Camping, Bomboats and a Mighty Cave

17.11.2011

Pünktlich um 11 Uhr holte uns der Bus vom Hotel ab und nachdem die Gruppe komplett war, verließen wir Vientiane und fuhren erst mal für zwei Stunden, bis wir beim Wat Phabat Phonsane in Ban Na den ersten Stopp einlegten. Dabei handelte es sich wieder mal um einen Tempel, welcher hier errichtet wurde nachdem im Jahr 1933 ein 2,4m langer und 1,2m breiter Fußabdruck von Buddha gefunden wurde.

Der Ort war aber ziemlich verlassen und außer dem eingezäunten Fußabdruck im Tempel gab es auch nichts Besonderes zu sehen. Nach einem Fotoshooting auf dem Dach des Busses mit dem Tempel im Hintergrund, ging es wieder auf die Straße. Ich habe euch auch glaube ich noch gar nicht erzählt, dass uns schon wieder ein professioneller Fotograf begleitet, der Bilder für Stray und Lonely Planet macht.

Fotograf mit Stray

Anders als damals in Neuseeland hat sich dieser Fotograf aber anscheinend in mich verliebt und macht ständig Bilder von mir. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass er meinen Hut und meinen heruntergekommenen Backpacker-Look mag. Das sei genau das was seine Kunden wollen würden. Wer weiß, vielleicht werde ich bald auf dem Cover eines Lonely Planet oder im Stray Prospekt auftauchen 🙂

Knappe 2,5 Stunden später kamen wir dann in Tad Leuk, unserem heutigen Overnight-Stop an, der sich diesmal mitten in einer National Protected Area, der laotischen Version eines National Parks befand. Dort nutzten wir die verbliebene Zeit und gingen auf eine Wanderung durch den Dschungel. In dieser Gegend sollen wilde Elefanten sowie Tiger und auch Königkobras leben. Neben extrem laut pfeifenden Käfern und einer speziellen Sorte Gras, das sich bei Berührung zurückzieht, sahen wir aber nichts außergewöhnliches, während wir über zahlreiche selbstgebaute und extrem waghalsig aussehende Brücken und durch dichten Bambus marschierten.

Zum Abendessen gab es dann ein leckeres selbstgekochtes Essen bestehend aus Fleisch, Sticky Rice, Papaya Salat und einem Curry. Da wir mindestens 50 Dosen Bier mitgenommen hatten und ich noch im Besitz mehrerer Flaschen Schnaps war, suchten wir nach einem Weg diese Vorräte möglichst effizient zu vernichten. Ich kenne den deutschen Namen für dieses Spiel nicht, aber die Jungs nannten es Flip Cup. Ziel des Spiels war es, möglichst schnell einen Becher Bier leerzutrinken, ihn dann am Tischrand zu platzieren, mit dem Finger zu schnipsen und ihn umgekehrt auf dem Tisch zum Landen zu bringen.

Irgendwie war ich äußerst talentiert bei diesem Spiel und wurde nach konstant hoher Leistung mit dem Spurch „From zero to hero“ von meinem Team gefeiert. Das Zero war wohl eine Anspielung auf meinen Verzicht beim Ballermann. Naja, man kann sich jedenfalls vorstellen das uns nach wenigen Stunden der Alkohol ausging und wir alle total besoffen waren. Ich weiß nicht mehr wie ich meinen Weg ins Zelt gefunden habe, aber in dieser Nacht habe ich jedenfalls ausgezeichnet geschlafen.

 

18.11.2011

Äußerst wiederwillig kroch ich am frühen Morgen aus dem Zelt und versuchte noch ein wenig im Bus zu schlafen, während dieser über die holprigen Landstraßen donnerte. Nach einigen Stunden Fahrt machten wir beim spektakulären Sala View Point einen kurzen Zwischenstopp, wo ich einmal mehr mit meinem Hut und meinem ungleichmäßig geschnittenen Bart posieren musste.

Außerdem erfuhren wir, dass die vier Haupteinnahmequellen von Laos Goldmienen, Wasserkraft, Tourismus sowie Holz sind. Es gibt große Goldmienen die in australischem Besitz sind und zahlreiche Wasserkraftwerke, deren erzeugte Elektrizität bis nach China verkauft wird. Deshalb wird Laos auch manchmal als Asian Battery bezeichnet 🙂

Nach einem Essensstopp kamen wir bei der Nam Theun Bridge an, wo es eine ganz besondere Attraktion gab. Die Einheimischen bauten hier Boote aus alten Bomben, die naheliegender Weise auch Bomboats genannt werden. Es waren die zehn schrecklichsten Minuten seit langer Zeit, während wir zu dritt in einem dieser wackeligen Boote über den Fluss tuckerten. Da ich meine Kamera, den Reisepass und viele andere Sachen in meinen Hosentaschen hatte, wollte ich nicht unbedingt ein unfreiwilliges Bad nehmen. Glücklicherweise blieb mir das auch erspart und ich kam wohlbehalten zurück auf trockenes Land.

Simon @ Bomboats

Wenig später ging es wieder in den Bus und nach weiteren 2 Stunden Fahrt erreichten wir das winzige Dorf Kong Lor, wo es eine mächtige 7km lange Höhle oder besser gesagt einen unterirdischen Fluss gab. Bis zum 16. Jahrhundert glaubten die Leute noch, die Höhle hätte ein totes Ende und würde nirgendwo hinführen, bis sie eines Tages beobachteten, wie eine Ente herausschwamm. Es stellte sich heraus, dass diese von einem 10km entfernten Dorf entflohen war und anscheinend einen Weg durch die Höhle gefunden hatte.

Die erste richtige Erforschung erfolgte dann im Jahr 1995 und es wurde ein 7500m langer unterirdischer Fluss sowie eindrucksvolle Tropfsteine entdeckt, die wir uns für nicht einmal 5 Euro genauer ansehen konnten. Mit kleinen Booten wurden wir in die Höhle gefahren, konnten in einem trockenen und beleuchteten Teil die Tropfsteine bestaunen und wurden dann weiter bis zur anderen Seite gefahren. Bis auf den beleuchteten Teil war es stockdunkel und angenehm kühl. An mehreren Stellen mussten wir aus dem Boot aussteigen und ein paar Meter zu Fuß gehen, da der Wasserstand extrem niedrig war und wir auf Grund liefen.

Nach einem kurzen Aufenthalt auf der anderen Seite, wurden wir wieder zurückgefahren und kamen nach dem mehr als zweistündigen Abenteuer beim Chanta Guest House an. Vom gestrigen Abend waren alle noch ziemlich erledigt und ich sah bis auf eine Ausnahme niemanden ein Bier trinken, während auf einem winzigen Fernseher ein Film lief. Dafür hatte ich allerdings keine Zeit, denn ich tippte mir mit diesem Bericht meine Finger wund. Jetzt ist es kurz nach 21 Uhr und ich werde mich bald ins Bettchen legen, um für den morgigen Tag gerüstet zu sein!

 

 

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