COVID-19 in Panama: Ist der Spuk vorbei?

Mittlerweile befindet sich Panama fast ein halbes Jahr lang im Ausnahmezustand. Ein Großteil der Wirtschaft ist immer noch paralysiert, die Menschen in der Großstadt dürfen nach wie vor nur zu streng geregelten Zeiten aus dem Haus. Bei uns am Land war und ist das sowieso komplett anders, doch die meisten Menschen in Panama sind weiterhin von strengen Anti-„Pandemie“-Maßnahmen betroffen.

Im letzten COVID-19 Beitrag habe ich den „Weg zur neuen Normalität“ der Regierung vorgestellt. Er basiert auf sechs Blöcken, in denen jeweils bestimmte Wirtschaftssektoren enthalten sind. Basierend auf dieser Einteilung sollte eigentlich die schrittweise Wiedereröffnung der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens erfolgen. Angesichts einer stark steigenden Zahl von positiven Testergebnissen, wurde dieses Konzept allerdings verworfen.

Ich spreche hier absichtlich von einer „steigenden Zahl positiver Testergebnisse“. Es sind nicht etwa infizierte, kranke oder gar tote Menschen. Nein. Überraschend kommt das übrigens rein gar nicht, hat man die Anzahl der nichtssagenden PCR-Tests in den letzten Monaten doch von anfangs 1.500 täglich auf bis zu 7.000 erhöht. Der Anstieg positiver Testergebnisse erklärt sich also rein damit.

Die Pandemie der Untersterblichkeit

In einer Randmeldung des panamaischen Tribunal Electoral (TE), tauchten einige etwas unpassende Zahlen auf. Das TE ist eine Behörde in Panama, die unter anderem Personalausweise ausstellt. Dort ist jeder Bürger des Landes, jeder Todesfall und jede Geburt verzeichnet. Und laut deren Statistik gab es zwischen März und Juni 2019 doch tatsächlich 2.110 mehr Todesfälle als im Jahr 2020.

Anders herum ausgedrückt: Im Jahr der tödlichen Pandemie, die es rechtfertigt sämtlichen Menschen ihre Rechte und ihren Bewegungsfreiraum zu nehmen, sind bisher 2.110 weniger Menschen gestorben, als im Vorjahreszeitraum. Eine „Pandemie“ also, in der weniger Menschen sterben, als zu normalen Zeiten. Interessiert hat das sowieso niemanden, erst recht nicht von den Verantwortlichen in der Regierung. Klare Sache, all das haben wir sowieso nur dem Lockdown zu verdanken.

Okay. Ich glaube ich habe bereits deutlich klargemacht was ich davon halte. Vielen Dank auch an Carsten von Panamafantastico, der mich überhaupt erst auf diese Fakten aufmerksam gemacht hat. Wie er in seinem Beitrag beschreibt, bildete sich dann anstatt der geplanten „Blocköffnungen“ ein regelrechter Flickenteppich aus nationalen, regionalen und lokalen Regelungen.

Nach etlichen Monaten geschlossener Frisöre und Beauty-Salons, begannen aber wohl die First Ladies aufzumucken. Anfang August verkündete der gerade eben ausgewechselte Gesundheitsminister deren Wiedereröffnung. So dürfen wir uns seit dem 17. August wieder offiziell die Haare schneiden lassen.

Da in der Großstadt aber weiterhin die Geschlechtertrennung und 2-Stunden Regelung aktiv war, führte das zu spektakulären Szenen. Der Präsident musste sich schließlich öffentlich von seiner Frau erklären lassen, dass zwei Stunden unter keinen Umständen genug sind, für einen ordentlichen Besuch im Beauty-Salon. Basta! Und wie man das so kennt von Frauen, ganz speziell von Latinas, geschah das auch mit einem gewissen Nachdruck.

Kein Wunder also, dass nur wenige Tage später eine Pressemeldung mit einem detaillierten neuen Plan zur Wiedereröffnung des Landes, veröffentlicht wurde. Ab kommenden Montag gibt es keine Einschränkungen mehr in der Bewegungsfreiheit, Männchen und Weibchen dürfen an jedem Tag den ganzen Tag das Haus verlassen.

Was vorerst bleibt ist eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 23 und 5 Uhr. Bis Ende September wird der komplette nicht-essenzielle Handel wieder öffnen dürfen. Auch Sport ist dann wieder erlaubt, natürlich vorerst ohne Publikum. Alles nur zu unserer Sicherheit. Auch Strände und Nationalparks sperren dann wieder ihre Tore auf. Doch die beste Nachricht und das wichtigste Datum für uns und viele Panama Interessierte ist definitiv der 12. Oktober.

