Selling CeeJay and becoming a Dive-Volunteer

14.09.2011

Pünktlich am frühen Morgen verließen wir den Campingplatz nähe Port Douglas und legten die letzten 60 Kilometer bis nach Cairns zurück. Da ich schon ganz nervös war im Zusammenhang mit dem Verkauf meines Autos und absolut nicht sicher war wie schnell das gehen würde, habe ich beschlossen bereits in Cairns eine Anzeige aufzugeben und zu versuchen meinen Schatz zu verkaufen.

Deshalb stoppten wir in einem Vorort noch bei einem Auto Zubehör Laden wo ich einige Sachen besorgte. Dann ging es direkt weiter in die Innenstadt und in das Cairns Dive Centre, wo Solveigh einen 5 Tages Tauchkurs und ich einen 3 Tages Tauchtrip mit 10 Tauchgängen am Great Barrier Reef buchten. Wir beide hatten noch jede Menge Sachen zu erledigen und fuhren deshalb direkt auf einen Campingplatz um den restlichen Tag dafür zu nutzen.

verkauf

Ich parkte CeeJay im Schatten und begann damit ihn innen und außen zu putzen. Mit einer 2 Liter Flasche Wasser, welche ich immer wieder nachfüllte und einem Putztuch der Firma Zehnacker war ich mehrere Stunden damit beschäftigt, den ganzen roten Sand und Dreck aus sämtlichen Ritzen zu kratzen. Mit einer Sprühdose WD40 bewaffnet, beseitigte ich anschließend alle Quietschgeräusche und sorgte dafür, dass sich sämtliche Türen geschmeidig öffnen und schließen lassen. Nicht das es vorher so schlecht gewesen wäre, aber es macht einfach einen besseren Eindruck wenn die Tür beim Schließen nicht knarzende Geräusche von sich gibt. Mit einer schwarzen Spraydose übersprühte ich nochmal die Stoßstange und sämtliche schwarzen Teile rundherum, wie ich es auch schon getan hatte als ich das Auto im Dezember gekauft hatte. In der Zwischenzeit war ein bisschen Farbe abgegangen und es sollte ja super hübsch aussehen. Zu guter Letzt reinigte ich noch den Motorraum und das Getriebe mit einem Entfettungsspray und brachte auch diesen Teil des Fahrzeugs zum Glänzen.

Dann begann das Fotoshooting und ich machte viele Bilder von Innen und Außen sowie einige Nahaufnahmen der technischen Ausstattung. Mit Google Picasa erstellte ich hübsche Fotocollagen und stellte sie schließlich zusammen mit der bereits vorbereiteten Beschreibung und einem Verkaufspreis von 4.999 Dollar gegen 15 Uhr online:

This is not only a car, it’s a complete package with everything what two people need to travel in Australia. After 6 month and over 27.000km it’s time for me to say goodbye to my beloved van and this wonderful country.

HIGHLIGHTS:
– more than 12 months rego left
– the most comfortable bed you can imagine
– fully equipped for your Australia adventure!
– awesome painting made from an artist on Phillip Island
– 3 (!!!) car batteries and a power inverter with multiple power sockets
– TomTom GPS navi
– a bodyboard/surfboard on the roof

The vehicle was owned by a company for the first appr. 400.000km of his life and after that converted into a comfortable home for backpackers.

Features:
– wooden cupboard with loads of storage space for food and kitchen utensils
– Massive wood frame for the bed
– plenty of storage space under the bed, two very big plastic boxes for clothing etc.
– very thick and comfortable mattress, two proper blankets and pillows
– curtains on the windows and at the front
– special relay and new wiring to prevent discharging of the main battery
– car radio with Sony speakers and FM transmitter with iPod plug, USB & SD slot
– 2.1 Logitech speaker system in the back for entertainment and music in the evening
– extra large 2-burner stove with a 3,3kg gas bottle and a metal stand
– three pots, a pan, bowles, strainer, plates, cups, kitchen utensils and cutlery
– cleaning stuff for the dishes and the car, washing powder, washbowl
– 20 litre solar shower, bath mat, tarp
– an esky
– two chairs, a foldable table and a big parasol
– Camps 5 book with over 3.500 free and cheap camp sites all over Australia
– U.S. Army survival manual and the backpackers ultimate guide for Australia
– red toolbox full with tools, fishing equipment, rigged handcaster and spare parts
– big metal box on the roof for additional storage room, 20L metal jerrycan

