La Buena Vida en Santa Fe: Von Dürre und Regen in 2019

Es ist Ende Mai in Santa Fe und das Klima hat nun endgültig umgeschlagen. Wie ich erst kürzlich gelesen habe, waren die ersten fünf Monate des Jahres 2019, die trockensten seit es den Panama Kanal gibt. Für den Kanal ist das deshalb relevant, weil die Schleusen mit Süßwasser gespeist werden und für jedes passierende Schiff, eine ganze Menge davon gebraucht wird. Als Konsequenz wurde das Maximalgewicht der Schiffe und dadurch das benötigte Wasser, heruntergesetzt.

Auch in Santa Fe bzw. auf der Finca, waren es sehr trockene Monate. Wir leben allerdings noch viel zu wenig lange hier, um beurteilen zu können, wie normal oder abnormal diese Saison wirklich war. Für uns war es eine tolle Zeit, denn der immer blaue Himmel gepaart mit starken Winden, war perfekt um den ganzen Tag zu arbeiten. Eigentlich so gut wie alles was wir uns vorgenommen hatten, konnten wir noch vor dem Einsetzen der Regenfälle fertigstellen.

Auf meinem Felsen am Fluss

Und die wenige Zeit die wir nicht mit arbeiten verbracht haben, ließen wir es uns gut gehen an unserem schönen Fluss, der von der Trockenzeit nicht allzu sehr betroffen schien. Das saubere und klare Wasser war immer eine tolle Erfrischung, einziges Hindernis vielleicht die limitierte Zeit, in der die Sonne das Flusstal erreichte.

Aufgrund der großen Bäume und der Tatsache, dass der Fluss eben in einem Tal fließt, kann man sich dort nämlich nur zwischen 11 und 17 Uhr die Sonne auf den Hintern scheinen lassen. Für mehrere Wochen war der Fluss sogar mein Badezimmer, wo ich abends nach getaner Arbeit mit einem Stück Seife schwimmen ging und mich danach von den letzten zarten Sonnenstrahlen trocknen ließ.

Auch Louis, der schon immer eine Wasserratte war, hat sich über die letzten Monate ziemlich gesteigert. Die 20 Meter ans andere Ufer schwimmt er schon länger ein Dutzend Mal am Tag, doch mittlerweile gehören auch Arschbomben, Köpfler und schnorcheln ins Repertoire. Überall dabei und oft als erster im Wasser, ist allerdings unser lieber Bobby, der auch gerne mal nach Steinen taucht oder am anderen Flussufer Geier jagt.

Ja, und dann war da noch unser Indianer Feuer. Letztes Jahr beim Bau der Straße, mussten leider auch einige kleine Bäumchen aus dem Weg, die in der Zwischenzeit ausreichend getrocknet sind. Eines schönen Tages zerkleinerte ich sie dann mit dem Fuchsschwanz und wir stapelten einen riesengroßen Holzhaufen, den wir eigentlich zum Vollmond im April anzünden wollten.

Da dieser Tag aber auch Karfreitag war, entschieden wir uns dazu, unser Event um einen Tag zu verschieben. Die Panamesen sind sehr religiös und es schien irgendwie unpassend, am Tag an dem der Kreuzigung Jesus gedacht wird, ein Freudenfeuer zu veranstalten. Doch am Samstag war es dann soweit.

Louis und Simon als Indianer

Der Himmel war klar und der Mond strahlte noch fast genauso stark, wie an Vollmond. Nach dem Abendessen gaben wir uns erstmal alle Mühe, uns mit Grillkohle und Kreiden zu schminken, um fast wie echte Indianer auszusehen. Schließlich ging es runter zum Holzhaufen, den wir auf Svens Bauplatz vorbereitet hatten. Ein paar per Bluetooth Lautsprecher eingespielte Indianer Trommeln durften nicht fehlen, bevor wir schließlich das Riesenfeuer anzündeten.

Passend dazu trommelten wir auf unseren eigenen kleinen Trommeln, die Lisa tags zuvor im Sonderangebot ergattert hatte. Das Feuer war gigantisch, brannte mehr als zwei Stunden und zum krönenden Abschluss wagten wir es, nachts und im Dunkeln in den Fluss zu hüpfen. Die letzten Reste des Feuers halfen beim Aufwärmen, bevor wir schließlich ziemlich erschöpft ins Bett fielen.

Unser Indianer Feuer

Die nächsten Feste, wenn auch nicht ganz so verrückt, gab es nur wenige Tage später zu meinem bzw. Lisas Geburtstag. Während mein Geburtstag Ende April in Österreich immer eine gute Orientierung für den Beginn der schönen Jahreshälfte war, ist es hier in Panama genau umgekehrt. Bis spätestens Mitte Mai beginnt hier nämlich üblicherweise die Regenzeit und das Klima schwenkt kräftig um.

Während wir in der Trockenzeit unser Wetter eher vom Norden, also aus der Karibik bekommen, dreht sich das in der Regenzeit um und bringt uns Wassermassen vom Pazifik. In der Übergangszeit, in der die beiden Klimazonen sozusagen gegeneinander kämpfen, war es oft unerträglich heiß und feucht. Es war am 9. Mai, als sich zum ersten Mal seit langer Zeit, mächtige schwarze Wolken über dem Lagerhaus zusammenbrauten.

Schwarze Wolken über dem Lagerhaus

Es war Zeit für Regen. Und der war bitternötig. Heute, keine zwei Wochen später, hat sich Santa Fe von leichten braun- und gelbtönen, zurück in das wunderschöne satte dunkelgrün gewandelt. Den Pflanzen tut der Regen sichtlich gut, doch auch Millionen von Insekten und Reptilien erwachen aus ihrem Dürreschlaf.

Beinahe jeden Tag gibt es zurzeit eine andere Insektenart zu bestaunen, die in gigantischen Mengen über die Finca kreucht und fleucht. Was für die vielen Frösche, Kröten und Geckos ein Festmahl ist, kann man für uns bestenfalls als lästig bezeichnen. Unsere offene Küche und der lediglich überdachte Essbereich, sind da eher ein bisschen unpraktisch.

Auch das hin- und herlaufen zwischen den Gebäuden, wo sich trotz der hübsch angelegten Wege noch jede Menge Schlamm befindet, ist bei Regen ein wenig unkomfortabel. Was für unsere späteren Hostelgäste für die Dauer von wenigen Tagen noch ein Abenteuer sein wird, ist eben nicht unbedingt als dauerhaftes zu Hause geeignet. Aber das sollte es ja auch nie sein.

Wenn alles so weiter geht wie geplant, werden wir ohnehin bald mit dem Bau des ersten Wohnhauses beginnen. Bis dahin wird uns die Arbeit nicht ausgehen, denn wir müssen noch zwei Badezimmer fertigstellen, die Terrasse und Bar am Küchengebäude, sowie weitere knapp 70m² Dach. Um im Hostel von Anfang an auch Einzelzimmer anbieten zu können, sowie auch um neue Bautechniken auszuprobieren, wollen wir außerdem ein drei mal vier Meter großes Hüttchen errichten.

Im Garten gibt es Arbeit ohne Ende und der einsetzende Regen hat uns leider auch einige Schwachstellen an der Infrastruktur offenbart. Dringend müssen wir zusätzliche Regenrinnen anlegen, Straßengräben hinzufügen und erweitern. Ihr seht schon, der nächste Beitrag kommt bestimmt. Bis dann!

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