Flüge nach Panama ab dem 12. Oktober

An diesem Tag wird der internationale Flugverkehr wieder geöffnet. Touristen dürfen wieder einreisen. Und damit auch ein ganzer Haufen Leute, auf die wir seit geraumer Zeit schon ganz sehnsüchtig warten. Ohne Hotels, Restaurants und entsprechende Transportmöglichkeiten funktioniert das natürlich nicht.

Demnach sind ab dem 12. Oktober auch alle diese Wirtschaftsbereiche wiedereröffnet. Die Ausgangssperre wird aufgehoben, ja sogar die Lotterie nimmt wieder ihren Betrieb auf. Man könnte fast sagen die „neue Normalität“ hat uns dann erreicht. Natürlich sind das bisher alles nur Spekulationen, denn ob und wann es wirklich so kommen wird, ist alles andere als klar.

Sollte Panama dann tatsächlich seine Türen öffnen, ist die interessantere Frage, ob die Menschen auf der anderen Seite des Teiches dann überhaupt noch ihr Land verlassen dürfen. Die lange herbeigeredete zweite Welle in Europa baut sich soeben auf. Doch die etwas älteren Jahrgänge, besonders aus dem Osten, sind da erfahren.

Blick nach Europa

Im Notfall macht man es halt wie zu Großmutters Zeiten und flieht mit dem Heißluftballon über die grüne Grenze in die Freiheit. Meine provokante Frage am Ende des letzten Corona Beitrages habe ich natürlich absichtlich so formuliert. Ist man jetzt auch ein Nazi, wenn man nicht an Corona glaubt? Einige Monate und Zeitungsberichte später kann ich zweifelsfrei feststellen: Ja!

Wahlweise ist man dann ein Nazi, Corona-Leugner oder Covidiot. Sucht euch selber aus wie ihr mich nennen wollt. In Australien würde ich für diesen Beitrag schon ins Gefängnis wandern. Doch dort ist auch sichere Verschlüsselung verboten. Kein Wunder, dass die EU und USA auch an ähnlichen Regulierungen arbeiten. Wegen den Terroristen und so, ihr wisst schon. Alles nur zu unserer Sicherheit.

Und weil es so schön zum Thema passt, ist es doch eine unmittelbare Folge dieser „Pandemie“, will ich euch noch was aus Brüssel erzählen. Betrifft mich zwar nicht im Geringsten, doch haben sicher auch die Wenigsten die Tragweite des Corona Rettungspakets erfasst. Die Billionen gedruckten Euros sind da erstmal nebensächlich. Die Rückzahlung dafür umso interessanter.

Dank Corona: EU-Steuern!

Die Schulden sollen tatsächlich durch neue, einzuführende EU-Steuern bezahlt werden. Zitat: „In einem ersten Schritt wird eine neue Eigenmittelquelle eingeführt, die auf nicht recycelten Kunststoffabfällen beruhen und ab dem 1. Januar 2021 gelten wird.“ Die Einführung einer eigenen EU-Steuer ist beschlossen. Nicht „in Aussicht gestellt“ oder sowas, sondern beschlossen. Das ist freilich ein großer Schritt Richtung Zentralstaat.

Es ist hier ein eigenes Besteuerungsrecht für die EU beschlossen worden. Dieser Prinzipienwechsel hat unabsehbare Konsequenzen. Was nächstes Jahr „in einem ersten Schritt“ mit Plastikmüll beginnt, wird früher oder später jeden EU-Bürger ausbluten. Interessiert es jemanden? Hat es jemand mitbekommen? Nein. Corona sei Dank.

Die Krise als Chance

An dieser prominenten Stelle auch erwähnt ein alter Bekannter, der mittlerweile etwas in die Jahre gekommene Wolfgang Schäuble. Als illustre Person deutscher Politik bekannt, schätze ich ihn schon lange für seine Ehrlichkeit. Jetzt mit Corona haben wir endlich eine Chance. Eine Chance den Bürgern das aufs Auge zu drücken, wogegen sie sich immer schon gewehrt haben.

Empfangen via WhatsApp

Der Widerstand gegen Veränderung wird in der Krise geringer. Aso, wie praktisch. Warum denn bloß nie jemand auf die Idee kommt, eine Krise einfach so selber herbeizuführen. Dann könnte man all die schönen geplanten Dinge endlich umsetzen. Ach, ich glaube ich habe zu viele James Bond Filme gesehen. Die echte Welt ist doch nicht wirklich so. Oder?