The following things have recently been repaired/replaced:
– engine (a mechanic told me this is not the original engine)
– engine timing belt
– exhaust
– ignition
– new tyres
– shock absorbers
– petrol filter, air filter, oil filter, spark plugs
– oil, brake & clutch fluid, coolant

You see there is not much left to worry about.

If you seriously interested in this van please give me a call or send me a txt / mail (english or german). If it’s not too far away, I’m happy to come to your place and show you the van.

Cheers, Simon

 

 

Ich verbrachte noch rund zwei Stunden damit, mich mit dem Department of Transport and Main Roads auseinanderzusetzen, wo ich unbedingt noch die Registrierung für das Auto verlängern und ein neues Pickerl beantragen wollte. Damit verkauft es sich nämlich wesentlich besser und ich hatte es ja bereit so in der Anzeige angepriesen (more than 12 months rego left). Das ganze stellte sich dann als wesentlich komplizierter heraus als ich erwartete und ziemlich frustriert gab ich dann erst mal auf, da die Hotline um 16:30 Uhr nicht mehr besetzt war.

 

15.09.2011

Als ich morgens das Handy einschaltete, ertönte ungefähr 2 Minuten lang immer und immer wieder der Mitteilungsbenachrichtigungston. Ich hatte am Abend, als das Handy schon aus war, viele viele Anfragen und Nachrichten bezüglich des Autos bekommen. Nach einigen Telefongesprächen hatte ich dann 5 Leute die das Auto ansehen wollten – und das nach grade mal einem halben Tag.

Ich vereinbarte einen Besichtigungstermin mit einem deutschen Pärchen und fuhr wenig später zu deren Hostel. Ungefähr zwei Stunden lang zeigte ich ihnen das Auto, erzählte ihnen alles was ich darüber wusste und legte wohl eine ziemlich gute Show hin. Wem ich einmal einen PC verkauft habe weiß wovon ich spreche 🙂 Anscheinend habe ich meine Verkäufertalente nicht verloren, denn sie waren bereit das Fahrzeug auf der Stelle zu kaufen. Da ich aber noch einige Sachen und vor allem den Papierkram erledigen musste, vereinbarten wir für morgenfrüh einen zweiten Termin.

Tja, das ganze ging ja wesentlich schneller als ich eigentlich erwartet hatte. Aber wie sagt man so schön: lieber den Spatz in der Hand als den Vogel auf dem Dach. Solveigh und ich fuhren dann noch einmal in die Stadt, gingen einkaufen und besuchten auch nochmal das Dive Centre, wo wir noch ein paar Fragen stellten. An der Eingangstür klebte ein Zettel wo nach Freiwilligen Arbeitern für das Tauchboot gesucht wurde, der mir schon beim ersten Besuch aufgefallen war. Ich erkundigte mich darüber und erfuhr, dass für den 30. September noch jemand gesucht wird, der für 8 Tage auf dem Tauchschiff arbeiten will.

Im Gegenzug bekommt man Essen, Unterkunft und drei Tauchgänge pro Tag GRATIS. Das war zwar vom Zeitrahmen her ein bisschen knapp, aber ich war absolut begeistert und bewarb mich für die Stelle. Ich musste rund 30 Seiten Papierkram durchlesen, unterschreiben und 200 Dollar Kaution hinterlegen, bevor ich schließlich offiziell als Freiwilliger auf den Arbeitsplan gesetzt wurde. Die arbeiten beinhalten so ziemlich alles was man sich vorstellen kann. Abwaschen, Betten machen, Toiletten putzen, kochen, etc. aber im Gegenzug werde ich VIERUNDZWANZIG Tauchgänge am größten Korallenriff der Welt geschenkt bekommen. Dazu noch die 10 Tauchgänge für die ich bereits bezahlt hatte (das war übrigens ein Kriterium für die Aufnahme als Freiwilliger) macht zusammen 34 Tauchgänge. Unglaublich…das werden insgesamt rund 680-1.020 Minuten unter Wasser sein.

