Neues von der Hostel Baustelle: Von Blumenbeet bis Küchenablage

Willkommen zurück auf der Baustelle! Ein neues Jahr hat begonnen und der erste Artikel des Jahres 2020 kommt gefühlt eine Woche zu spät. In diesem Beitrag möchte ich euch von den vielen kleinen Fortschritten an unserem Küchengebäude erzählen, wo es beinahe jeden Tag ein bisschen weniger nach Baustelle aussieht.

Den Anfang für das erste kleine Projekt machte ich schon vor Monaten, denn für ein geplantes Blumenbeet am Küchengebäude, karrte ich wieder mal Pickup-Ladungen von Steinen und Felsbrocken durch die Gegend. Der ursprüngliche Plan war es, eine kleine Trockenmauer um Teile des Küchengebäudes zu errichten und daraus ein Blumenbeet zu machen.

Nach drei oder vier Lagen wurden die Steine jedoch so instabil, dass wir uns dazu entschlossen doch ein wenig Beton in die Ritzen zu schmieren. Mit Unterstützung von Lisa ging es dann doch recht schnell voran und im nu hatten wir die rund 10 Meter lange Mauer fertiggestellt. An die Gebäudewand schraubte ich dann Holzleisten, an welchen ich eine dicke Plastikfolie befestigte.

Die unteren Lagen füllte ich mit Bauschutt, den man unter den Blümchen natürlich perfekt verstecken kann. Alles was noch fehlte war ein bisschen Erde, oder sollte ich besser sagen ein bisschen viel Erde. Das eigentliche Problem lag aber natürlich nicht an fehlender Erde, sondern an den zahlreichen Steinen und Felsen welche sich dazwischen befinden.

Es gibt auf der Finca nur wenige Stellen, wo man einfach so pure Erde abgraben könnte, ohne dabei auf Felsen zu stoßen. Da wir diese aber für zukünftige Projekte ebenfalls sehr gut gebrauchen konnten, war im Endeffekt nichts verloren und nach knapp zwei Tagen war das Blumenbeet randvoll mit schöner schwarzer Erde gefüllt.

Schließlich pflanzte ich ein paar dutzend selbstgezogene Stecklinge, die im Moment noch irgendwie wie Salat aussehen. Die Zeit wird zeigen ob daraus eines Tages Blümchen werden. Mit dem Blumenbeet an der rechten Ecke des Gebäudes sind wir nun jedenfalls so zufrieden, dass wir schon beschlossen haben, auch die andere Ecke auf diese Weise zu gestalten. Die Farbe an der ersten Wand tut dem Gebäude im Übrigen auch ganz gut.

Weiter ging es aber wenig später mit einer ganz anderen Arbeit, denn für den zukünftigen Barbereich unseres Küchengebäudes, haben wir schon vor geraumer Zeit hübsche Fliesen in Holz-Optik gekauft. Damit ich diese aber ohne Probleme verlegen konnte, musste Sven erst eine rund 3,5 Meter lange Mauer mauern, auf der später der Bartresen installiert werden soll.

Die Mauer bildet die Abgrenzung zwischen Barbereich und Eingangsbereich zur Küche und war im Handumdrehen fertig. Wieder mal so schnell, dass ich kein einziges Foto davon habe. Noch ein wenig Verputz drauf und schon waren alle groben Arbeiten soweit erledigt, dass ich damit beginnen konnte, die empfindlichen Fliesen zu verlegen.

Die dunkelbraunen Keramikfliesen mit fühlbarer Maserung im Format von 15x60cm, waren in der Verarbeitung etwas anders als normale quadratische Fliesen. Trotzdem kam ich gut voran und musste dabei die neidischen Blicke unseres Arbeiters Isais ertragen. Zwischen Erde schaufeln, Gräben ausheben und anderen Drecksarbeiten, würde er halt so gerne auch mal ein wenig Fliesen verlegen.

