Vinh Moc Tunnels

16.03.2014

Mit der üblichen halben Stunde Verspätung starteten wir um 11:30 Uhr die Busfahrt Richtung Norden. Bereits zwei Stunden später stoppten wir für ein Mittagessen in einer kleinen Bude am Straßenrand. Wie sich später herausstellte war das aber eigentlich kein Restaurant sondern ein Puff. Dementsprechend haarig schmeckte das Essen und halb hungrig ging es für weitere zwei Stunden in den Bus.

Dann erreichten wir Vinh Moc, unser heutiges Ausflugsziel, wo wir die berühmten Tunnels besichtigten. Vinh Moc war eines der am stärksten bombardierten Gebiete während des Vietnamkriegs, da es sich nur wenige Kilometer nördlich der entmilitarisierten Zone befand und wichtige Nachschublinien durch das Gebiet führten. In einer Doku habe ich gehört, dass es ganze 7 Tonnen Bomben pro Einwohner gewesen sein sollen.

Vinh Moc Tunnels

Das unter diesen Umständen kein Leben an der Oberfläche mehr möglich war scheint irgendwie klar. Die Bevölkerung wollte ihr Land aber nicht so einfach aufgeben, und startete mit dem Bau einer Tunnelanlage. Sie mussten sich teilweise über Monate in den Tunneln aufhalten, um überleben zu können. In der 3-stöckigen Tunnelanlage gab es neben den Wohnbereichen auch Krankenhäuser, Gebärstationen, ein Theater und Kommandoräume. Das Tunnelsystem wurde für 300 Personen angelegt, in der Spitzenzeit lebten aber mehr als 600 Menschen darin. 17 Kinder wurden während des Krieges dort geboren.

Vinh Moc Tunnels

An Orten wie diesem wird ganz besonders klar, wie eisern und verbissen die Vietnamesen um ihr Land gekämpft haben, um bloß keinen Zentimeter Boden dem Feind in die Hände fallen zu lassen. Das eine nicht näher genannte Nation diesen Kampfgeist ganz gehörig unterschätzt hat, kann man heute in jedem Geschichtsbuch nachlesen. Und es war ein voller Erfolg, denn in den Tunnels kam kein einziger Mensch ums Leben. Der einzige direkte Treffer war ein Blindgänger und das dadurch entstandene Loch wurde als Ventilationsschacht benutzt.

Nachdem wir das kleine Museum und eine kurze Dokumentation zum Thema gesehen hatten, durften wir für ein paar hundert Meter durch die Tunnels „spazieren“. Gegangen bin ich aber nicht, wohl eher schon fast gekrochen. Mit 1,60-1,70m Höhe waren die Tunnels für asiatische Verhältnisse aber doch recht groß. Die wenigen Minuten haben mir aber gereicht, darin für Monate zu Leben kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Vinh Moc Tunnels

Anschließend mussten wir nochmal für ein paar Stunden in den Bus, und kamen erst am frühen Abend in einer Art Resort, direkt am Phong Nha-Ke Bang National Park, an. Es ist schon stockdunkel und ich kann noch nicht viel zur Umgebung sagen, aber morgen geht es auf Höhlenexpedition in eine der größten Höhle der Welt. Bis dann!

 

 

 

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