Kangaroos, Giants and Dolphins

03.02.2011

Nach einem kurzen Aufenthalt im grauen und verregneten Albany sind wir an einen kostenlosen Campingplatz namens Cosy Corner gefahren. Der heißt nicht nur so, es war echt gemütlich dort. Auf dem Weg dahin haben wir wieder Kängurus gesehen, und diesmal war ich mit der Kamera schneller. Ein paar Sekunden später waren sie aber wieder davon gehoppelt.

Kangaroo, nähe Cosy Corner

Wieder einmal direkt am Meer gelegen, leider immer noch zu kalt zum Baden, haben wir schließlich unser Camp aufgebaut. Nach dem Essen lernten wir Darrel kennen. Echt coole Socke. Er hat uns ein paar Camping Tipps gegeben und allerhand anderer Sachen erzählt.

04.02.2011

Heute wollten wir wieder mal ein bisschen Action. Also haben wir am Morgen das Camp abgebaut, noch ein kurzes Schwätzchen mit Darrel gehalten und sind dann los Richtung Walpole gefahren.

Unser Ziel war der Valley of the Giants Tree Top Walk. Die Bäume waren wirklich riesig, und ein paar davon auch geschwollen oder halb ausgehöhlt. Ist schon ein merkwürdiges Gefühl wenn man in so einem ausgehöhlten Baum steht 🙂 Das laufen auf den Plattformen kannten wir ja schon vom Otway Tree Top Walk, doch der hier war noch mal ein ganzes Stück höher.

giant-tree

Anschließend begaben wir uns auf die abenteuerliche Suche nach dem gratis Campingplatz in Grimwade. Das erste Hindernis war, dass auf der Hauptstraße eine Baustelle war, und die Bauarbeiter sämtliche Straßenschilder entfernt hatten. Finde da mal eine bestimmte Straße. Aber kein Problem, mit meinem Freund aus dem Hause TomTom schafften wir das problemlos. Das nächste Problem war jetzt aber, dass wir mitten in einem gezüchteten europäischen Wald gelandet waren, der durchzogen mit kleinen Straßen war. Keine Schilder, garnix. Finde da mal den Campingplatz. Nachdem wir fünf Straßen abgefahren waren, haben wir schließlich die richtige gefunden, CeeJay direkt an dem von Darrel beschriebenem kleinen See geparkt, und die Fischstäbchen von gestern aufgewärmt.

 

Essen, Bunbury05.02.2011

Da es in Grimwade immer noch zu kalt für uns war, entschlossen wir uns noch ein Stück weiter nach Norden zu fahren, nämlich nach Bunbury. Dort angekommen haben wir erst mal am Meer gegessen und uns ein paar Prospekte von der Tourist Information geholt. Voller Entsetzen musste ich feststellen dass dort wieder die Rede von Delphinen war. Also damit haben wir doch wohl genug schlechte Erfahrung gesammelt oder? Alles jammern half nichts, denn Michele wollte da hin. Also was soll’s. Mit gemischten Gefühlen folgte ich wieder den Schildern mit der Aufschrift Dolphins, und ich konnte es kaum glauben, diesmal war da wirklich ein Gebäude mit der Aufschrift „Dolphin Discovery Centre“. Nachdem wir den stattlichen Eintrittspreis von 50 $ bezahlt hatten, kriegten wir zwei hübsche Eintrittskarten, ein Bootsticket und die Erlaubnis alle Einrichtungen des Centers zu benutzen. Wir hatten noch genügend Zeit bis das Boot abfuhr und haben noch eine Dose Ananas gegessen und uns geduscht.

Dann begann die Jagd nach Flipper. Nach der lustigen Einweisung des Kapitäns begaben wir uns auf die hohe See. Ein paar Minuten später schwammen auch schon die ersten Delphine rund ums Boot. Wir folgten einer Gruppe Männchen die durch die Luft sprangen und sich gegenseitig herum jagten. Der Kapitän stellte noch klar, dass die das nicht wegen uns machen, sondern das die sowieso den ganzen Tag damit verbringen herumzualbern oder Fische zu jagen.

