Endlich ist es soweit: Baubeginn der Casita Simon!

Fast drei Jahre ist es nun schon her, seit wir unser Projekt hier in Santa Fe ins Leben gerufen haben. Die Infrastruktur ist längst fertig und auch die Baustellen rund um unsere Hostelgebäude werden immer weniger. Da ist es doch Zeit für etwas Neues. In diesem Fall natürlich wieder eine Baustelle. Aber nicht irgendeine Baustelle, sondern eine ganz besondere.

Ja ihr habt es erraten, endlich ist es soweit und ich beginne mit dem Bau meines Hauses. Nach mittlerweile Jahren der Überlegungen und Planungen habe ich rund ein Dutzend verschiedene Bautechniken, Hausformen und Konzepte hinter mir. Vom hier in den Kommentaren auch schon angesprochenen Containerhaus über das Fertighaus aus China bis zur Selbstbau-Blockhütte.

Werden wird es aber keines davon, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die Anforderungen geändert haben. Anstatt wie ursprünglich geplant, eine 100m² Hütte zu bauen, die ich abgesehen von den Mehrkosten derzeit auch überhaupt nicht brauche, werde ich mich für die nächsten Jahre mit einem etwas kleineren Häuschen zufriedengeben. Der Projektname ist demnach Casita Simon!

Es wird knapp 50m² Grundfläche haben, abgesehen vom Badezimmer nur über einen einzigen großen Raum verfügen und außerdem eine Empore haben, wo sich das Schlafzimmer samt eigenem Balkon über der Küche und dem Badezimmer befindet. Die Nutzfläche ist damit rund 65m² groß. Sollten dann irgendwann mal Frau und Kind dazukommen, haben wir auf der Finca noch mehr als genügend Platz für „mein echtes Haus“, während die Casita Simon dann als Ferienhaus für Familie und Freunde genutzt werden kann.

Der Bauplatz liegt im Herzen der Finca etwas unterhalb des allgemeinen Parkplatzes, auf einem kleinen Plateau mit bester Aussicht zum Fluss und auf die Berge. Das Terrain wurde an dieser Stelle nicht verändert, also weder aufgeschüttet noch abgebaggert. Der Boden sollte demnach ausreichend fest und stabil für ein Häuschen sein.

Ich werde es fast ebenerdig bauen ohne komplizierten Unterbau, die Bodenplatte wird dann rund 20-50cm über Bodenniveau liegen. Die Konstruktion mache ich mit M2, also ähnlich wie wir auch das Hostelgebäude gebaut haben. Diese Technik ist schnell und relativ einfach machbar, sodass ich den Großteil der Arbeiten auch wirklich selber machen kann und werde.

Den Anfang gemacht hat allerdings unser Baggerfahrer Luis und das schon vor mehr als einem Jahr, als er mir im Februar 2019 die Streifenfundamente ausgehoben hat. Auch an der Infrastruktur habe ich schon fleißig gearbeitet, denn schließlich braucht mein Häuschen auch Wasser, Strom und Internet. In der zukünftigen Garage direkt neben dem Haus, wo ich übrigens auch die Waschküche unterbringen werde, laufen derzeit alle Kabel und Rohre zusammen.

Von dort kann ich nun den Anschluss für die Casita Simon machen und später ebenfalls noch weitere Gebäude anschließen. Auch die Baumaterialien für den ersten Bauabschnitt wurden mittlerweile alle geliefert. Unser Materiallager ist voll, die Werkstatt am Lagerhaus nach nun längerer Pause wieder voll in Verwendung. Die Bauweise des Hauses halte ich simpel und habe auch schon die meisten Baupläne fertiggemacht.

Externe Berater oder gar Architekten braucht es dafür im ländlichen Panama nicht, die Baugenehmigung für ein normales einstöckiges Haus bekommt man hier schon mit einer Handskizze. Erst wollte ich noch einen Generalunternehmer beauftragen, doch mittlerweile bin ich der Ansicht man bekommt nur gute Qualität, wenn man selber mitarbeitet bzw. genau dazu schaut, am besten alles was geht gleich ganz selber macht. Und so werde ich mir nur punktuell Unterstützung ins Boot holen.

Seit letzter Woche war ich schon fleißig dabei die zahlreichen Halbzeuge für den Rahmen des Hauses zu bearbeiten. Dabei verwende ich quadratische Stahlrohre mit rund 10cm Kantenlänge und 3-6mm Materialstärke. Frisch vom Baumarkt kamen sie halb verrostet und mit schwarzem Fett und Öl beschmiert hier an. Klar dass es da noch einige Vorbehandlung brauchte, bis die Dinger fertig zum Einbetonieren waren.

Als erstes habe ich also mit der Stahlbürste den ganzen Dreck weggeschrubbt und anschließend den Stahl mit Mineralöl gereinigt und das verbliebene Öl abgerieben. Sehr schön! Die nun spiegelglatte Oberfläche pinselte ich erst mit grauer und dann mit brauner Metallschutzfarbe ein. Am Schluss wird zwar kein einziges der Rohre sichtbar bleiben, doch der Lack schützt auch unter dem Beton vor allzu schneller Oxidation.

Alle vier Seiten der Rohre kommen zusammen auf etwa 38m² Fläche. Da verwundert es auch nicht, dass ich beinahe eine Woche am Bürsten und Lackieren war und dabei drei Stahlbürsten sowie fast 8 Liter Metallfarbe verbraucht habe. Doch das Werk ist nun vollbracht und in den letzten Tagen haben wir auch schon damit begonnen, die ersten der insgesamt 14 Pfosten einzubetonieren.

Doch mehr dazu in einem anderen Beitrag. Ich freue mich drauf, bis dann!

5 Antworten

  1. Michael sagt:

    Fast, die erste Insel mit Koch in der Küche. 😉

    • Simon sagt:

      Also genau genommen ist es ja überhaupt keine Insel, weil nicht freistehend? Also dann die Küchenhalbinsel 😛 Bis dahin wird sowieso noch eine Menge Zeit vergehen, jetzt muss ich erstmal das Haus drumherum bauen.

  2. Ida Jäger sagt:

    die erste Küche in Panama mit Kochinsel?

  3. Reino Höfling sagt:

    Ran an den Feind, auf in die Schlacht!!
    Hätte Dir gerne scchon geholfennn, naja, dann beim großen Haus oder sonstwo ….
    LG, Reino

  4. Michael sagt:

    Na denn – „Frohes Schaffen“ und „Gut Stahl“ 🙂

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