Die vergebliche Suche nach dem Walhai

22.10.2014

Mitten in der Nacht, es war so 6 Uhr morgens, packte ich meine sieben (oder eher 70) Sachen und traf mich mit Imani beim Restaurant Gebäude. Ein letztes Mal marschierten wir im Gänsemarsch entlang der kleinen Pfade durch das Dorf. Es herrschte bereits reger Betrieb. Die Frauen waren schon mit dem Morgenputz beschäftigt und eine Menge Kinder mit ihren niedlichen Schuluniformen liefen durch die Gegend. Die Schule ist zu klein für alle auf einmal, so wird der Unterricht für verschiedene Klassen in Blöcken abgehalten. Der erste startet um 7 Uhr.

Am Anlegeplatz angekommen wurde mein Gepäck auf die kleine Fähre verladen und es folgte der Teil, den ich am meisten hasse. Es war so wie es immer ist wenn man reist. Man entdeckt einen großartigen Ort, lernt noch großartigere Leute kennen, nur um wenige Tage später alles zurückzulassen. Irgendwie doof. Aber irgendwie auch gut so, denn ich wollte ja noch mehr dieser großartigen Orte und Menschen kennenlernen.

Mein nächstes Ziel war dann aber doch ein Fisch. Nämlich der größte Fisch der Gegenwart, der Hai aller Haie, der Walhai. Mein Gepäck lud ich bei einem kleinen Hotel mitten in Kilindoni ab, packte meine Badesachen und die Gopro Kamera und lief runter zum Strand. Dort traf ich eine Handvoll anderer Individualreisender, die ebenso wie ich auf der Suche nach dem Walhai waren. Gemeinsam ging es auf ein kleines Boot und hinaus vor die nordwestliche Küste Mafia Islands.

Suche nach dem Walhai

 

Die Flossen waren angezogen, die Taucherbrille ordentlich eingerieben und die Kamera lag bereit. Das tat sie dann für rund 3 Stunden, während wir ohne irgendwas zu sehen durchs Meer schaukelten. Es wehte ein starker Wind von Norden und wie uns erzählt wurde, wohl die falsche Windrichtung für die Walhaie. Wir haben den Versuch schließlich abgebrochen ab und einigten uns darauf, es morgen wieder zu probieren.

Kurz nach Mittag war ich zurück im Hotel, holte meine Geldtasche und ging auf Einkaufstour durch Kilindoni. Die Sonne brannte vom Himmel, das typische Gemisch aus ungefilterten Abgasen, Sand, Dreck, Staub und Rauch lag in der Luft. Ich besorgte ein paar Zigaretten und was zu essen. Die besseren Zigarettenmarken kosten knapp über einem Euro. Das Street Food in etwa gleich viel. Und dafür war es sogar noch ganz lecker.

Kilindoni, Mafia Island

Zurück beim Hotel entdeckte ich das kleine Restaurant um die Ecke, und konnte auch Bierwerbung erkennen. Das war wichtig, denn auf der muslimisch geprägten Insel Mafia wird Alkohol nur an wenigen Orten angeboten und ausgeschenkt. Ich lernte die Bardame Joana kennen, mit der ich mich den Tag über köstlich amüsierte. Ich lernte ihr wie man ein Bier mit einem Feuerzeug öffnet, sie brachte mir ein paar Wörter Swahili bei. So kann ich jetzt zum Beispiel sagen ich hab Hunger und möchte einen Fisch essen. Mal sehen ob sich das noch ausbauen lässt.

 

23.10.2014

Walhaisuche die Zweite. Wieder um 6 Uhr morgens ging es los. Diesmal direkt zum Hafen runter und rauf aufs Boot. Unsere Gruppe war von 5 auf 3 Personen geschrumpft. Ich hatte übrigens noch extra mein Flugticket umgebucht, damit ich Zeit für einen weiteren Versuch hatte. Und jetzt ratet mal? Fehlanzeige. Keine Walhaie für Simon.

Ich wusste nicht so recht. Soll ich nun wütend, traurig oder einfach nur enttäuscht sein? Waren es doch die Walhaie die mich überhaupt erst an diesen Ort gelockt haben. Also wisst ihr was das richtige Adjektiv wäre? Dankbar! Denn obwohl sie sich vor mir versteckten, waren sie ausschlaggebend für meinen Entschluss hierher zu kommen. Und diesen Entschluss habe ich für keine einzige Sekunde bereut.

Nach einem letzten Bier bei Joana ging es dann schließlich zum „Flughafen“. Ein winziges Gebäude mit dem enormen Passagieraufkommen von 20.000 pro Jahr. Zeit von der Ankunft bis zum Flieger: 10 Minuten. Aber nur weil ich davor noch eine Zigarette geraucht habe. Man ich habe so das Gefühl auf meinem Heimflug wird das ganz anders aussehen.

Mafia Island Airport

Zuerst geht es jetzt aber noch eine Woche nach Sansibar, wo ich hoffentlich nochmal so viele Sachen zu berichten haben werde. Bis dann!

 

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