Wie schon im März festgestellt, tippe ich nach wie vor auf einen kompletten Reset des Wirtschaftssystems. Das kann sich noch ein paar Jahre hinziehen, ist aber schlussendlich unausweichlich. Vielleicht sehe ich das auch alles zu negativ? In der Vergangenheit musste man noch Kriege führen und Millionen Tote in Kauf nehmen, um einen Systemwechsel herbeizuführen.

Im 21. Jahrhundert könnte das viel einfacher gehen. Man macht einfach ein, zwei, drei Lockdowns, treibt die Welt in den Ruin, schaut dem Chaos ein wenig zu und bietet dann den geschundenen Völkern ein neues System an. Ein Angebot das bis dahin wohl keine Regierung mehr ausschlagen kann. Die entscheidende Frage ist wohl, ob es dann besser oder schlechter wird. Und was bis dahin noch so alles passieren wird.

Im Moment warten wir wohl noch auf die Wiederwahl von Onkel Donald. Ende Jahr kommt Bewegung rein, da bin ich sicher. Es bleibt also spannend, nicht nur bei mir auf meiner Baustelle. Verzeiht mir den etwas politischen Artikel, beim nächsten Mal wird es wieder wie gewohnt. Bis dann!

6 Antworten

  1. Reino sagt:

    Hallo und guten Abend….
    es sei mir erlaubt hier auch meinen Senf dazuzugeben; die oben geschriebenen Texte veranlassen mich die Kommentare aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten – wobei ich keineswegs jemandem auf den Schlips treten möchte; es soll, darf und muss jeder seine eigene Betrachtungsweise haben…….sonst wärn wir ja alle gleich und auch gleich langweiig, deshalb nix für ungut 😉

    Noch vor zehn Jahren war auch mein persönliches Ziel ein Übersiedeln; mindestens aber Überwintern; in einem EU-Ausland. Da bot sich von den spanischen bis zu den griechischen Inselchen ja alles in nächster Nähe an – immer unter dem bescheuerten Umstand der kalten Gewässer (bin ein echtes Warmwasserweichei….)
    Also was bleibt: die französischen Überseedepartements; Tahiti, Reunion, etc. etc.

    Nun, nach der Entwicklung in der EU und mit weiterer Lebenserfahrung ändert sich auch der Blickwinkel: die ehemals superstarke Montanunion, dann EWG, dann EU ist mittlerweile ein unregierbares Monstrum. Immer mehr wirtschaftlich schwache Zugänge saugen an den wenigen starken in der Gemeinschaft – wie in Deutschland: was wäre die BRD ohne Bayern und BW: Pleite. Punkt.
    Quintessenz: besser mal zügig eine lebensfähige Alternative aufbauen!!

    Dem Araber geht über kurz oder lang seine Geldquelle aus – der Zenit der Ölförderung ist überschritten. Der Ami presst schon Steine aus (!!) oder bläst seine Böden auf um an das schwarze Gold zu kommen – oha, plötzlich brennt Gas aus einem Wasserhahn….wo das wohl herkommt?!?
    Die Zahl der sinnvollen Auswanderungsländer (beachte jeder seinen eigenen Blickwinkel) wird immer kleiner – und jetzt mal polemisch: solange wir die Verschiebung der Kontinetalplatten Nord- und Südamerika nicht erleben müssen wird dieses kleine Ländchen mit seinem wunderbaren Kanälchen eine nicht versiegende Einnahmequelle haben wird es dem Ländchen und seinen Bewohnern auch relativ gut gehn (ja ich weis was jetzt kommt, Korruption, etc, etc, aber die gibts ja bitte überall)

    Nun für mich persönlich – als sowieso seit meinem ersten Jamaikaurlaub Ende der 80er unheilbar karibikinfizierten (eine buchstäblich „positive“ Seuche, lach) bietet sich da Panama hervorragend an; trotzdem werde ich auch mit einem Visa Residenzia immer ein Gringo bleiben; geht ja nicht anders, so rein genetisch gesehn (das Wort „Rasse“ nehme ich absichtlich nicht her, ist ja mittlerweile ein böses Wort)

    Jetzt lese ich aus den obigen Kommentaren fast schon etwas Verbitterung oder Resignation heraus, mancher mag es Neid nennen, wieder ein anderer Mißgunst, der nächste vielleicht Wut………..aber auf was oder wen? Auf Simon, Lisa und Sven?? Ich denke das wäre sehr ungerecht; hat doch jeder sein Glück selbst in der Hand – jaja, jetzt kommt wieder ein fettes NEIN von so manchen; „ich kann das nicht machen weil ….“ „oder so einfach geht das ja auch wieder nicht…..“ oder oder….

