Casita Simon: Vom Esstisch zur Kommode

Wieder einmal berichte ich aus der Casita Simon, wo es in den letzten Wochen ziemlich ordentlich geworden ist. Nach fast fünf Monaten des provisorischen Wohnens, habe ich nun endlich alle meine Möbel zusammen. Die fahrenden Schränke unter der Treppe sind ebenfalls fertiggestellt. Und so war ich in letzter Zeit auch viel mit umräumen und organisieren beschäftigt.

Angefangen hat es allerdings mit dem Treppengeländer, wo ich zwar Handläufe aber noch keine vertikalen Verstrebungen installiert hatte. Zu Baubeginn der Treppe habe ich mir über diesen Teil auch viel zu wenig Gedanken gemacht. Deshalb musste ich ein bisschen erfinderisch sein.

Mit einer Kombination aus Schrauben, Leim und Dübeln zimmerte ich ein halbwegs ansehnliches Geländer zusammen. Es erfüllt dabei bestimmt keine DIN-Normen, sehr wohl aber meine bescheidenen Ansprüche. Weiter ging es mit dem Chaos unter der Treppe. In diesen Teil habe ich sehr viel Planung gesteckt und die wenigen Quadratmeter welche die Treppe belegt, werden am Schluss bestens genutzt sein.

In der Ecke unter dem Podest laufen sämtliche Kabel des Hauses zusammen. Dort befindet sich der Sicherungskasten sowie die getrennten Stromkreise für die Beleuchtung samt ausfallsicherer Stromversorgung. Da auch die Netzwerkverkabelung dort zusammenläuft, befinden sich neben der Batterie mein WLAN-Router sowie ein Netzwerkspeicher.

Alles zusammen habe ich in der Ecke unter dem Treppenpodest fein säuberlicher verkabelt. Es ist zwar da, wird am Ende aber unsichtbar sein. Und genau das ist der Plan. Für den restlichen Platz unter der Treppe hatte ich auch ganz bestimmte Vorstellungen. Für einen Einbauschrank ist die Tiefe von knapp 90cm eher ungeeignet. Um die Flexibilität zu erhalten, wollte ich den Platz auch ungern fix verbauen.

Also kam ich auf die Idee rollende Plattformen, ja quasi Schränke auf Rädern, zu bauen. Als Boden verwendete ich Melaminplatten mit aufgeschraubten Rädern. Darauf kam ein Holzrahmen an dem ich schließlich eine Blende aus gefrästem Schichtholz befestigte. Es war ein ziemlicher Akt die beiden Dinger passgenau hinzukriegen.

Die Krux an der Sache ist vermutlich, dass ich dazu keine Schienen oder andere Führungselemente verwende. So ist es wichtig, die „Schubladen“ gerade herauszuziehen und auch wieder gerade zurückzuschieben. Mit ein wenig Übung aber kein Problem. Für mein Nutzungsszenario ist das okay, wenn ich an die Sachen allerdings zehnmal täglich ranmüsste, würde ich noch ein wenig mehr Arbeit investieren.

Mit den rollenden Plattformen war ich soweit zufrieden und baute mir schließlich Regalfächer und diverse Unterteilungen ein. Und dann begann das fröhliche um- und einräumen. Und mein Häuschen wurde immer ordentlicher. Zu guter Letzt nutzte ich noch die letzte verbliebene Stelle unter dem kurzen Treppenabschnitt für eine dritte Schublade.

Der Platz war zwar sehr begrenzt, doch für Konservendosen und Einmachgläser geradezu perfekt. Meine kleine Küche wird so etwas entlastet und für eine Dose Thunfisch muss ich dann halt zwei Schritte weiter laufen. Ja und mit den fertigen Schränken sah meine Treppe dann nochmal ganz anders aus. Ordentlich, aufgeräumt und mit dem ganzen Schund hinter einer Holzblende versteckt.

Doch was meinem Häuschen noch fehlte wurde jetzt umso offensichtlicher. Ein Esstisch samt Stühlen! Nach meinen Erfahrungen beim Bau des Schreibtisches und Couchtisches traute ich es mir nun tatsächlich zu, einen ganzen Esstisch anzufertigen. Mehr oder weniger war es ja dasselbe, nur nochmal eine Nummer größer.

Die einzelnen Bretter der Tischplatte verschraubte ich wieder von hinten, was auch ziemlich problemlos klappte. Ein paar Stunden schleifen und fräsen später, war der Tisch auch schon so gut wie fertig. Es folgten einige Schichten Klarlack für die Tischplatte und die gewohnte dunkle Lasur für die Tischfüße. So frisch gebaut und lackiert sieht der Tisch nun prima aus. Alles andere wird die Zeit zeigen.

Was ich jetzt noch brauchte waren passende Stühle, die ich aber beim besten Willen nicht selber machen wollte. Für das Wohnzimmer fehlte es mir außerdem noch an einer Kommode. Stauraum ist das Zauberwort. So setzte ich mich mit dem Schreiner in Verbindung, der mir schon 2017 diverse Möbel angefertigt hat.

Ich gab eine große Kommode mit neun Schubladen und drei passende Stühle für meinen Esstisch in Auftrag. Mit der gewohnten Verspätung von einigen Wochen, waren meine Möbel dann schließlich fertig zur Abholung. Es vergingen nochmal einige Tage bis ich soweit war und die Sachen ins Haus räumen konnte. So, und jetzt sieht sie langsam fertig aus, die Casita Simon.

Und ich bin ziemlich stolz und zufrieden mit meinem Werk. Am Schluss sind der Innenausbau und die Einrichtung noch viel schöner geworden, als ich mir das jemals gedacht hätte. So kann ich mich nun auch mal ohne schlechtes Gewissen in meinem Sessel zurücklehnen und einfach nur nichts tun. Schwer fällt das allerdings trotzdem, denn zu machen gibt es noch genug.

An den Wänden fehlen noch ein paar Bilder, vielleicht ein Teppich vor dem Sofa und einige Vorhänge wären auch nicht schlecht. Mein Badezimmer verfügt nach wie vor noch über kein Waschbecken. Vom Garten und der Terrasse mal ganz abgesehen. Ich habe noch viele Pläne und werde diese Stück für Stück umsetzen.

Außerdem arbeiten wir natürlich auch an anderen Projekten wie der Infrastruktur auf der Finca, dem Bau des ersten Gartenhauses, der Entwicklung des Paraiso Geländes und in kürze werden wir auch anfangen, ganz regulär Geld zu verdienen. Nach mehr als vier Jahren höchste Zeit. Mehr dazu in den kommenden Beiträgen, bis dann!

2 Antworten

  1. Andrea Krieger-Angerer sagt:

    Schön geworden. Guter, kreativer Handwerker, Hochachtung.

  2. Michael sagt:

    Perfekt, Herr Meisterjäger !

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