Das Schweigen der Ziegen

09.08.2013

Nach dem Treffen mit Katana reichte die Zeit gerade dazu aus, schnell die Haare zu kämmen und das Gesicht zu waschen, bis dass nächste Event begann. Zumindest laut Zeitplan. Angesagt war das islamische Fest des Fastenbrechens im benachbarten Dorf. Es hatten sich dazu auch jede Menge Reisende und auch einige weiße Kenianer oder auch „Westeners“ bei den Distant Relavites eingefunden.

Für Punkt 14 Uhr war der Abmarsch zu den Nachbaren angeschrieben, fand dann aber erst knappe zwei Stunden später wirklich statt. Hakuna Matata. Das ist das Motto hier. Und nach zwei Wochen ist man das auch schon so gewohnt, dass es fast schon komisch wäre, wenn es mal anders wär. Wir liefen dann also die paar Kilometer zu den Nachbaren und fanden uns auf einer der Ecken der Kilifi-Bucht wieder.

The Silence of the GoatsUmrundet vom Wasser hatten die Leute hier ihre Hüttchen auf den Hügel gebaut, in einer Lage die aus unserer Perspektive Millionen Wert sein müsste. Ein echtes kleines Paradies. Wenn da nur nicht ein Stapel riesiger Lautsprecher gestanden hätte. Am Rande sah man einige Ziegenköpfe und Häute in der Sonne trocknen. Dafür waren wir dann wohl zu spät gekommen. Die Ziegen wurden Großteils bereits schön säuberlich in Streifen geschnitten und auf den Grill geworfen.

Gefühlte 500 Kinder hüpften in der Gegend rum, spielten mit Kronkorken und alten Reifen. Eine leere Großpackung Kochfett wurde in eine Trommel verwandelt und kleine Mädchen tanzten durch die Gegend. Das witzige war das manche Familien alle identische Outfits für die Mädchen hatten.

fest

Als die Sonne schon recht tief am Horizont stand, wurde dann endlich das Buffet eröffnet. Gegrillte/verkokte Ziege, Reis und verschiedene Salate. Achja, und diese kleinen Fladenbrote die nach nichts schmecken. Also ich fand das Fest echt toll, die Leute sehr nett und es war schön da mal dabei zu sein. Aber so langsam komme ich diesen Terroristen auf die Schliche. Wenn ich nämlich einen Monat Fasten müsste und dann dieses zähe Gummifleisch zu essen bekäme, zusammen mit trockenem Reis….oh ja, dann würde ich auch Amok laufen!

Ich freute mich also dass es in meiner Unterkunft noch ein anderes Essensangebot gab und lief zurück Richtung Eco-Lodge, als ich meinen Motorrad-Taxi Fahrer Bakiri traf. Stolz stellte er mir seine Familie vor und führte mich durch die Gegend. Sein Haus hatte den besten Ausblick überhaupt und musste mir grad mein Leben als Motorrad-Taxi Fahrer in Kenia vorstellen. Was für ein Traum.

Kilifi BayDie Leute im Dorf hatten neben dem Fest auch einiges an Arbeit mit der Ernte. Es wurden gerade Karrenweise Maiskolben in der Sonne getrocknet, um später zu Maismehl verarbeitet zu werden. Dann zog es mich aber doch zurück in meine Unterkunft. Es war wieder „All you can eat Pizza Night“.Zwischen den einzelnen Pizzen, welche immer am Tisch geteilt wurden, tippte ich fleißig am Blog. Irgendwie stressig aber ich weiß es lohnt sich am Ende immer.

Danach gab es noch ein paar Cocktails und ich zog mich noch vor 22 Uhr in mein Zimmer zurück. In der Zwischenzeit hatte ich noch eine Tauchalternative ausfindig gemacht und mich zusammen mit zwei Dänen dort für zwei Tauchgänge angemeldet. Der Haken: Wir mussten um 8 Uhr im rund 1 Matatu-Stunde entfernten Malindi sein. Also geh ich jetzt schlafen und dann morgen tauchen. Bis dann!

 

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