Neues von der Baustelle: Schlamm und Geröll

Im August 2017 haben wir den ersten Teil unserer unbefestigten Straße gebaut, und seitdem immer mal wieder ein bisschen überlegt, wo und wie wir sie fortführen werden. Im Idealfall baut man eine solche Straße in der Übergangszeit zwischen Trocken- und Regenzeit, wo die Erde weder zu trocken noch zu feucht ist. Also eigentlich schon vor ein paar Wochen.

Aus diesem Grund haben wir schon seit April nach Arbeitern gesucht, die gewillt waren, mit ihren Macheten rund 30.000 Quadratmeter unebenes und felsiges Gelände von Gras und Unkraut zu befreien. Wenn die Vegetation nämlich hüfthoch das Land bedeckt, tut man sich recht schwer beim planen einer Straße. Nach einigen Wochen hin- und her, fanden dann tatsächlich die ersten Arbeiter den Weg zur Finca, und begannen damit, die Sicht freizumachen.

Durch die schiere Maße des Grünzeugs, bedeckte es aber auch abgeschnitten teilweise kniehoch den Boden. Als es dann nach einigen Tagen trocken und verwelkt war, konnte ich nicht widerstehen und holte den Bunsenbrenner aus dem Lagerhaus. Das Ergebnis war ein Flächenbrand, der die Finca für einige Stunden in Rauch hüllte. Und danach war die Sicht wirklich frei. Und anstatt irgendwo quer durchzufahren und Hügel abzutragen oder gar Bäume zu fällen, wollen wir wie bisher den natürlichen Weg wählen und uns von der Topografie leiten lassen.

Neben den beiden unteren Grundstücken die bereits verkauft sind (Lot B und C), sollen natürlich auch die Bauplätze von Svens und meinem Haus angebunden werden. Nebenbei planen wir auch das ein oder andere Gästehaus, wo eine entsprechende Zufahrt gebraucht wird. Außerdem ist ein allgemeiner Parkplatz geplant und ein Lagerplatz für Schüttgut, welches wir zum Bau der Häuser benötigen werden.

Alles in allem lohnt es sich dafür ganz gewiss, schweres Gerät anliefern zu lassen. Durch einen neuen Kontakt in Santa Fe, sparen wir uns nun über $1.000 Transportkosten, während die Arbeitsstunden der Maschinen zum sonst üblichen Preis abgerechnet werden. Guter Deal. Nachdem ich eine Anzahlung überwiesen hatte, war es Mitte Juli schließlich soweit, und der Bagger wurde angeliefert.

Der Anfang war alles andere als einfach, denn die Verlängerung der Straße, die bisher nur bis zum Lagerhaus reicht, führt als erstes direkt über einen großen Berg aus Felsen und Geröll. Es ist unsere sogenannte Baumreihe, welche ungefähr das obere Drittel der Finca topologisch abtrennt. So wundert es nicht, dass der kleine Bagger beinahe zwei Tage damit beschäftigt war, sich Meter für Meter voranzukämpfen.

Mit der kleinen Schaufel wurde der Boden vorgelockert, Stein für Stein ausgegraben, gelöst und schließlich mit der großen Schaufel weggekarrt. An den Seiten türmen sich nun schon Geröllberge auf, und dort wo später einmal die Straße sein soll, ist nur ein schlammiges Loch zu sehen. Und ein einzelner riesiger Felsen, der sich nicht ohne weiteres aus dem Boden lösen ließ. Für so einen Fall hatten wir überlegt, einen Presslufthammer oder gar gleich einen hydraulischen Hammeraufsatz für den Bagger zu mieten.

Doch anstatt jetzt wegen eines Steines die teure Maschine zu holen, entschlossen wir uns erstmal weiterzumachen, um zu sehen, was noch so alles auf uns zukommt. Als dieses eine Hindernis erst mal umfahren war, ging es rasend schnell hinunter den Hügel und herum um die Kurve, wo wir einen kleinen Parkplatz geplant haben. Von dort aus führt ein rund 30 Meter langer Zugang, zu den unteren beiden Grundstücken.

Die grobe Form haben wir schon in den Berg gegraben, und mit dem Bulldozer wird es dann nächste Woche weitergehen. Bevor wir nun das letzte Teilstück in die andere Richtung, dort wo Sven und ich die Häuser bauen wollen, vorbereiten, versuchte sich der Baggerfahrer nochmal am großen Felsen, den wir zu Beginn umfahren hatten. Gut sah es nicht aus, denn egal wie tief er die Schlammpfütze drum herum noch schaufelte, das massive Teil bewegte sich keinen Millimeter.

Als wir schon fast die Hoffnung aufgegeben hatten und mit einem Fuß im Auto Richtung Santiago waren, spaltete sich der Fels ganz unverhofft in zwei nicht gerade handliche, aber durchaus bewegbare Teile. Wenige Minuten später waren die Teile schließlich vergraben und für immer aus unserem Weg. Doch der Preis war hoch, denn zimperlich gehen sie hier nicht gerade um mit den Maschinen. Der Bagger, natürlich nicht panamesenfest, hat nun einen Platten.

Da es sowieso Samstagmittag war, beließen wir es dabei und hofften darauf, dass der Reifen bis Montagmorgen repariert werden kann. Sven und Rica waren während der Woche übrigens damit beschäftigt, rund 8 Tonnen Sand vom Fluss anzukarren, den wir für die Bodenplatte unter dem Schleppdach beim Lagerhaus brauchen werden.

Dies hatte ich vergessen anzukündigen, doch unter dem schönen Dach werden wir selbstverständlich auch eine Betonplatte gießen. Während die beiden mit dem Hänger unterwegs waren, passte ich auf den Baggerfahrer auf und beantwortete aufkommende Fragen. Die tote Zeit nutzte ich, um aus Holzresten einige Kisten und Regale anzufertigen, welche die Ordnung im Lagerhaus noch optimieren sollen.

Das Programm für nächste Woche ist voll, wir freuen uns darauf. Bis zum nächsten Beitrag!

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