Zu Besuch bei Katana

09.08.2013

Vormittags holte mich Katana (der neue Freund von gestern) wie ausgemacht vom Hostel ab und wir liefen erst mal in die Stadt. Dort angekommen nahmen wir uns ein Motorrad Taxi, das uns für rund eine halbe Stunde durch die Gegend fuhr. Zuerst ging es vorbei an den Cashew-Plantagen und den Fabriken wo die Nüsse verarbeitet werden. Leider gab es keine Gelegenheit diesen Prozess genauer zu beobachten.

Anschließend fuhren wir in irgendeine Seitenstraße und folgten dem Straßenverlauf solange, bis von der ehemals breiten unbefestigten Straße nur noch eine Art Trampelpfad übrig war. Ich war also auf einem Motorrad unterwegs, mit zwei eigentlich wildfremden Leuten, in einer mir total unbekannten Gegend. Wir passierten zahlreiche kleine Siedlungen und die kleinen Kinder kamen alle schreiend und winkend Richtung Straße gerannt, als sie mich da auf dem Motorrad sitzen sahen.

Während die kleineren Kinder alle „Jambo“ riefen, was so viel wie Hallo heißt, wirkten die älteren etwas mehr distanziert. Hin und wieder hörte ich ein paar „Mzungu“-Schreie, was so viel heißt wie weißer Mann. Während wir es allgemein als rassistisch betrachten würden, einen Schwarzen als Neger zu bezeichnen, stellte das Mzungu für mich in dieser Situation nicht wirklich eine Beleidung dar. Ich mein ich war nun mal der einzige Weiße weit und breit 🙂

motorrad

Es ging weiter durch das Hinterland, mitten durch den Busch, Hügel auf, Hügel ab. Irgendwann waren wir am Rande eines großen Kraters angekommen. Katana erzählte mir dass hier vor langer Zeit ein Meteorit eingeschlagen hatte, der Vorfall aber anscheinend nirgends in den kenianischen Geschichtsbüchern vermerkt ist. Leider hatte ich noch nicht genug Zeit das zu recherchieren, aber es war ein schöner Ort mit toller Aussicht.

Weiter ging es über Trampelpfade, durch Maisfelder und Gemüseplantagen. Schließlich waren wir in Katanas zu Hause angekommen. Zwei kleine Hütten mitten im Grünen. Er wohnt hier zusammen mit seinen Eltern, seinen Geschwistern und deren 5 Kindern. Um ehrlich zu sein war ich aber positiv überrascht. Ich meine es gibt hier sicher auch jede Menge Leute die gar kein Dach über dem Kopf haben oder irgendwo in einem Drecksloch wohnen. Hier war es relativ schön und sie haben sogar echte Betten in ihren Hütten. Um ihm aber eine Chance zu geben mehr daraus zu machen, werde ich ihm trotzdem einen alten Laptop schicken.

Nachdem mich jedes Familienmitglied ungefähr fünf Mal begrüßt hatte, bekam ich eine Führung durch die Hütten und über die Felder. Es gab gegrillte Maiskolben, Passionsfrucht und Kokosnüsse zu essen. Da die Leute mir aber eine echte Freude machen wollten, boten sie an ein Huhn für mich zuzubereiten. Wenige Minuten später hatte ich das gefesselte und flatternde Tier auf meinem Schoß und wurde gefragt ob ich die Ehre haben wollte das Vieh abzumurksen. Meine Antwort war: I’ll eat it but I won’t kill it. Am Ende übernahm dann der Familienvater die Ehre und schlitzte dem Hühnchen den Hals auf.

huehnchen

Mittlerweile war aber so viel Zeit vergangen, dass ich schon bald wieder zurück im Hostel sein musste. Ich hatte mich für den Nachmittag mit anderen Reisenden verabredet und ihnen außerdem eine Notiz für den Fall das ich bis 2 Uhr nicht zurück bin, hinterlassen. Diesmal war ich bei guten Leuten gelandet, aber man weiß ja doch nie. Am Ende wäre ich dann doch gerne etwas länger geblieben aber am Nachmittag stand ja auch noch das Ramadan-Fest auf dem Programm.

Mit Müh und Not erklärte ich ihnen meine Situation und bezahlte natürlich auch für das 3-Euro-Hühnchen, das sie zuvor gekauft hatten. Das ihnen ohne mich um einiges mehr Essen bleiben wird ist wohl auch klar. Mir wurde noch versichert das ich jederzeit vorbeikommen kann und bei ihnen wohnen. Ich solle meine Familie mitbringen wenn ich wieder komme. Na ob die davon so begeistert wären? Ich glaube nicht 😉

Katana mit Familie

Zum Abschied wollten sie noch in sämtlichen Kombinationen Fotos machen und ich brachte meine Kamera zum Glühen. Werde ihnen dann wohl ein paar Abzüge zum Notebook dazulegen. Ok, nochmal 100 Hände geschüttelt und ich war zurück auf dem Motorrad. Beim Hostel angekommen war es bereits kurz vor 2 Uhr und ich musste mich fürs nächste Kultur-Event vorbereiten. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

 

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2 Antworten

  1. marco bohn sagt:

    ach ja sry das ich mich so spät melde.mir geht’s grad körperlich nicht so gut und von Romy ist diese Woche die Oma gestorben also alles ein bisschen drunter und drüber. bin auch nur an der arbeit weil zu wenig leute da sind und muss mehr arbeiten (+ samstag) damit ich mittwoch frei bekomm,dienstag hole ich dich ja. gruß marco

  2. marco bohn sagt:

    hi Simon! habe mir fast alles durchgelesen.hast ja ne aufregende zeit da. Abenteuer pur.bei mir geht’s drunter und drüber.mein Handy ist kaputt.meine neue nummer zum erreichen ist mein arbeitshandy. +43zensiert

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