    Laßt mich Oliver Kahn nach der Niederlage gegen Schalke 2003 zitieren: „Eier, wir brauchen Eier“…..
    Es liegt an jedem selbst ob seine Cohones dick genug sind um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Natürlich kann das nicht jeder – dann aber nur nicht, weil er nicht die Mentalität dafür hat. Wenn man das normale Arbeitnehmerleben gern hat; bittte….es hat ja auch seine Vorteile, wenn auch nicht viele 😉 (beachte jeder seinen persönlichen Blickwinkel).

    Nun lieber Simon – und Sven – und Lisa: wir lassen uns nicht beirren in unserem Blickwinkkel, wir werden noch Großes bewegen!!
    GLG aus dem Frankenland, Bye, Reino

  2. Michael sagt:

    Na, dann sei froh, dass es auch in Panama Maßnahmen gibt und somit verhindert wird, das Covid zu euch in den Urwald kommt. Denn krank wäre ich lieber hier, denn als Savage im Urwald.

    Wie man in Europa sehen kann, haben Urlauber und Mobilität zum erneuten Ausbruch geführt, siehe Frankreich mit neuen täglichen Rekordzahlen, nun auch im Süden (Cote d’Azur) wo im Frühling so gut wie nichts war, nun die Zahlen aber 10fach so hoch sind wie im März.

    Also bleibt zu Hause und zählt eure Bohnen und Reiskörner und bleibt gesund !

  3. Ebisu sagt:

    Ist das bekannt im Land? https://www.youtube.com/watch?v=62gDjJVMtRA

    Spätestens seit Lukaschenko die Korruption der who öffentlich gemacht hat
    ((Angebot 940 Mio) würde Weissrussland die gleichen covid-‚Massnahmen‘
    (lach) wie Italien durchführen,) hat sich der „Verein“ der Globalisierer, Betrüger
    und Hochstapler endgültig lächerlich gemacht!
    Solche Zahlungen ähm Bestechung sind ja nicht erst seit Lukaschenkos
    offenheit bekannt geworden, sondern andere Politiker haben das dann
    sukzessive bestätigt.
    Und die Lügen/lückenpresse schweigt wie immer. Aber ich bin überzeugt,
    der Tag des jüngsten Gerichtes wird kommen. Für die.

    Diese „2. Welle“ (lach), das sind dann wieder die Schmiergeldzahlungen von
    Pillen-Gates und der WHO an alle korrupten Politik-darsteller und Systemhuren.
    So einfach ist das.

    • Simon sagt:

      Ja, man könnte ganze Romane über diese Dinge schreiben. Doch im Endeffekt bereue ich es jedes Mal schon, wenn ich nur ein paar polititische Zeilen schreibe. Es gehört einfach nicht hier hin, Simons World soll ein positiver Ort sein. Wer sich informieren will kann das ohne mich. Warum ich es trotzdem immer wieder versuche, weiß ich selber nicht.

  4. Michael sagt:

    Was soll man schon erwarten von jemandem der in einen Schurkenstaat, Steueroase, Korruptionstempel und Bananenstaat wie Panama auswandert.
    Ich kann deine Worte gut verstehen.
    Alles ist gut.

    Hauptsache du bist glücklich und zufrieden, weil bei dir und in deinem Staat Alles anders ist und anders sein wird, denn darum geht es dir ja. Es gibt eben noch 150 andere Staaten und 8 Mrd. andere Menschen und ganz ohne Einfluss auf Panama wird es wohl nicht gehen.
    Wer wirklich nach Panama will wird es auch schaffen, vielleicht nicht so luxuriös mit Jumbo-Jet und Direktflug, aber es soll auch andere Möglichkeiten geben.

    Allerdings, was ich nicht so wirklich verstehe ist die Tatsache, dass dich der Rest der Welt überhaupt noch interessiert und es dir Wert ist so viel darüber nachzudenken, zu schreiben und auch zu posten ?

    Wen interessiert die Hölle, wenn er im Himmel Trauben isst ?
    Vielleicht könntest du mal darüber schreiben ?

    • Simon sagt:

      Wer sagt, dass es hier anders sein wird oder ist? Man sieht ja relativ eindeutig, dass dem nicht so ist. Panama ist auch nur ein Land, welches von korrupten Politikern regiert wird. So wie jedes andere auch, hahaha. Jedoch halte ich die Rahmenbedingungen hier für besser. Egal was kommt. Ich bin lieber ein Savage in Panama als ein Alpha, Beta, Gamma, Delta, oder Epsilon in der Brave New World.

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