Neues von der Hostel Baustelle: Der Innenausbau unserer ersten Küche

Den letzten Bericht zum Innenausbau unserer Hostelküche, gab es erstaunlicherweise vor mehr als einem halben Jahr. Da wir hier mit vielen Dingen gleichzeitig beschäftigt sind und waren, hatten wir nur zwischendurch immer mal wieder ein bisschen Zeit für einige Kleinigkeiten. Doch in den letzten Tagen und Wochen habe ich mich sozusagen in die Küche verbissen.

Als erstes gab es noch ein bisschen was zu verputzen, denn speziell die Kanten um Fenster und Türen, waren Großteils nicht schön gearbeitet. An einer Küche die eigentlich in Verwendung ist, nebenbei solche Arbeiten durchzuführen, ist natürlich nicht gerade toll. So mussten immer sämtliche Sachen im Arbeitsbereich weggeräumt bzw. abgedeckt werden, um nicht beim nächsten Abendessen Betonstücke auf dem Teller zu haben.

Wand für Wand wurde die Küche gelb

Das Verputzen erledigte Lisa, während ich schon die Farbrolle und den Pinsel bereitlegte. Eine Latexfarbe in angenehmem Gelbton hatten wir uns schon ausgesucht, doch als erstes musste sowieso die Grundierung drauf. Um den Betrieb in der Küche nicht zu sehr zu behindern, arbeiteten wir uns von Wand zu Wand. Mal alleine und mal mit tatkräftiger Unterstützung von Louis und Lisa, rollte ich die Farbrolle und schwang den Pinsel.

Die Aufputz verlegten Kabelkanäle für Steckdosen und Co, strichen wir dabei in Wandfarbe an, was auch echt nicht schlecht aussieht. Und als die ersten Wände gelb und damit sozusagen fertig waren, wagte ich mich direkt an die Installation des ersten Regals. Die lange erwartete Netzwerktechnik, konnte nun endlich auf ihrem Platz installiert und verkabelt werden.

Unser LTE-Modem mit Antenne unterm Dach

Da wir bisher die Antenne am Lagerhaus zum Internetzugang verwendet haben, das Signal aber über mehrere Infrastruktur-Stützpunkte bis an die Hotelgebäude gelangen musste, war die Internetverbindung bei einem Stromausfall nicht mehr verfügbar. Nun mit eigener Batterie und direkt verkabelt, hängt unsere wunderschöne LTE-Antenne samt Kabelbox am Dach des Küchengebäudes und funktioniert prächtig. Sehr schön!

Als nächstes war noch die Marmor Bordüre an der Rückseite der Arbeitsplatte anzubringen, bevor ich schließlich auch die letzte Wand gelb strich. Die nur aus einem Holzrahmen bestehende Küchenzeile, wo wir bisher lediglich die Marmorplatte oben drauf und einen Holzboden unten rein gemacht haben, wollte ja auch noch zu Ende gebaut werden. Da hat sich bisher aber die Katze in den Schwanz gebissen.

Die Holz Werkstatt

Da ich für diese Arbeiten jede Menge Maschinen und Werkzeuge benötige, es bisher aber zu wenig Platz im Küchengebäude gab, um alles irgendwo ordentlich aufzubauen, musste ich dazu die Fertigstellung der Bodenplatten für die zukünftige Terrasse, abwarten. Diese Herausforderung haben Sven und Isais mit Bravour gemeistert, sodass ich schließlich meine kleine Werkbank samt Tischsäge, Kreissäge, Oberfräse und vielem anderen direkt vor der Küche aufbauen konnte.

Und dann ging es da weiter, wo ich im Februar aufgehört hatte. Eine Arbeit vor der ich mich seit genau dem Tag fürchte, als ich die krummen Holzbalken da so schief zusammengeschraubt habe. Ursprünglich geplant hatte ich eigentlich auch, die Blenden von Schränken bzw. Schubladen auf dem Rahmen aufliegen zu lassen, wodurch die Fehlertoleranz natürlich größer wäre.

So sah der Rahmen ursprünglich aus

Da der Rahmen aber nicht rundherum bündig war, viel diese Möglichkeit leider aus. Es blieb nur die Option, Türchen und Schubladen mehr oder weniger millimetergenau zwischen die Krummen Rahmenteile einzupassen. Toll. Ich mit meiner umfangreichen Erfahrung beim Schreinern und speziell im Küchenbau, war da natürlich genau die richtige Person.

Doch es nützte alles nichts und wenigstens versuchen wollte ich es. Der erste Schrank unter der Spüle sollte eine Doppeltür bekommen, womit ich gleich mal den Anfang machte. Eigentlich wollte ich dafür Vollholz verwenden und einige Bretter zu einer ausreichend großen Holzplatte verbinden. Mit dem passgenauen dübeln war ich allerdings weit überfordert und schmiss wenig später alles in die Ecke.

Dann halt nicht. Trotzig holte ich eine Sperrholzplatte aus dem Lager und versuchte mein Glück erneut. Ja, das simple zuschneiden klappte so einigermaßen und bald konnte ich die ersten Türchen einpassen. Um dem ekligen Sperrholz wenigstens einen halbwegs guten Look zu verpassen, strich ich es großzügig mit zwei Schichten Holzlasur und anschließend zwei Schichten Klarlack ein.

Der ganze Prozess zog sich so natürlich ewig in die Länge, da ich jedes Werkstück mehrmals anpinseln und anschließend trocknen lassen musste. In der Zwischenzeit schraubte ich die drei Schubladen zusammen, welche eigentlich auf hübschen Schienen installiert werden sollten. Der krumme Unterbau machte es aber unmöglich, die Schienen exakt parallel zueinander zu montieren.

Egal was ich auch versuchte, nach zwei Tagen rumärgern baute ich schließlich simple Holzleisten ein, auf denen die Schubladen nun ein- und ausgeschoben werden können. Wer antike Holzmöbel hat, weiß wovon ich rede. Doch auch die Schubladen meiner in Panama gefertigten Kommode, funktionieren noch auf die gleiche Weise. Es ist nicht unbedingt komfortabel, funktioniert aber einigermaßen gut. Immerhin haben wir jetzt Schubladen.

Es fehlten noch eine Menge Scharniere und Griffe um alles zu montieren, doch mittlerweile sind die insgesamt fünf Schranktürchen und drei Schubladen fertig montiert. Der Küchenbau ist sozusagen abgeschlossen. Mit dem Ergebnis bin ich optisch sowie funktionell nur bedingt zufrieden, für den ersten Versuch hätte es aber auch deutlich schlimmer werden können.

Belassen wir es mal dabei. Im kommenden Beitrag werde ich euch unser nächstes Projekt vorstellen, an dem wir schon wieder fleißig arbeiten. Bis dann!

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2 Antworten

  1. Robot sagt:

    Mit ikea wärst aber schneller fertig gewesen …das mit den Türdämpfern und Auszügen nennt sich psychologie. Alles gute

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