Als es dann richtig turbulent wurde und überall rund ums Boot Delphine waren, gab der Akku meiner Kamera den Geist auf. Wie üblich sprang dieses China billig Ding von voll auf leer innerhalb von zehn Sekunden. Ich gebe euch einen Tipp: Kauft niemals die Akkus um 5 Euro im Ebay, auch wenn der Original-Akku 32 Euro kostet. Es rentiert sich nicht…übrigens: ich hab drei davon, doch im Auto haben die auch nichts genützt 🙂

Egal, ein paar gute Bilder konnte ich machen. Nach einer knappen Stunde ging es wieder zurück an Land und wir machten uns auf die Suche nach der nächsten kostenlosen Übernachtungsmöglichkeit. Erstes Ziel war eine Rest Area direkt am Freeway, welche aber wirklich nur ein Betonstreifen und sonst gar nichts war. Also sind wir noch 25km weiter zu einer anderen gefahren. Dort war viel mehr Platz, rote Erde am Boden und ein Tisch und zwei Bänke waren auch schon da. Perfekt. Es gab Putenfleisch mit Rösti und Salat zum Abendessen. Lecker. Hab ich schon erwähnt dass ich ohne Michele längst verhungert wäre?

camping3

 

06.02.2011

Als wir aufwachten und es wieder zu kalt war um draußen zu sitzen, entschlossen wir umgehend wieder zurück ans Meer zu fahren. In der schönen Stadt Mandurah verbrachten wir den Tag, spazierten am Meer entlang, lauschten grässlicher Live-Musik und umarmten ein paar Free-Hugs Kids.

Gegen Abend haben wir noch ein kleines Eis im McDonalds und anschließend noch ein Eis im Hungry Jacks (Burger King) gegessen. Dann ging es wieder auf die Straße. Auf dem Weg zu bzw. während der Suche nach dem nächsten Campingplatz kam es zu einem kleinen Kommunikationsproblem, welches zu gegenseitigem anschweigen und total planlosem umherfahren führte. Der gratis Campingplatz war längst vorbei, wir waren nur noch ein paar Kilometer von Fremantle bzw. Perth entfernt, und die einzige Option war nun ein kostenpflichtiger Caravanpark. Nachdem ich bei acht ausgebuchten Plätzen angerufen hatte, konnte Michele fünf Minuten vor dem Ende der Bürozeiten jemanden beim Woodman Point Holiday Park erreichen.

Da sind wir schließlich hingefahren, haben unseren Schlüssel aus dem Safe gefischt, und unseren zugewiesenen Platz direkt neben dem Kinderspielplatz bezogen. Wir staunten nicht schlecht als wir die Küche mit echten Herdplatten und fließend Wasser sahen. Die Toiletten waren blitzblank, eindeutig 10 Sterne, eine Wäscherei und einen Swimmingpool gab es auch und zu allem Überfluss war der Strand auch nicht weit entfernt. Grund genug für uns, den Entschluss zu fassen hier weitere drei Tage zu bleiben. Endlich mal Urlaub, endlich mal mehr als ein paar Stunden an einem Ort bleiben, endlich mal entspannen.

 

07.02.2011

Und da war sie nun, die Entspannung. Es standen allerhand lästiger Arbeiten an, so wie zum Beispiel Wäsche waschen oder das Auto aufräumen. Gesagt, getan. Nur hatten wir da was vergessen. Die Wäscheklammern. Wir hatten nun einen Berg nasser Wäsche, jede Menge Platz zum Aufhängen, aber keine Wäscheklammern. Glücklicherweise konnten wir von einer netten Frau eine Hand voll Wäscheklammern abbetteln. Doch verratet mir mal wie man drei Maschinen voller Wäsche mit 8 Wäscheklammern aufhängen soll? Gar nicht.

kreative-waesche

Ich entwickelte einen gerissenen Plan um doch noch der Wäsche Herr zu werden. Wenn man die Wäsche nicht am Seil festmachen kann, muss das Seil halt durch die Wäsche durch, sodass sie nicht beim nächsten Windstoß davon fliegen kann. Sieht ganz witzig aus, funktioniert aber problemlos.

Mittlerweile ist die Wäsche trocken, ich habe die fehlenden Tage im Tagebuch ergänzt und werde gleich mit Michele in den Pool hüpfen. Später wollen wir noch Einkaufen fahren und kurz zu McDonalds um den Eintrag und die Fotos hochzuladen.