Da wollte ich mal nicht so sein und übergab nach der neunten Reihe den Gummihammer sowie die Zahnkelle. Es war ja auch nicht so, dass ich keine andere Arbeit finden würde. In der Tat stand ein neues Holzprojekt an, denn an der Rückseite der Bartresen Mauer wollten wir eine geflieste Ablage mit Holzkästchen darunter haben.

Auf den knapp 3,5 Metern Länge wollte ich sechs Kästchen bzw. Türchen unterbringen, wozu ich im ersten Arbeitsschritt sieben seitliche Rahmenteile konstruierte. Sie bilden Anfang und Ende der Ablage sowie die inneren Unterteilungen. Bei der Konstruktion unserer ersten Küche, hatte ich große Schwierigkeiten mit den Schubladen, welche ich der Einfachheit halber hier einfach ganz wegließ.

Und um auch mal etwas Neues auszuprobieren, baute ich diese Küchenablage aus behandelten Sperrholzplatten, die ich auf die vorgefertigten Rahmenteile schraubte. Waren die einzelnen Platten erst mal am Boden befestigt, konnte ich sie mit der Wasserwaage ausrichten und mit der oberen Blende verschrauben.

Es folgte eine dicke Sperrholzplatte lackiert mit wasserabweisender Spezialfarbe, die als Basis zum Fliesen dienen sollte. Und während ich Isais wieder eine Freude mit ein wenig Fliesenarbeit machte, kümmerte ich mich um die Fertigstellung der Frontblenden und der einzelnen Türchen. Stück für Stück entstand so die Küchenablage.

Zwischen Weihnachten und Silvester erstrahlte sie dann in voller Pracht, fertig gefliest und mit montierten Blenden und Türchen. Es sind wie immer so einige Ecken und Kanten nicht ganz sauber und gerade geworden, doch mit dem Ergebnis sind wir trotzdem recht zufrieden. Für den vorgesehenen Zweck wird es wohl ausreichend sein und für wie lange lackiertes Sperrholz in tropischer Umgebung hält, wird uns die Zeit offenbaren.

Den eigentlichen Bartresen bzw. halt die Ablage wo man sein Bier hinstellt, möchten wir uns eventuell von einem etwas professionellerem Schreiner machen lassen. Es geht hier schließlich um den Blickfang im ganzen Barbereich und da möchten wir uns nicht mit ein paar zusammengeschraubten Brettern zufriedengeben.

Ein Holzkünstler aus Santiago sollte die nächsten Tage mal auf der Finca vorbeikommen, um sich die Baustelle anzusehen. Vielleicht kann er uns einen hübschen Tresen zaubern? Wird werden sehen. Während es rund ums Küchengebäude mit großen Schritten vorangeht, haben wir in den letzten Tagen schon wieder eine neue kleinere Baustelle aufgerissen.

Mehr dazu wie immer im nächsten Beitrag. Das Jahr ist schließlich jung und wir sind hochmotiviert hier alles so schnell und so hübsch wie möglich fertigzustellen. Bis dann!

13 Antworten

  1. Peter sagt:

    Container Panama:
    Contenedores Ideas 3 – PANAMA TRADE COMPANY
    https://sites.google.com/site/panamatradecompany/contenedores-ideas-2

  2. Michael sagt:

    Ach ja, wegen deiner Türen – es gibt diesen Scharnierbohrer:
    https://www.bauhaus.at/lochsaegen-bohrkronen/bosch-scharnierlochbohrer/p/22582548

    Und dazu diese Scharniere von BLUM:
    https://www.ikea.com/at/de/p/faktum-scharnier-40437764/

    oder ähnliches, damit kannst du Kastentüren, Schranktüren mit 2, 3, 4 Stück ausstatten im Selbstbau, funktioniert perfekt auch mit optionalem Dämpfer.