Da mein Flug von Brisbane nach Singapur aber nur zwei Tage nachdem ich vom Tauchschiff zurückkomme abfliegen wird, musste ich mir auch darüber Gedanken machen wie ich denn nach Brisbane kommen will. Ich buchte mir sogleich einen günstigen Flug, den Flughafentransfer und eine Nacht im besten Hostel der Stadt.

Der Tag war aber noch lange nicht vorbei, denn wir mussten ja noch unser ganzes Zeug vom Auto ausräumen und in die Rucksäcke packen. Total kaputt fiel ich dann wie ein Stein ins Bett und verbrachte die allerletzte Nacht in meinem treuen Begleiter, den ich ohne größere Probleme mehr als 27.000 Kilometer durch Australien gefahren hatte. Irgendwie war ich traurig aber irgendwie auch sehr froh ihn (fast) loszuhaben.


16.09.2011

Um das Auto jetzt tatsächlich verkaufen zu können, musste ich noch in die Werkstatt und ein Security Certificate machen lassen. Es ist quasi wie ein TÜV und soll dem neuen Besitzer bescheinigen, dass das Auto soweit in Ordnung ist und keine gröberen Mängel hat. Wie ich gehört habe sind die Behörden in Queensland die strengsten im ganzen Land und ich war mir sicher, dass sie mehr als eine Sache finden würden.

Während ich auf das Zertifikat wartete, gönnte ich mir einen neuen Haarschnitt bei einem Frisör gegenüber der Werkstatt. Als ich zurück kam war es noch nicht fertig und ich vertrieb mir die Zeit mit dem Lesen der heutigen Zeitung. In meinem Horoskop stand etwas in der Art von: „Sind sie die letzten Tage wie von der Hummel gestochen herumgerannt? Relaxen sie mal und konzentrieren sie sich auf die wesentlichen Dinge“. Haha. Das hat ja mal 100% gepasst.

Wenig später bekam ich dann die Horrornachricht vom Mechaniker. Die Mängelliste war so lang das es nicht mal alles auf das Formular passte und es musste eine zweite Seite an das Zertifikat angeheftet werden. Der Mechaniker meinte die Reparaturkosten würden mindestens 1000 Dollar betragen und es würde sich vermutlich nicht mal rentieren die Kiste zu reparieren. Na das waren ja tolle Nachrichten. Das schlimmste allerdings war, das ich das Auto ohne ein bestandenes Zertifikat eigentlich nicht verkaufen dürfte – DÜRFTE.

Ich traf mich schließlich noch einmal mit dem deutschen Pärchen die das Auto kaufen wollten, zeigte ihnen die Mängelliste, das nicht bestandene Zertifikat und erzählte ihnen von den Reparaturkosten. Sie waren aber nicht wirklich abgeschreckt und zeigten immer noch Interesse daran, das Fahrzeug sofort und auf der Stelle zu kaufen. Für mich war das Okay. Natürlich musste ich mit dem Preis um ganzes Stück runtergehen, war aber immer noch sehr zufrieden damit. Wir gingen gemeinsam auf die Bank, ich bekam das Geld in Cash und zahlte es sofort wieder auf mein Bankkonto ein.

Der Kaufvertrag wurde ausgefüllt und unterschrieben und wenig später machte ich mich aus dem Staub. Natürlich nicht ohne ein Erinnerungsfoto von CeeJay und seinen neuen Besitzern.

 

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1 Antwort

  1. As Time goes by – ist ja wirklich ein krönender Abschluss ! Kompliment !! *Neid*, äh, nein Respekt Respekt !

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