Singapore to Kuala Lumpur

13.10.2011

Ein wirklich abenteuerlicher Tag, der damit begann, dass ich morgens um 6 Uhr von Aini geweckt wurde. Da sie früh morgens in dieselbe Richtung musste, nahm sie mich netterweise mit und zeigte mir den Weg zur Bus Station. Es ging hinunter in die Chinatown Station des MRT, wie die U-Bahn hier in Singapur genannt wird. Komischerweise war der komplette Bereich zu den Schienen mit Glaswänden geschlossen und mit etlichen automatischen Türen versehen. Als der Zug in die Station einfuhr, blieb er exakt gegenüber diesen Türen stehen, welche sich dann öffneten und das Einsteigen in den Zug ermöglichten. Lustige Sache. Soll vielleicht die gekühlte Luft in der Station halten oder Selbstmördern einen Strich durch die Rechnung machen…

Einige Stationen weiter schleppte ich meinen Koffer wieder an die Oberfläche und stieg in einen luxuriösen Reisebus, der wenig später Richtung Malaysia losfuhr. Es dauert knapp eine Stunde bis wir mal aus der Stadt draußen und an der Grenze angelangt waren. Die Aus- bzw. Einreise ging schnell und unkompliziert über die Bühne und im nu saß ich wieder in meinem gemütlichen Sessel. Zwei Stunden später gab es einen kurzen Toilettenstopp und ich hätte um Haaresbreite einen großen Fehler begangen. Malaysia ist ja das erste muslimische Land das ich bereise und ich sollte mir für die Zukunft merken, dass nicht hinter jeder Tür mit „Männchen-Symbol“ eine Toilette wartet. Ich erkannte mein Missgeschick aber früh genug und pinkelte glücklicherweise nicht in den Gebetsraum 🙂

Am frühen Nachmittag waren wir dann schließlich in Kuala Lumpur angekommen und der Bus stoppte entgegen meiner Erwartungen an einer x-beliebigen Straßenecke. Nun stand ich da mit meinem Gepäck, ohne Karte, ohne einen blassen Schimmer wo ich war. Nach einigen Versuchen fand ich jemanden der gebrochenes Englisch sprach und mir den Weg zur nächsten Bahnstation erklärte. Netterweise war besagte Bahnstation nicht nur ein Bahnhof sondern auch ein fünfstöckiges Shoppingcenter. Sehr toll, dass ich meinen Rucksack da durch schleppen musste, um endlich an Bahnplattform zu gelangen. Nachdem ich mehrere Mitarbeiter nach der richtigen Bahn gefragt hatte und jeder so seine eigene Meinung hatte, wurde es mir zu blöd und ich nahm ein Taxi zum Hostel. Hätte ich vielleicht schon eine Stunde früher machen sollen…

Beim Fernloft Hostel in Chinatown angekommen, war ich sehr überrascht was für ein modernes und hübsches Hostel das doch war. Es handelte sich dabei um ein Schwesternhostel des gleichnamigen Gästehauses in Singapur und ich bekam die erste Nacht kostenlos. So wie es aussieht werde ich heute Nacht auch einen 8 Bett Schlafraum für mich ganz alleine haben. Sehr nett.

Auf der Suche nach etwas zu Essen stolperte ich in das nächstbeste Restaurant und bediente mich am reichhaltigen Buffet. Da standen ungefähr 20 verschiedene Gerichte und ich hatte keine Ahnung was das alles war. Ich schöpfte mir halt von ein paar verschiedenen und setzte mich an einen Tisch. Großer Fehler! Das Essen war so scharf das ich außer ein brennen im Mund gar nichts schmecken konnte und meine Lippen jetzt (6 Stunden später) immer noch brennen. Ich bekam sogar Schluckauf davon, was mir vorher noch nie passiert war.

Mit inneren Verbrennung und immer noch hungrig machte ich mich dann auf die Suche nach einem leeren Karton und Klebeband, packte alle meine überflüssigen Sachen darin ein und gab wenig später ein 6kg schweres Paket bei der Post auf. Es war erst kurz nach 16 Uhr, ich war noch sehr motiviert und kaufte mir sogleich ein Ticket für die Hop-On Hop-Off Sightseeing Tour, welches 24 Stunden gültig war. Wenig später begann ich meine Tour und lernte im Bus eine nette Dame aus Holland kennen. Wir beide hatten ein Bild der Kuala Lumpur Skyline mit den Petronas Twin Towers und dem KL Tower, sowie einem See im Vordergrund gesehen und wollten an diese Stelle fahren um auch ein solches Bild zu machen.

KL

Wir entschlossen uns beim Titiwangsa Lake auszusteigen und unser Glück zu versuchen. Nach ein wenig hin und herlaufen bekamen wir schließlich unseren gewünschten Schnappschuss und setzten uns zum Sonnenuntergang in eines der Restaurants. Diesmal hatte ich mehr Glück und konnte ohne Schmerzen den Teller leermachen. Es war sehr gemütlich dort und vor lauter essen und quatschen hatten wir total die Zeit vergessen. Als wir dann zur Busstation zurückliefen, fuhr uns der letzte Sightseeing Bus direkt vor der Nase davon. Es begann erneut die Suche nach einer Bahnstation. Ich hatte mich aber bereits mit Straßen- und Schienenkarten eingedeckt und wir konnten problemlos zur nächsten Station navigieren.

KL-nacht

Da sie in einem anderen Teil der Stadt wohnte, gingen wir von da an wieder getrennte Wege. Ich wusste diesmal sogar wohin ich fahren musste und kam gegen 21 Uhr wieder im Fernloft Hostel an. Nun bin ich total verschwitzt, hundemüde und werde mich nach einer kalten Dusche ins Bettchen legen…morgen geht’s erneut auf große Sightseeing Tour!

 

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1 Antwort

  1. und pinkelte glücklicherweise nicht in den Gebetsraum … Mit inneren Verbrennung und immer noch hungrig … *pruahaha*

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