Weekend Trip to Lautoka

16.06.2011

Um 6 Uhr morgens hörte ich die dumpfe Stimme von Tai Paul vor meinem Zelt „Saimoni, Saimoni!“ (Simon wird in Fidschi so ausgesprochen, ich habe aber keine Ahnung ob das die richtige Schreibweise ist). Dass ich mittlerweile in ein Zelt umgezogen bin habe ich euch glaub ich auch noch nicht erzählt. Egal…es blieben ein paar Minuten für ein kleines Frühstück und einen Tee und dann wurde das Boot beladen und wir fuhren im Sonnenaufgang Richtung Viti Levu.

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Wir machten noch einen kurzen Zwischenstopp auf einer anderen Insel und es wurden noch jede Menge Früchte und andere Handelsgüter auf das Boot geladen. Dann folgte eine unglaublich langsame und lange Bootsfahrt. Um Treibstoff zu sparen lief der Dieselmotor meiner Meinung nach nur ein kleines bisschen über Standgas, selbst ein Kajak hätte uns wahrscheinlich überholt. Die ersten paar Stunden war der Seegang ziemlich stark, und man konnte kaum sitzen ohne sich festzuhalten. Kiri hatte die ganze Zeit Angst das Boot würde kentern und war kreidebleich im Gesicht. Gegen Mittag hatten wir ruhigere Gewässer erreicht und es gab ein wenig Brot und Tee zum Lunch. Sogar eine Banane hatte es auf das Boot geschafft und wurde genüsslich verspeist.

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Nach dem Essen wurden wir dann langsam wirklich ungeduldig, denn das Mainland am Horizont wollte einfach nicht größer werden und die Reise schien kein Ende zu nehmen. Die Sonne brannte herunter, ich saß auf dem Dach des Boots und hatte natürlich keine Sonnencreme aufgetragen. Als mich schon fast der Mut verlassen hatte, konnte man langsam kleine weiße Punkte auf der Insel am Horizont erkennen. Es handelte sich um das kleine Fischerdorf Lautoka, welches unser Ziel war. Die Punkte wurden laaaaaangsam größer, und als man schon Häuser erkennen konnte, wäre ich am liebsten ins Meer gesprungen und geschwommen. Sämtliche Boote von benachbarten Inseln, die Stunden später losgefahren waren, hatten uns schon überholt. Ich konnte es kaum glauben als wir gegen 16 Uhr endlich den Hafen erreichten und so  schnell wie möglich ein Taxi zu unserem Hotel nahmen.

Im Cathay Hotel angekommen, buchte ich erst mal ein Bett im Schlafsaal für umgerechnet 10 Euro. Das Hotel ist ziemlich hübsch und hat sogar einen Swimming Pool. Nachdem das Gepäck im Zimmer deponiert und das Notebook zum Aufladen an die Steckdose gesteckt wurde, machten wir uns auf den Weg in die „Stadt“. Bei einem Italiener an der Ecke hatten wir ein köstliches Dinner, bestehend aus einem Beef Kebab und einer großen Pizza. Dazu gab es ein eiskaltes Fiji Bitter. Vollgefressen, total von der Sonne verbrannt, ein wenig betrunken und hundemüde legte ich mich dann ins Bett. Der Schlafsaal mit 6 Betten gehörte übrigens mir ganz alleine. Da in Lautoka so gut wie keine Touristen sind, wird das vermutlich auch so bleiben.

 

17.06.2011

An diesem Morgen wurde ich von der zarten Stimme von Kiri geweckt, die an meiner Tür klopfte um mich zum Aufstehen zu bewegen. Sie erzählte von dem köstlichen Kuchen und dem Bohnenkaffee den es gleich um die Ecke gab, und ich war sofort hellwach, angezogen und ready2go. Das Frühstück war lecker, aber auch verhältnismäßig teuer. Das Café in dem wir waren, ist eines der wenigen Einrichtungen für Touristen in Lautoka. Ein kleines Stück Kuchen für 8 Dollar kann sich hier vermutlich auch sonst keiner leisten.

Gleich danach holte ich mein vollgeladenes Notebook aus dem Hotelzimmer und setze mich in eines der zahlreichen Internetcafés um die Bilder und Videos der letzten Woche hochzuladen. Als der Upload des zweiten Videos bei 98% stand, brach die Internetverbindung plötzlich ab und der Inder der das Café betreibt, machte einige Telefonanrufe und meinte einige Minuten später, dass das 3G-Network in Lautoka soeben zusammengebrochen sei. Vodafone hat hier vor 3 Monaten mit dem Ausbau begonnen und die Infrastruktur scheint noch nicht wirklich zuverlässig zu funktionieren.

Kein Problem, das ist eben Fidschi und ich musste mich damit abfinden. Ich machte mich auf den Weg zurück zum Hotel, wo ich Boris und Kiri traf und mit ihnen einige Stunden durch die Stadt schlenderte. Im Vergleich zum 25km entfernten Nadi, wo ich ja zu Beginn meiner Fidschi Reise zwei Tage verbracht habe, ist es hier noch einmal um einiges günstiger und die Leute sind noch freundlicher. Niemand versuchte uns in ein Geschäft zu ziehen und uns irgendwas anzudrehen, die meisten Fidschianer lächelten und grüßten als sie uns sahen. Die vielen Inder hingegen schauten uns meistens nur dumm an. Heute würde ich in Nadi nur noch eines kaufen, nämlich ein Busticket nach Lautoka 🙂

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In der Haupteinkaufsstraße, wo sich die Geschäfte aneinanderreihen,  kommt man sich vor als ob man durch eine Disco mit 20 Dancefloors laufen würde. Es scheint als ob man hier versuchen würde, die Kundschaft mit lauter Musik anzulocken. Es herrschte reges Treiben in den Straßen und wir besuchten auch den lokalen Markt, wo man für wenige Dollar einen ganzen Berg Obst oder Gemüse erstehen kann.

Nachdem ich stundenlang hinter Kiri hergelaufen war, die in sämtlichen Geschäften einkaufen war, und es schon langsam dunkel wurde, ging es zurück ins Hotel. Ich setzte mich auf eine Liege an den Pool und klappte mein Notebook auf. Da bin ich jetzt immer noch und freue mich schon wieder auf mein Bett. Morgen wird noch ein anstrengender Tag werden…

 

 

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2 Antworten

  1. kiri sagt:

    da krieg ich direkt Gänsehaut beim lesen….was für eine tolle Zeit!

    • Simon sagt:

      Ja und schon mehr als zwei Jahre her…unglaublich wie schnell die Zeit vergeht.
      Es fühlt sich immer noch an als ob es gestern gewesen wäre 🙂

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