letzten Wochen und Monate schon ganz fleißig an der Umsetzung seiner Pläne beschäftigt. Momentan befindet er sich auf Zwischenurlaub in der Karibik und somit in sicherer Entfernung. Der perfekte Moment für mich, um euch mal von dieser ominösen „Residencia Markus“ zu berichten. Ebenfalls eine tolle Gelegenheit, einige der Vorteile beim Hausbau im ländlichen Panama zu erwähnen.

Nun ist das Leben hier generell freier und selbstbestimmter als man das in vielen Teilen Europas gewohnt ist. Hausbau inklusive. Wohngebäude mit bis zu zwei Stockwerken können in der Regel komplett ohne Auflagen gebaut werden. Alles was am Bauamt in Santa Fe abgefragt wird, sind die verwendeten Materialien sowie die ungefähren Baukosten und die äußeren Umrisse.

Dabei wird so ziemlich alles dem Bauherrn überlassen. So, und diese Freiheit kann man nun verpönen mit relativ konservativen Bauten wie der Casita Simon oder der Casa de Sven. Oder man macht es ganz anders und überlegt sich etwas Spektakuläres. So war dann glaube ich der Plan von Markus. Erstmal zur groben Orientierung, hier einige Grafiken aus dem Computer.

Was fällt dabei nun auf? Erstmal die insgesamt 12 Stelzen, auf denen das rund 100m² große Haus steht. Das Prinzip ist angelehnt an unser Hostelgebäude, welches wir in einen Hügel hinein gebaut haben. Neben einer gewissen Flexibilität beim Untergrund, hat das Design noch weitere Vorteile. So haben Insekten und andere Krabbeltiere erstmal eine gewisse Hürde zu überwinden.

Auch vor noch so starken Regenfällen und den damit verbundenen Überflutungen, muss man sich in diesem Haus nicht fürchten. Die eigentliche Besonderheit am Design sind allerdings die selbstgebauten Rolllager, mit denen Markus das Haus erdbebensicher lagern will. Bis wir diese zu sehen bekommen wird aber noch ein wenig Zeit vergehen.

Nachdem die neue Zufahrtsstraße Anfang Dezember fertiggestellt wurde, ließ Markus gleich die 12 Löcher für seine gigantischen Stelzen ausheben. Zwischenzeitlich sah das aus wie bei den Goldgräbern in Alaska, als der Baggerfahrer riesige Löcher aushob um den ein oder anderen im Weg liegenden Felsen zu begraben. Gold haben wir keines gefunden, doch am Schluss war der Bauplatz prima eingeebnet und die 12 Löcher bereit für den Beton.

Oder so ähnlich. Anstatt nun den panamesischen Weg zu gehen und zumindest den unterirdischen Teil der Stelzen mit der Erde als Schalung zu realisieren, machte Markus das anders. Für seine konisch zulaufenden Stelzen, gab es eigentlich auch keine andere Möglichkeit. Eine passende Schalung musste her. Nach einigen Versuchen die richtigen Winkel zu treffen, baute Markus schließlich eine wunderschöne Form aus Schichtholz.

Damit die rund 0,75m³ Beton auch widerstandsfähig genug werden, musste natürlich eine passende Bewehrung her. Wie auch die Stelzen, baute Markus die Bewehrung aus nach oben konisch zulaufenden Ringen aus Bewehrungseisen. Schließlich war der Prototyp fertig und im ersten Loch versenkt. Darüber kam dann die brandneue und passgenaue Schalung.

Und damit die Form durch das Gewicht des Betons nicht auseinandergedrückt wird, befestigte sie Markus nicht nur mit zahlreichen Schrauben, sondern auch noch mit einigen Spanngurten. Eine LKW-Ladung Flusssand lag bereits an der Baustelle bereit, der soeben in Betrieb genommene Wasseranschluss funktionierte auch prima.

Alles was noch fehlte war die Betonmischtrommel, welche ich mit dem Jimny an den Rand der Baustelle fuhr. An einem Samstagmorgen, ich glaube es war der erste Februar, startete Sven schließlich den Motor. Die paar Säcke waren schnell verarbeitet und in die Form gekippt. Durch unten seitlich austretenden Beton, wurde die Form dabei allerdings um rund zwei Zentimeter angehoben.

Wirklich was dagegen machen konnte man da sowieso nicht mehr. Jetzt hieß es erstmal warten bzw. trocknen. Einige Tage später wurde es dann spannend. Markus wurde schließlich mutig genug um die Form zu öffnen. Oder besser gesagt es zu versuchen. Durch die konische Form der Schalung, war sie nämlich relativ schwierig aus dem Loch zu bekommen.

Mit vereinten Kräften zogen wir das widerspenstige Ding schließlich heraus. Was blieb war der unversperrte Blick auf die erste Säule der Residencia Markus. Im Vorfeld hatten wir ja noch viel diskutiert und man wollte schon allerhand Maschinen anschaffen. Doch auch ohne aufwändige technische Mittel, wurde die Säule wunderschön.

Da hat sich Markus doch gleich ein Bierchen verdient. Doch nein Halt, das Bierchen hatte er eigentlich schon bevor die Schalung raus war. Egal, ich bin sicher auch das war verdient. Tja, der Prototyp ist fertig und kann als Erfolg gewertet werden. Nun kann es an die Serienproduktion gehen. Elf weitere Stelzen wollen punktgenau gegossen werden.

Dazu hat sich Markus schon einen panamesischen Helfer angeheuert. Es bleibt spannend und ich freu mich drauf. Spätestens vom Bau der Erbebenlager werde ich an dieser Stelle wieder berichten. Bis dann!

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