Die lange Reise nach Afrika

28.07.2013

Bei über 35°C Hitze wurde ich am Sonntag pünktlich am Flughafen in München abgeladen und konnte meine Reise – oder besser gesagt den Flugmarathon – antreten. Wie immer war ich viele Stunden zu früh am Flughafen um mir einen tollen Platz zu sichern. Wie sich herausstellte setzt die Lufthansa dort Check-In Computer ein und man muss dann nur das Gepäck einem Menschen in die Hand drücken. Nach ein bisschen hin und her konnte mir dieser Mensch dann auch tatsächlich für alle drei Flüge den gewünschten Platz in der Notausgangreihe zuteilen, was der Computer zuvor verweigerte. Mir wurde noch groß und breit erklärt das ich beim ersten Mal umsteigen in Frankfurt nur eine Stunde Zeit hätte und da und dort hinrennen und ganz schnell machen sollte.

Glücklich und zufrieden wartete ich dann brav am Terminal bis das Boarding begann. Als wir allesamt in der Maschine saßen kam die Ansage vom Pilot „Ja, alle sind hier, auch das Gepäck ist eingeladen aber es kommt ein Gewitter und der Flugraum über München ist für mindestens eine Stunde gesperrt.“ Na toll. Es donnerte und blitzte und regnete wie aus Kübeln. Als es dann aufhörte mussten wir auch noch zuerst die ganzen Flugzeuge landen lassen, die bis dahin Warteschleifen in der Luft gedreht hatten. Irgendwann ging es dann tatsächlich los und wir waren ziemlich genau mit einer Stunde Verspätung in Frankfurt. Wohlgemerkt sollte mein Anschlussflug sich zu dieser Zeit bereits in der Luft befinden.

Trotzdem rannte ich wie ein Kranker quer über das Flughafengelände und kam an einem menschenleeren Terminal an, wo noch zwei Flughafenmitarbeiter mit Papierkram beschäftigt waren. Da es auch hier Verspätungen gegeben hatte, war mein Flieger immer noch da und die Türen waren sogar noch offen, aber es gab ein entscheidendes Problem: ich war zwar hierher gerannt, mein Gepäck ist aber ein bisschen langsamer und würde es wohl nicht mehr schaffen wurde mir gesagt. Also entweder eine Nacht im Terminal in Frankfurt mit ungewissem  Ausgang oder eine Nacht ohne Gepäck in Afrika.

 

29.07.2013

Blöde Frage. 18 Stunden später füllte ich ein paar „Lost Baggage“ Formulare im Flughafen in Mombasa aus und stieg ohne Gepäck ins Taxi von Ruben, der geschickt wurde um mich abzuholen. Man würde mich dann anrufen und mir Bescheid geben sobald meine Sachen hier wären. Ok.

Der erste Eindruck von Kenia war umwerfend. Mit Ruben im Taxi das natürlich die obligatorischen Risse in der Windschutzscheibe und den kaputten Gurt hatte, fühlte ich mich wie damals in Fidschi. Wir kämpften uns durch den chaotischen Verkehr auf der Insel, hinauf aufs Festland und Richtung Norden der Küste entlang. Ruben, der taxifahren als Hobby betreibt und eigentlich an der Universität unterrichtet, erzählte mir jede Menge interessante Dinge über Land und Leute.

Rund 60km später waren wir im Ort Kilifi angekommen, wo sich am Ende einer kurvigen unbefestigten Straße meine Unterkunft befand. Dort wurde ich schon erwartet und bekam so gleich eine Führung durch mein zukünftiges zu Hause. Der Ort ist toll, die Leute sind nett und es gibt jede Menge zu berichten. Aber nicht mehr heute, denn jetzt werde ich erst mal mein erstes kenianisches Dinner verspeisen und mich danach wie ein Stein ins Bett fallen lassen. Bis bald!

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1 Antwort

  1. Mike sagt:

    Good night ! 🙂

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