Neues von der Hostel Baustelle: Von Gipsdecke bis Keramikfliesen

Nachdem Sven zuletzt die Betonträger für das Dach des Küchengebäudes fertiggestellt hat, wollten wir eigentlich einen Gang zurückschalten und erst mal gemütlich mit dem Innenausbau der Hostelzimmer weitermachen. In der Theorie war das wie so oft wesentlich einfacher als in der Praxis.

Der Rohbau wurde durchaus roh abgeliefert, denn erstmal gab es noch einen Haufen Kleinigkeiten zu erledigen, ehe wir überhaupt an den Innenausbau denken konnten. Ein großer Spalt zwischen Dach und Wänden musste noch mit Beton aufgefüllt und mit Belüftungslöchern ausgestattet werden. Zahlreiche Löcher, Risse und Unebenheiten in den Wänden wollten ausgefüllt werden. Ja, ganze Wandabschnitte haben wir quasi ein zweites Mal verputzt. Zum Schluss fehlte noch bei einigen Steckdosen ein bisschen Gips drumherum, damit sie auch schön in der Wand saßen.

Dann sollte es an die Gipsdecke gehen. Unser Plan war es, die Gipsplatten einfach von unten an die Metallprofile des Dachs zu schrauben. Als erstes musste dazu ein Aluminiumprofil an die Wände, damit die Platten dort auch sauber aufliegen konnten. Das war schnell erledigt und schon ging es daran, die ersten Gipsplatten anzuschrauben. Die riesigen und auch ziemlich schweren Platten herum zu manövrieren war ziemlich knifflig.

Umso entsetzter waren wir, als die ersten Platten welche am Vorabend noch an der Decke hingen, am nächsten Morgen wieder am Boden lagen. Was war passiert? Tja. Das Wellbetondach ist mit selbstbohrenden Schrauben an der Oberseite desselben Metallprofils befestigt, in welches wir von unten die Gipsdecke anschrauben.

Die Dachschrauben haben zwar Dichtungen, sind bei entsprechend starkem Regen aber nicht 100% dicht. Das Wasser rinnt dann den Metallprofilen entlang und sucht sich einen Weg. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass nur ein paar Tropfen ausreichen, um ein Bohrloch an der Gipsdecke aufzuweichen. Die heruntergefallene Decke erklärt sich so jedenfalls ganz einfach.

Mit den gröbsten Löchern gestopft, starteten wir schließlich einen zweiten Versuch. Bis jetzt hängt die Decke noch. Und ich hoffe das tut sie auch in einigen Jahren noch. Die teils extreme Hitze, die vom Dach abstrahlte, ist nun jedenfalls Geschichte. Die zahlreichen Übergänge zwischen den Platten, wie auch die Bohrlöcher, wurden dann mit Gipspaste eingestrichen und anschließend abgeschmirgelt.

Und während Lisa noch mit dem Aufbringen der weißen Farbgrundierung an den Wänden beschäftigt war, stellte sich Sven schon der nächsten Herausforderung. Nämlich auch beim Fliesen, war unsere Theorie deutlich komfortabler als die harte Realität. Für den Boden der Schlafräume haben wir uns für 45x45cm große, beigefarbene Keramikfliesen entschieden. Das relativ große Format sollte die Arbeit eigentlich erleichtern. Doch weit gefehlt.

Als erstes stellten wir fest, dass unsere Wände alles andere als gerade waren, und es somit keinen Sinn machte, wie eigentlich üblich, mit dem Fliesen an der Wand zu beginnen. Stattdessen setzte Sven die ersten Platten einfach mitten in den Raum. Aber auch das war wesentlich schwieriger als es schlussendlich aussieht. Genauso schief wie die Wände ist der Boden nämlich uneben. Estrich Fehlanzeige.

Das Verlegen der großen und sehr empfindlichen Fliesen, machte da natürlich extrem Spaß. Dass die Fliesen halbwegs eben liegen sollten ist klar, doch es durften auch auf keinen Fall Hohlräume entstehen. Ja, und zu den Wänden hin musste dann aufwändig angepasst werden. Der erste Raum ist nun nahezu fertig, doch irgendwie sehen die krummen Linien sehr gewöhnungsbedürftig aus. Wenn das Zimmer erstmal mit Möbel gefüllt ist, wird es wohl hoffentlich nicht mehr so auffallend sein. Ein Unikat ist es auf jeden Fall jetzt schon.

Fertig ist übrigens relativ und an Möbel ist wohl noch länger nicht zu denken. Die Fliesen und auch die Sockel sind in einem der Räume zwar schon komplett verlegt, es fehlt aber noch reichlich Fugenmasse und Silikon. Auch die Wände sind noch nicht durchgehend weiß und an der Decke fehlt es ebenfalls an Farbe. Und wenn dann auch der Ventilator und die Lichter montiert sind, kann man langsam von einem bezugsfertigen Zimmer sprechen. Beim Zweiten fehlt noch umso mehr.

Ja, und weitergehen wird es bald mit einem der drei Badezimmer. Für den Moment reicht ja eines, die anderen beiden können wir immer noch fertigstellen, wenn wir erstmal auf der Finca wohnen. Dafür wollen wir die Badezimmer auch richtig hübsch machen. Wohlfühloasen sozusagen. Denn das sind die wenigsten Badezimmer in Panama. Dazu werden wir noch eine kleine Trennwand für die Dusche sowie eine Sitzgelegenheit einbauen.

Um das Fliesen zu erleichtern, werden wir wohl auch eine dünne Schicht Estrich gießen. Schließlich sind wir ja lernfähig. Und nicht zu vergessen sind die zahlreichen Arbeiten an der Straße, die wir noch irgendwann mal angehen sollten. Auch das Gras wächst wie verrückt und zu allem Überfluss ist unsere Motorsense defekt. Ihr seht schon, alles wie üblich. Bis zum nächsten Mal!

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1 Antwort

  1. Werner sagt:

    Hallo ihr Auswanderer! 😀

    Falls ihr eine schnelle und unkomplizierte Lösung zum Ausgleichen von Unebenheiten bei Böden sucht, wäre eine Ausgleichsmasse vielleicht die bessere Lösung als ein Estrich. Soviel ich weiß benötigt ein Estrich eine Mindeststärke von einigen Zentimetern. Die Ausgleichsmasse hingegen kann theoretisch bis auf 0mm gehen. Bei mir hat das genial funktioniert, weil die Ausgleichsmasse sich selber nivelliert. Falls so eine Ausgleichsmasse bei euch erhältlich ist, empfehle ich sie euch wärmstens. Dann habt ihr mehr Zeit, um auch einmal auszuspannen. Dies war doch auch ein Grund, für die Auswanderung, oder? 😉

    Schöne Grüße an alle!
    Werner Lipburger

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