Außerdem steht mein Plan für die nächsten Wochen. Bis zum 20. Februar will ich einen Tauchkurs gemacht haben, auf Rottnest Island gewesen sein, das Perth Aquarium besucht haben und einen Reisepartner für den Rückweg nach Sydney gefunden haben.

Rund um den 26. Februar möchte ich in Sydney ankommen, zwei oder drei Tage dort verbringen, mein Auto dort abstellen, und zurück nach Melbourne, wo am 4. März mein Flug nach Wellington geht. Natürlich werde ich auch noch bei den Hippies vorbeischauen 🙂

An die Rückreise durch die Wüste möchte ich jetzt noch gar nicht denken, denn sonst besteht die Gefahr dass ich mich in der Suppe ertränke. Bis Bald meine Freunde, ich werde die nächsten Tage mal im Internet Cafe vorbeischauen und mich bei euch melden…

 

 

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10 Antworten

  1. Peter Hinterauer sagt:

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann wirst Du am 20.02 noch in Perth sein, willst aber am 26.02 bereits in Sydney sein. Ausserdem scheinst Du den selben Rückweg zu nehmen.
    Ist das erstere nicht sehr anstrengend und das zweitere nicht ziemlich langweilig ?

    Liebe Grüße aus Dornbirn

    • Simon sagt:

      Ja und Nein. In 6 Tagen 4.000km erscheint mir als durchaus möglich, wenn man sich beim fahren abwechselt sollte das kein Problem sein.
      Den gleichen Weg zurück nehmen werde ich in dem Sinne nicht, denn wir sind ja eine ganze Menge Umwege gefahren, sodass wir auf dem Hinweg beinahe 6.000km gefahren sind. Die andere Option wäre über Broom-Darwin-Alice Springs zu fahren. Das ist aber noch viiiiieeeel weiter, der Sprit dort ist noch viiiieel teurer, und ich hab vvviiiieel zu wenig Zeit für das. Leider.

      • Peter Hinterauer sagt:

        Hallo Simon,

        was heisst hier zu wenig Zeit ?
        Ich zitiere: „..von einigen Wochen bis zu einem Jahr ist alles denkbar..“ (Nachzulesen unter „Über meine Reise“)

        Und Flüge kann man umbuchen 😉

        Alles Gute für Deine weitere Reise.

        • Simon sagt:

          Stimmt, Flüge kann man umbuchen. Aber ich hab nun mal nur ein normales Touristenvisa das 3 Monate gilt. Länger am Stück kann ich gar nicht im Land bleiben 🙁

          • ja, wie die Zeit vergeht … wollte nämlich auch grad den Umweg über AliceSprings vorschlagen, wobei die Strecke von Perth dorthin sei die mieseste … warst du schon tauchen ?!?! Westküste sei einer der besten Plätze WELTWEIT ! Also geh zumindest mal schnorcheln …

          • Simon sagt:

            Jojo am Dienstag fängt mein Tauchkurs an. Da sind 4 Tauchgänge inklusive. 2 Shore und 2 Offshore. Bin sehr gespannt, aber momentan häng ich noch in der Theorie. Das Buch hat es teilweise ganz schön in sich. Vor allem wollte ich mir ja eigentlich Perth anschauen usw. und nicht rumhängen und lernen 🙁

  2. robert sagt:

    Dein Blog liest wirklich erfrischend, ich musste einige male schmunzeln ^^,

    Ich wusste aber nicht das man die Wäsche durch das Seil aufhängen kann… trocknets dann schneller? 😀

  3. Auf dem Weg zu bzw. während der Suche nach dem nächsten Campingplatz kam es zu einem kleinen Kommunikationsproblem, welches zu gegenseitigem anschweigen und total planlosem umherfahren führte.

    *pruahahaha*

    Und jetzt fährst du ohne Michele nach Sydney ?! Du bischt mir aber einer Einer …

    • Simon sagt:

      Nein, das Kommunikationsproblem war eine Stunde später wieder vergessen 🙂

      Es war nie geplant das Michele mit mir zurück fährt. Ihre Mama kommt am 10. in Perth an und dann fliegen die beiden nach Post Augusta und machen eine Tour nach Alice Springs.

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