Krabi to Phuket to Chiang Mai

01.11.2011

Am Vormittag musste ich mich schweren Herzens von meinem lieb gewonnenen Gästehaus verabschieden und in einen der Minivans steigen, der mich nach einigem umherkurven zu einem Passagierumschlagplatz brachte. Dort saßen mehr als 100 Leute in der prallen Sonne und warteten darauf, dass genügend Passagiere für das jeweilige Ziel vorhanden waren. Ich hatte Glück, denn auf Anhieb war unser Van zum Phuket Airport voll und im nu waren wir unterwegs.

Nach drei Stunden rennen fahren über die engen Landstraßen Südthailands kamen wir wohlbehalten am Ziel an und die meisten Passagiere stiegen direkt am Flughafen aus. Da mein Flug aber erst am nächsten Tag ging, wollte ich irgendwo in der Nähe des Flughafens in einem Gästehaus übernachten. Es war noch ein kanadisches Pärchen im Wagen die den gleichen Plan hatten und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum nicht weit entfernten Naiyang Beach, wo es günstige Unterkünfte geben sollte.

Nach einigem umhersuchen und fragen nahmen wir die günstigsten Zimmer die es weit und breit zu geben schien. Irgendwo in einer Seitenstraße hatte jemand notdürftig Zimmerchen zusammengeschustert und vermietete diese an preisbewusste Backpacker. In meinem „Raum“ bestanden die Wände aus mit einer dünnen Pressholzschicht verstärktem Papier, welche ich ohne Probleme mit einem einzelnen Finger verbiegen konnte. Fenster gab es keins aber das war mir sowieso egal, denn ich brauchte eigentlich nur einen Platz zum Schlafen.

Bevor es dunkel wurde hatte ich noch ein wenig Zeit um die Gegend ein wenig genauer anzusehen und musste feststellen, dass ich wieder einmal an einem furchtbaren Ort gelandet bin. Ich möchte gerne meine gestrige Aussage bezüglich dem schlimmsten Ort den ich bisher gesehen habe revidieren und stattdessen den Naiyang Beach dafür nominieren. Heruntergekommene Restaurants, baufällige Gebäude und circa 20 Massagebuden reiten sich hier aneinander. Man konnte keine zwei Meter laufen, ohne dass man gefragt wurde ob ich eine Massage wolle oder ein Taxi brauchen würde.

Ich hatte genug gesehen und legte mich für ein kleines Nickerchen in mein Zimmer, bis ich am Abend gemeinsam mit dem kanadischen Pärchen auf die Suche nach einem guten Abendessen ging. Von ständigen „Massage!!!“ und „Taxi???“ schreien begleitet, liefen wir einige hundert Meter der Straße entlang und setzten uns schließlich in ein Restaurant direkt am Strand. Der Kanadier hatte zum Mittag wohl etwas Falsches gegessen und sich den Magen verdorben, denn er rannte alle paar Minuten auf die Toilette und sah aus wie ein Zombie. Da in unserem „Gästehaus“ die Toilette verstopft war und keiner der Mitarbeiter in Sicht war, entschlossen sich die beiden um 10 Uhr abends in ein Hotel umzuziehen.

Ich half noch beim schleppen des Gepäcks, musste deshalb drei Mal entlang der Hauptstraße laufen und wieder unzählige „Massage!!!“ und „Taxi???“ schreie wegstecken. Ehrlich, man hätte es filmen sollen. Wir drei waren uns dabei auch einig, dass es sich hier im einen gottverlassenen, heruntergekommenen und einfach nur schrecklichen Ort handelte. Ich ließ den Kranken mit seiner Freundin schließlich im Hotel und lief ein letztes Mal entlang der Straße zurück zu meiner Unterkunft. In den zahlreichen abgefuckten Bars saßen eklige alte Männer umgeben von jungen Thailänderinnen und machten einen fürchterlichen Radau. Am liebsten hätte ich mir den Finger in den Hals gesteckt und diese Penner angekotzt, dafür war mir das Essen aber dann doch zu schade.

 

02.11.2011

Am Morgen traf ich mich mit der Kanadierin, die in Tränen aufgelöst ihren kranken Freund zurücklassen musste. Die beiden werden ab jetzt getrennte Wege gehen und sich erst in einem Monat wieder sehen. Wir stiegen schließlich in ein Taxi (endlich hatte sich das „Taxi???“ schreien ausbezahlt ha) und wurden zum wenige Kilometer entfernten Flughafen gefahren.

Dort sitze ich jetzt in einer gemütlichen kleinen Bar, schlürfe eine Cola und warte darauf, dass ich in meinen Flieger steigen kann, der mich ins knapp 1200km entfernte Chiang Mai bringen wird. Dort habe ich mir bereits eine tolle Unterkunft gebucht und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich meinen Aufenthalt dort wirklich genießen kann. Mehr dazu im nächsten Beitrag 🙂

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