Casita Simon: Die Teakholz Terrasse ist vollendet!

Willkommen zurück auf der Finca, von wo ich euch heute wieder von meinem Teakholz erzählen möchte. Ja, der Weg auf die Finca war lange. Nachdem mir die Panamesen mit einem mobilen Sägewerk dann die acht Teakbäume in zahlreiche Bretter verwandelten, ging es erstmal ab in den Lagercontainer zum Trocknen.

Mittlerweile sind meine Terrassen und Gartenmöbel fertiggestellt, doch bis dahin war es eine ganze Menge Arbeit. Bevor ich tatsächlich ans Holz gehen konnte, musste ich sowieso erstmal ans Schweißgerät. Für die geplante Holzterrasse benötigte ich nämlich einen entsprechenden Rahmen. Und den baute ich aus meinen geliebten Stahlprofilen.

Die Terrasse sollte freistehend am Rande des recht steilen Hügels mit Blick hinunter zum Fluss entstehen. Mit einer Größe von 3,60 x 4,40 Metern bestimmt ausreichend für die ein oder andere Gartenparty. Da das Gelände natürlich sehr uneben war, mussten die neun stählernen Füße der Rahmenkonstruktion entsprechend unterschiedlich lang sein.

Alles ausgemessen und zusammengeschweißt hatte ich dann recht schnell. Wie man auf den Bildern bestimmt erkennen kann, kamen dabei diverse Reststücke zum Einsatz. Isais unterstützte mich anschließend mit dem Graben der Löcher und im nu hatten wir den Stahlrahmen ausgerichtet und an seinem Platz einbetoniert. Der leichte Teil war damit erledigt.

Nun ging es ans Teakholz. Wie elend lang, unhandlich und schwer die fast vier Meter langen Holzbohlen waren, hatte ich in der Zwischenzeit schon wieder verdrängt. Im ersten Schritt mussten sie erstmal runter, nämlich vom Lagercontainer in meine Holzwerkstatt. Ursprünglich wollte ich die Dinger durch unsere Hobelmaschine schieben.

Die unhandlichen Maße und das hohe Gewicht hielten mich dann allerdings davon ab. Mit Flex und Schleifscheibe behandelte ich stattdessen jedes einzelne Brett von Hand und entfernte die groben Spuren des Sägewerks. Eine langwierige und staubige Angelegenheit. Entsprechend viel Zeit ließ ich mir mit der Fertigstellung.

War das Holz erstmal geschliffen, bekam es eine dicke Schicht Holzschutzmittel aufgetragen. Im Prinzip Mineralöl mit Insektiziden. Zumindest das Kernholz des Teakbaumes sollte durch den hohen Anteil an Ölen aber auch einen natürlichen Schutz vor Insekten haben. Doppelt hält besser war hier die Prämisse. Im zweiten Schritt trug ich eine selbstgemachte Essiglösung auf, die das Holz abdunkelt und alt erscheinen lässt.

Und nachdem ich die 40 Holzbohlen dreimal im Kreis durch die Werkstatt getragen hatte, ging es weiter auf ein viertes Mal. Zum Schluss verwendete ich diesmal nicht etwa Lasur oder Lack, sondern Leinöl, welches ich überraschenderweise im Baumarkt in Santiago ergattern konnte. Großzügig aufgetragen und in der Sonne getrocknet, wird die Oberfläche des Holzes perfekt versiegelt und steinhart.

Einmal pro Jahr erneuert, hoffe ich so auf eine lange Lebensdauer meiner mühsam geschaffenen Holzterrasse. Stück für Stück trug ich das Holz hinunter in den Garten und befestigte es mit selbstschneidenden Schrauben am Stahlrahmen. Dabei war ich fast dazu gezwungen, die Holzbohlen von oben anzuschrauben.

Nur so konnte ich den nötigen Anpressdruck erreichen, um die verzogenen Dinger halbwegs eben zu fixieren. Meine Freihand Schleiferei hatte auch die entsprechenden Spuren hinterlassen. Dazu kam noch, dass die einzelnen Bretter aus irgendeinem Grund nicht alle gleich dick waren. Wie das bei einem Sägewerk passieren kann frage ich mich gar nicht erst.

Heraus kam eine in allen Aspekten sehr rustikale Terrasse. Mit den langen dicken Holzbohlen sieht sie nicht nur so aus, sondern ist auch wirklich ziemlich massiv geworden. Eigentlich war ich damit sehr zufrieden. Was mir nun noch fehlte, waren entsprechend massive Möbel zum draufstellen. Eine kurze Internetsuche hatte mich sodann zu einem ungewöhnlichen Design inspiriert.

Das Besondere daran war, dass man aus einem Brett – im richtigen Winkel geschnitten – jeweils zwei Bauteile erhält. Gleichzeitig ergeben sich dadurch ansprechende Formen. Ein einfaches aber interessantes Prinzip. Aus ein paar Reststücken Teakholz zauberte ich also zwei verwinkelte Stühle. Das entsprechende Tischchen mit einem Reststück Granitplatte folgte sogleich.

Als krönender Abschluss im Bild, verpflanzten wir noch einen riesigen Kaktus neben die Terrasse. So, nun war ich vollends zufrieden. Oder fast. Rundherum im Garten fehlt es immer noch an vielen Details. Ein Weg, um sicher und komfortabel den Pool bzw. die Terrasse erreichen zu können, steht noch auf meiner Wunschliste.

Die Feuerstelle im Bild ist ganz nett, doch dazu hätte ich auch noch gerne eine Sitzgelegenheit. Wer genau kuckt sieht außerdem links neben der Terrasse ein graues Rohr und ein paar Stromkabel aus dem Boden stehen. Da muss noch entsprechend installiert und verkabelt werden. Ihr seht schon, die Arbeit geht hier so schnell nicht aus. Doch mehr dazu in einem anderen Beitrag. Bis dann!

3 Antworten

  1. Simon sagt:

    Weit von perfekt, aber es wird immer ansehnlicher 🙂

  2. Michael sagt:

    Perfekt, mein lieber Neffe !

  3. Brigitte sagt:

    Wow! Sehr schoen gemacht!
    Ein Ort um die Seele baumeln zu lassen. Das Holz ist einfach traumhaft! Ich hoffe, dass es mit dem Leinoel auch genug vom tropischen Klima geschuetzt ist. Ich verwende auch Leinoel, doch da muss ich oefter als du ‘oelen’, denn Australien ist sehr trocken und das Holz ‘sauft’ das Zeug auf wie verrueckt… hahaha
    Ich wuensche euch viele schoene Stunden auf der neuen Veranda!

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