Unterwegs mit dem Wälderbähnle

Der Samstagmorgen war eher ein wenig stressig, denn zwischen aufstehen und abfahren lagen nur 90 Minuten. Michele und Ceejay hätten dafür rund 15 Minuten gebraucht, aber schließlich waren wir ja nicht mehr in Australien und auch nicht alleine. Egal. Als dann alle fertig waren ging’s runter ins Dorf und ab zum Bahnhof.

Wir lösten Tickets für die Bregenzerwaldbahn, auch genannt Wälderbähnle, welches uns die knapp 5km von Bezau nach Schwarzenberg beförderte. Es war das letzte verbliebene Stück der ehemals 35km langen Bahnstrecke, die von 1902 bis 1983 bis nach Bregenz am Bodensee reichte. Dazu gehörte natürlich auch die historische Dampflokomotive mit entsprechender Rauch- und Rußkulisse.

Wälderbähnle

Irgendwie kann ich mich nicht erinnern, irgendwann schon einmal mit einer Dampflokomotive unterwegs gewesen zu sein. Ich habe zwar welche gesehen in einem historischen Dorf in Australien und ebenso am Grund des Roten Meers am Wrack der Thistlegorm, aber ich glaube das war meine erste Fahrt. Noch ein Pluspunkt für Vorarlberg 🙂

Das Teil war allerdings ewig langsam, hat gestunken und geraucht als ob es gleich explodieren würde. Die Fahrt an sich war jetzt auch nicht unbedingt idyllisch oder spektakulär. Sicherlich historisch interessant, der Diedamskopf gestern gefiel mir aber wesentlich besser. Vielleicht auch weil sich dort die Touristen nicht ganz so dicht gedrängt haben? Aber was soll‘s, ich bin ja selber einer davon.

Anschließend gab es noch kurz Latte macchiato in der Stadt, bis wir uns wieder auf den einsamen Berg zurückzogen. So einsam war der aber auch nicht mehr, denn unsere Nachbaren und Gastgeber Willi und Moni veranstalteten eine kleine Grillparty, zu der wir herzlich eingeladen wurden.

Mir fällt grad auf das ich davon kein einziges Foto gemacht habe. Schade denn das Essen war lecker, der Grill groß genug (auch wenn Willi das anders sieht 🙂 ) und der Schnaps in der Hitze sorgte dann dafür, dass ich ein bisschen rasten musste. Die Spuren der gestrigen Wanderung waren auch wieder mal unübersehbar. An die Sonnencreme gedacht hatte ich schon, nur nicht an allen Stellen. Der daraus resultierende rechteckige Sonnenbrand auf meinen Füßen sah jedenfalls witzig aus.

Am frühen Abend gingen Michele und ich dann noch auf eine kleine Wanderung am Klausberg. Schon nach den ersten paar Metern war klar dass es eine gute Idee war, alleine zu gehen. Wir marschierten nämlich im Wald zwischen Fliegen, Mücken, Ameisen und Spinnen. Mia hätte sich wohl angepinkelt vor lauter Angst.

Wandern am Klausberg

Michele voll in ihrem Element, hüpfte mir glücklich voraus während ich schnaufend hinterher stolperte. Schon an der ersten Bank war es Zeit für eine Rast. Naja, sportlich war ich noch nie. Irgendwann waren wir dann am Bergrücken angekommen und liefen zurück hinab ins Tal. Durch hohes Gras und über Stacheldraht ging es langsam Richtung Gästehaus. Als die Holzhütte dann zwischen den Bäumen hervorkam, wirkte sie von dieser Perspektive noch versteckter und idyllischer als sie ohnehin war.

So machten wir uns noch einen gemütlichen letzten Abend, an dem es noch zu dem ein oder anderen Vorfall kam. Mehr darüber gibt es im nächsten Beitrag.

 

 

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