Eco Tour im Tra Nhieu Village

14.03.2014

Es fiel mir recht schwer aus dem Bett zu kommen, war es doch schon etwas länger her dass ich das letzte Mal ordentlich ausschlafen konnte. Pünktlich um 8 Uhr früh wartete aber bereits meine persönliche Tour Führerin samt Fahrrad vor dem Hotel auf mich. Wie sich herausstellte war ich der einzige Teilnehmer der Eco Tour, was mich natürlich freute. Wie eine Schafherde durch die Gegend getrieben zu werden – sowas brauche ich nicht. Die Tour Auswahl war ja auch riesig und wie es aussieht hatte ich wieder mal ein gutes Händchen.

Es ging mit dem Fahrrad durch die Stadt runter zum Hafen, wo wir mit einer Art Fähre auf die andere Seite des Thu Bon Flusses übersetzen. Nach rund 10 Minuten waren wir schon wie in einer anderen Welt. Kein einziger Tourist in Sicht, keine Hotels, kein Lärm, kein Verkehrschaos. Wir waren im kleinen Dorf Tra Nhieu angekommen. Erste Station war ein Bootsbauer direkt am Fluss, wo ich die Männer bei der Arbeit beobachten konnte. Meine Führerin agierte als Übersetzerin und erzählte einige Details zu der Arbeit der Männer.

Bootsbauer im Tra Nhieu Village

Dann wieder rauf aufs Fahrrad, weiter zu einer Holzschnitzer Familie, die hier seit 15 Generationen wunderschöne Schnitzereien herstellt. Ich nutzte die Gelegenheit und kaufte mir ein paar hübsche Essstäbchen. Es war so ziemlich das kleinste was es dort gab. Während die normalen Skulpturen zwischen einer Woche und einem Monat in Anspruch nehmen, kann die Vollendung eines großen Kunstwerks schon mal ein Jahr dauern. Unvorstellbar für unsere Verhältnisse. Was so ein Teil wohl kostet wenn es fertig ist?

Weiter ging es über schattige Feldwege, vorbei an schier unendlichen Reis- und Gemüsefeldern, bis wir den nächsten Stopp bei einem Bambusflechter machten. Der alte Mann flechtet hier kleine Boote aus Bambus, die zum fischen im Fluss verwendet werden. Nach einer kurzen Einschulung versuchte ich mich beim flechten, was mir überraschend gut gelang. Das alte Männchen hätte mich wohl am liebsten behalten, denn bis jetzt hat er keinen Nachfolger für sein Geschäft gefunden.

Bambusflechten im Tra Nhieu Village

Auf dem Weg zur benachbarten Reisweinfabrik kamen wir an einer Schule vorbei, wo die Kinder sichtlich begeistert waren, einen Ausländer zu sehen. Das ist immer ein gutes Zeichen, denn ich war ohne Zweifel mitten unter den Einheimischen und ganz weit weg von Reisebussen voller Touristenhorden. Bei der Destille angekommen gab es wieder ein paar Gläschen Reiswein zum probieren, und neben dem normalen Reiswein gab es dort auch diverse Spezialmischungen in Gläsern gefüllt mit Erdbeeren, Kräutern, Bienenwaben oder Schlangen. Vom Erdbeerwein nahm ich mir eine Flasche mit. Wenn sie es bis nach Hause überlebt lade ich gerne zu einer Kostprobe ein 🙂

Ich muss sagen das Timing war nicht grade gut, denn ein wenig beschwipst ging es zur nächsten Station am Rand des Kokos-Sumpfs, wo ich in einem Thung Chai Basket Boot versuchte, voranzukommen. Obwohl man mir mehrmals gezeigt hat wie das funktionieren könnte, hatte ich nicht annähernd eine Chance mit dem Ding irgendwie sinnvoll voranzukommen. Wenn der gute Mann mich nicht wieder rausgezogen hätte, würde ich wohl jetzt noch hilflos durch die Gegend treiben.

Thung Chai Basket Boat

Mit dem Fahrrad, das ich übrigens deutlich besser im Griff hatte, machten wir uns auf den Weg zu einer Hütte, wo einige Frauen mit dem Weben von bunten Matten beschäftigt waren. Diese dienen in Vietnam als Schlafunterlage anstellte von Matratzen und werden aus Gräsern geflochten. In atemberaubender Geschwindigkeit fädelten die Damen unterschiedlich gefärbte und getrocknete Grashalme ineinander und kreierten so die tollen bunten Muster. Auch ich versuchte mich mit dem Weben, würde aber wohl verhungern wenn ich versuchen würde davon zu leben. Die Damen fertigen zu zweit ungefähr drei der riesigen Matten pro Tag.

Zu guter Letzt setzen wir uns noch in ein kleines Fischerboot und versuchten mit traditionellen vietnamesischen Techniken unser Mittagessen zu fangen. Nachdem die Netze aber zweimal leer blieben, und außer ein paar Fischchen im Zentimeterbereich nichts zu tage förderten, gaben wir uns geschlagen. Es war sowieso die falsche Tageszeit zum fischen. Viel zu heiß! Schließlich besuchten wir eine kleine Familie in ihrer Hütte mitten zwischen Gemüsefeldern und Kokossümpfen, die lecker Crispy Pancakes für uns zubereiteten.

Die kleinen Pfannkuchen füllten wir mit Shrimps, Erdnüssen, Salat und anderem Grünzeug und wickelten sie anschließend in Reispapier. Sehr lecker kann ich nur sagen, wenn nicht sogar das beste Essen das ich hier bisher hatte. Vielleicht war aber auch die idyllische Umgebung schuld an dem guten Geschmack? Man weiss es nicht 🙂

Zurück in die Stadt ging es auf einem Boot, wo ich mich dann von meiner netten Führerin verabschiedete und Richtung Hotel marschierte. Das Wetter war ziemlich bewölkt und windig. Da es eh schon später Nachmittag war nutzte ich die Zeit zum Bloggen und Fotos sortieren. Die nächsten zwei Tage werde ich wieder mit Stray auf Achse sein!

 

 

 

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1 Antwort

  1. Schöner Trip, das hätte mir auch gefallen !

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