    Also Herr Schreiner, streng dich an ! 🙂

  3. Peter sagt:

    Servus nochmal Simon,
    langsam lese ich mich durch den ganzen Blog, man kann irgendwie nicht aufhören…
    Dadurch bin ich auch auf das Finca-Bayano-Projekt gestoßen, und nachdem ich auf deren Website gestöbert habe, muß ich mich Deiner Meinung anschließen, da würde ich auch nicht hinwollen. Ihr habt das 10mal besser angepackt finde ich, die Bayano-Sache deprimiert mich sogar ein bißchen. Während Euer Projekt einen direkt enthusiastisch macht. Das ist alles klug eingefädelt und solide angepackt finde ich. Auch die Wahl „Santa Fe“ ist doch um Klassen besser. Ich kann Euch vier nur meinen Respekt aussprechen für Euer Projekt, und auch für die Dokumentation mit dem lockerem Text und den schönen Bildern.
    Habt Ihr eigentlich manchmal Heimweh – vielleicht zu Weihnachten?

    • Simon sagt:

      Hey Peter, danke für das Lob! Nein, also ich habe kein Heimweh. Was manchmal fehlt ist das gute Essen von zu Hause, aber Stück für Stück finden wir auch da Lösungen. Wie sieht’s umgekehrt aus, hast du denn kein Fernweh? LG Simon

      • Peter sagt:

        Ich bin aus dem südlichen Oberbayern, da hat man kein Fernweh… Allerdings, bei den Entwicklungen in D (und EU) fragt man sich, wo das noch hinführen soll und wie das enden wird. Vielleicht wäre da ein bißchen Fernweh angebracht …

        Was mich auch interessieren würde: Du willst ja ein Haus für Dich selbst bauen. Nach all den Erfahrungen mit den verschiedenen Bauweisen bisher, gibt´s da für Dich schon eine favorisierte Richtung? Stahl, Beton, Stein? Oder eine Mischung? Ein Holzhaus würde wohl schnell den Insekten zum Opfer fallen, nehme ich an? Z.B. ein Blockhaus (könnte ja dünnwandig sein bei dem Klima) wäre wohl ungeeignet?

        • Simon sagt:

          Ja, das Fernweh könnte sich in ein paar Jahren noch als gute Entscheidung herausstellen. Wobei es das für mich jetzt schon ist und eigentlich auch immer war.

          Mein Haus werde ich recht simpel bauen. Den kompletten Rahmen samt Dachstuhl wird geschweißt quasi auf Pfosten die im Dreck stehen. Dann bin ich trocken und im Schatten und kann die Bodenplatte gießen und schließlich die Wände einsetzen. Wird ähnlich sein wie hier, nur mit dem Unterschied das meine Bodenplatte dann fast ebenerdig liegt und nicht auf Stelzen: https://www.simons-world.at/rtw/hostel-baustelle-es-geht-voran-in-riesenschritten/

          • Peter sagt:

            Alternativ schon mal an ein Schiffscontainer-Haus gedacht? Dachterrasse inclusive.
            Beispiele:
            https://www.bauscouts.de/blog/schiffscontainer/
            Die müßte es doch auch in Panama günstig geben (Panama-Kanal).

          • Simon sagt:

            Mit diesem Thema habe ich mich viele Monate bis ins Detail beschäftigt. Unter dem Strich ist es wohl einfacher und klüger ein „normales“ Haus zu bauen. Die Container sind scheisse. Können nur an den vier Ecken von oben belastet werden, sobald du Fenster oder Türen reinmachst muss der Rahmen entsprechend verstärkt werden, Wärmedämmung und Verkleidungen für beide Seiten der Wände brauchst du wohl auch, die geringe Raumhöhe ist ebenfalls ein großer Nachteil. Also für mich unterm Strich viel unnötige Arbeit und am Schluss wohne ich in einer Konservendose. Dann doch lieber gleich ein Haus nach meinen Wünschen.

