Vom Paradies in die Großstadt

20.10.2015

Beim Aufwachen kam mir unweigerlich Phil Collins Another Day in Paradise in den Sinn. In der Tat war es mein letzter Tag im Paradies. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten. Wie jeden Morgen wurde ein üppiges Frühstück für mich aufgebaut. Ich war übrigens immer noch der einzige Gast in der Gili Asahan Eco Lodge und genoss die himmlische Ruhe.

Am späten Vormittag spazierte ich mit 50 Filzstiften in der Tasche ins benachbarte Dorf. Die Kinder waren grade zurück aus der Schule und hatten sichtlich eine riesen Freude. Irgendwie logisch, kam dann wenig später die Frage nach Papier. Das hatte ich mir ehrlich gesagt schon zu Hause beim Einpacken der Stifte gedacht. Ebenso logisch aber auch, dass ich keine Papierberge mit mir mitschleppen konnte.

Prompt wurde ich zu einem Kaffee Lombok eingeladen, es wurde Gitarre gespielt und ein wenig relaxt. Dabei erfuhr ich auch so einiges über die Insel und das Leben hier. Ich hatte mich übrigens geirrt, auf Gili Asahan gibt es neben der Eco Lodge noch ein anderes, größeres Hotel. Die Eco Lodge ist aber erst seit wenigen Wochen geöffnet und somit noch quasi unsichtbar. Es war wirklich ein Glücksfall dass ich über drei Ecken hierher kam.

Zu Besuch im Dorf auf Gili Asahan

Zu Besuch im Dorf auf Gili Asahan

Am Mittag ging es wieder zurück in die Lodge, den restlichen Tag verbrachte ich mit rumliegen, schwimmen, faulenzen, essen, rumliegen, schwimmen, faulenzen und essen. Es ist ja nicht so dass es hier keine Attraktionen oder Beschäftigungsmöglichkeiten gäbe. Kostenlose Kajaks standen am Strand, Schnorchel Ausrüstung hätte ich mir auch ausleihen können. Außerdem soll es hier in der Gegend sensationelle Tauchplätze geben.

In der nahe gelegenen Blongas Bay hätte es die Möglichkeit gegeben mit Hammerhaien, Barrakudas und Tunfischen zu tauchen. Eigentlich noch ein Punkt auf meiner TODO-Liste. Mehrere erfahrene Taucher rieten mir jedoch davon ab. Die Strömungen wären extrem, man müsse sich mit Riffhaken verankern um nicht in die Tiefe gesogen zu werden. Deswegen wären auch mindestens 100 geloggte Tauchgänge erforderlich. Momentan stehe ich bei 78. Blöd gelaufen.

Stattdessen genoss ich einfach nur die Atmosphäre, das herrliche Klima und dachte drüber nach, wie man das Ganze denn am besten zu Hause nachstellen könnte. Hier nun mein Plan für euch: Große Bambusmatten an eine Wand hängen, ein bisschen Stroh an der Decke festmachen. Auf die andere Wand eine tropische Fototapete von Posters.de. Auswahl gibt es dort genug, da findet sicher jeder seinen ganz persönlichen Traumstrand. Zur Sicherheit hier nochmal die Vorlage:

Ein Ventilator sollte auch nicht fehlen, im Idealfall noch ein Duft-Öl mit Meeres Aroma. Ganz wichtig wären noch 2-3 Infrarotlampen um die Sonnenstrahlen zu simulieren. Zur Abrundung findet man die dazu passende Geräuschkulisse problemlos auf YouTube. Na, wer hat Lust das auszuprobieren? 🙂

Ok, genug geblödelt. Am Abend gab es dann eine weitere Massage, diesmal von einem alten Fischer, der mich mit seinen rauen Händen kräftig mit Olivenöl einrieb. Zum Abendessen bekam ich einen frisch gefangenen und mit Brot und Gewürzen gefüllten Tintenfisch. Ach, ich könnte augenblicklich sterben und hätte absolut nichts zu bereuen. So schön ist es hier und so herrlich zart war der Tintenfisch. Von wegen Autoreifen. Bemerkenswert war auch, dass einige Gäste vom benachbarten Hotel wiederholt zum Abendessen ins Nautilus Restaurant kamen. Na das muss ja mal was heißen. Hatte da jemand die Nase voll vom Buffet?

 

21.10.2015

21. Oktober. Irgendwie kam mir dieses Datum bekannt vor. Ach ja, es war der Tag meiner Rückreise nach Jakarta. Alles geht zu Ende, leider auch die schönen Dinge. Dafür bin ich um 6 Uhr morgens aufgestanden und direkt mal ins Meer gehüpft. Dann nach dem Frühstück meine Sachen gepackt und mich wehmütig verabschiedet von Gili Asahan und der Eco Lodge.

Boot, Taxi, Flugzeug. Ankunft in Jakarta. Da ich diesmal genügend Zeit und Nerven übrig hatte, war ich bereit mal was Neues auszuprobieren. Von Uber, einem Online-Vermittlungsdienst für Fahrdienstleistungen, habt ihr vielleicht schon einmal gehört. Während Uber in großen Teilen Europas verboten ist, floriert das Geschäft in Indonesien. Mit wenigen Fingertipps auf meinem Windows Phone war das private Taxi bestellt und im nu saß ich auch schon im Auto Richtung Stadtzentrum.

UberJakarta

Die Fahrt über 28km dauerte knapp eine Stunde. Abzüglich Benzinkosten verdiente der Fahrer dabei grade mal etwas mehr als einen Euro. Die Provision von Uber wird da aber noch abgezogen. Selbst für indonesische Verhältnisse ist das eine absolute Frechheit. Moderne Sklaverei, Ausbeutung in Perfektion. Kein Wunder das europäische Staaten dem einen Riegel vorschieben. Den Fahrer habe ich natürlich angemessen entschädigt – mehr dazu später.

Zwischen Wellblechhütten und Elendsviertel ragt es empor: Best Western Mangga Dua

Zwischen Wellblechhütten und Elendsviertel ragt es empor: das Best Western Mangga Dua

Mittlerweile ist es dunkel, ich bin im 31. Stock des Best Western Mangga Dua Hotels in Jakarta, eines der höchsten Gebäude in der Gegend. Eine ziemlich untypische Unterkunft für mich, doch der Kontrast zum morgigen Tagesprogramm wird dadurch umso gigantischer werden. Es wird ein echtes Highlight, ich freue mich schon. Bis dann!

 

 

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3 Antworten

  1. Michael sagt:

    Ja, ja, ich bemerke so was schon … 🙂

  2. Simon sagt:

    Haha, nett das du den Querschläger zur Kenntnis nimmst 😉

  3. Michael sagt:

    „Bemerkenswert war auch, dass einige Gäste vom benachbarten Hotel wiederholt zum Abendessen ins Nautilus Restaurant kamen. Na das muss ja mal was heißen. Hatte da jemand die Nase voll vom Buffet?“
    Nein, die hatten nur Übernachtung mit Frühstück. 😉

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