          • Piero sagt:

            Mit Containern kann er bauen wie er will – und Erdbebensicher sollten
            sie ja auch sein zumal auf den grossen Pötten davon 6+ Lagen vollbeladen aufeinander gestapelt werden. Maersk Emma ist eines dieser Schiffe. 2500 Contrainer, 18340/20568 TEU.
            Nur die Deckenbleche sind relativ dünn da die Traglast nur auf die Seiten drauf kommt wenn man sie stapelt.
            Zum verkleiden rate ich nur solches Holz zu nehmen dass im Winter bei der Mondwende, also im Leermond geschlagen wurde. Das treibt
            dann auch nicht weiter aus. Eiche Fichte oder Lärche. Wenn Du das
            Holz noch restistenter gegen Fäulnis und Pilze machen willst lass die
            einzelnen Bretter unter einer Glasscheibe einige Stunden in der Sonne brutzeln. Die Brandresistenz wird damit auch erhöht!
            Peter, Das 2. und 3. von denen sieht gut aus.
            Im Prinzip braucht er ja auch eine Isolation gegen Wärme und Feuchtigkeit, zur Wärmeabfuhr könnt ihr ein 20×2 Meter tiefes Erdloch bohren mit Metallgittern gegen die lieben Tierchen versehen und mit einer Luft-Wärmepumpe das Gebäude so kühl halten. 2mm Luft zwischen den zwei Aussenschalen und das Gebäude bleibt isoliert. So, jetzt hast wieder einige Insidertipps bekommen.
            Wer lust hat einen doch extravaganten Containerbau anszusehen
            der geht auf youtube und schaut sich die Videos von Andrew Camarata
            an. Der Bursche ist ein echter selfmade man und auch wenn er
            ein ami ist die es mit den Details nicht so genau nehmen, hat der
            schon einiges hingestellt.

          • Simon sagt:

            Nochmal zu den Containern. Wie gesagt habe ich mich damit bis ins Detail befasst und ganz am Ende meiner Recherche dann ein Youtube Video von jemandem gesehen, der so ein Haus gebaut hat. Er meint es gibt genau drei Gründe so ein Haus zu bauen: 1. Das Hippster „Designer Haus“ für Leute die dich austoben wollen. 2. Das „Eco Haus“ für Umweltfaschisten. Container sind ja schließlich recycelt schon klar. 3. Aus Sicherheitsgründen für entlegene Gebiete z.b. Hütte im Wald. Containertür zu, fertig. Da auf mich keine der drei Varianten zutrifft wird es folglich ein ganz normales Haus 🙂 Es ist übrigens auch nicht so wie ihr euch vielleicht vorstellt hier. Nur weil es den Kanal gibt, sind Schiffscontainer noch lange nicht günstig und in guter Qualität an jeder Ecke erhältlich. Es gibt keinen Müll in Panama, keine alten Sachen, nichts was nicht einen Wert hätte und die Container sind hier ganz schön teuer und auch schwierig in die entlegenen Gebiete zu bekommen über die kleinen Straßen. Also nur weil ihr in Europa vielleicht zwei Minuten von der Autobahnabfahrt wohnt und dann der tolle Krahn-LKW kommt und die vorgebauten Dinger aufeinander stapelt, ist das hier noch lange nicht praktisch oder attraktiv. Sorry.

  4. Michael sagt:

    „für wie lange lackiertes Sperrholz in tropischer Umgebung hält, wird uns die Zeit offenbaren.“

    Nach einem Erdbeben werden die Wände zu Schutt, aber deine Küche bleibt stehen. Wenn du Dinge erdbebensicher verstauen willst, dann würde ich sie dort reinstellen.

    Schade dass du deine Schreinerkarriere nicht fortsetzen willst. Das ist keine Hexerei. Mit Kreissäge oder Oberfräse kannst du perfekte unsichtbare Verbindungen fertigen.

    Und verwendet euren Pflanzenschnitt doch um neue Erde zu erzeugen, statt tausende Jahre alte abzugraben. Bei der Menge die ihr habt und dem Klima müsste es ein Turbokompost werden:
    http://kompostwiki.de/anleitungen/kompostmiete_umschichten

    • Simon sagt:

      Ja die Sache mit dem Kompost werden wir auch bald angehen, es war soeben der Bagger da der noch ein bisschen Platz frei gemacht hat in der Nähe des Lagerhauses. Da kommt dann bald der Komposthaufen hin 🙂

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