Neues von der Hostel Baustelle: Endspurt zum Umzug

Es ist Ende Februar und unser Mietvertrag für das Haus nördlich von Santa Fe, in dem wir seit knapp 20 Monaten wohnen, ist zum 15. März gekündigt. Die erste Nacht auf der Finca verbringen wollen wir allerdings schon am ersten März, um dann in aller Ruhe das Haus und den Garten aufräumen zu können. So werden wir also kommenden Freitag die Kisten packen und mit dem Nötigsten zur Finca fahren.

Damit es dort halbwegs wohnlich ist, scheuen wir momentan keine Kosten und Mühen, um alles so schnell wie möglich fertigzustellen. Dem hölzernen Podest im Hostelzimmer, von dem ich im letzten Beitrag berichtet habe, fehlte noch ein Boden, den ich aus 19 Holzbrettern zusammenzimmern wollte. Da meine Hände vom andauernden Streichen und Malen noch schmerzten, fand ich ein williges Opfer für die Pinselei. Vielen Dank nochmal an Alex, der uns aus Deutschland besuchen kam.

Mit den fertigen Brettern ging es dann hoch ins Hostelzimmer, wo ich die Hölzer vorbohrte und zum Test auf den Rahmen legte. Alles passte und mit Hilfe einer Leiter stieg ich auf das zwei Meter hohe Podest, wo ich die einzelnen Bretter ausrichtete und anschraubte. Das Podest war dann soweit fertig und ich saß dort oben und entspannte mich kurz nach getaner Arbeit. In der Zwischenzeit lieh sich jemand die Leiter aus, mit der ich anfangs auf das Podest gekommen war.

Holzpodest im Hostelzimmer

Ich war natürlich zu ungeduldig um jemanden zu rufen und auf die Leiter zu warten, und sprang wie ein Vollidiot barfuß auf den harten Fliesenboden. Dass ich das besser nicht getan hätte, wurde mir wenige Sekunden später klar. Zu spät. Seitdem kann ich mich nur noch humpelnd fortbewegen und die starke Prellung der Ferse, wird wohl noch einige Zeit brauchen, um vollständig auszuheilen. Perfektes Timing muss man sagen.

Mein Einsatzgebiet beschränkt sich derzeit also auf stationäre Aufgaben. Wie das sauber machen und – ihr werdet es schon erraten haben – anschließende lackieren von Gittern beispielsweise. Der Bagger hatte uns ja einen tiefen Graben in der Straße hinterlassen, den wir bereits mit dicken Mauern aus Stahlbeton ausgekleidet haben. Für die Lücke in der Straße fehlte noch ein Gitter, welches Sven passgenau aus Stahlwinkeln und 25mm Eisenstangen zusammenschweißte.

Straßengraben entsteht

Essentiell für unseren Einzug war der Straßengraben zwar nicht, doch ohne das große Loch in der Straße, können wir bestimmt wesentlich einfacher zufahren. Das Schweißgerät war nicht mal richtig abgekühlt, als sich Sven schon der nächsten Herausforderung stellte. Durch meinen verletzungsbedingten Ausfall, blieb die Scheissarbeit an Sven hängen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die mehrstufige Kläranlage des Hostels, war nämlich noch nicht so ganz fertig. Neben zwei Fettfallen, die wir jeweils hinter den Duschen bzw. Küchenspülen anbrachten, fehlten auch noch dutzende Meter Verrohrung. Sehr knifflig war es wohl, die Ausgänge der drei Toilettentanks, in einem Rohr zusammenzuführen. Durch die Anschaffung der drei sogenannten Biodigestoren, sollten sich die Abwässer des Hostels nämlich eines Tages in Dünger verwandeln.

Als zweite Stufe endet das gefilterte Toilettenwasser zusammen mit dem fettbefreiten Dusch- und Spülwasser, in einem letzten Abwassertank, bevor es schließlich im Boden versickert wird. Aus besagtem Tank kann später auch Wasser für die Bewässerung des Gartens gepumpt werden, bevor man die Brunnenpumpe anwirft und frisches Wasser aus der Tiefe pumpt.

Teile unserer Kläranlage

Die Art der Anlage ist sicher einmalig in Santa Fe, muss sich jedoch auch erst einmal bewähren. Zusammengesetzt hat Sven sie jedenfalls hervorragend. In der Zwischenzeit war Lisa mit einer anderen Art von Drecksarbeit beschäftigt. Im Badezimmer, der Küche und auch den Hostelzimmern, fehlten nämlich noch viele Meter Silikonfugen. Am Boden herumzukriechen ist die eine Sache, doch dieses minderwertige Panama Silikon halbwegs ansehnlich in die Fugen zu bringen, eine ganz andere.

Das Badezimmer ist nun fast fertig

Lisas Finger sehen nun aus wie die eines Bauarbeiters, doch die meisten Fugen sind erledigt. Einmal müssen wir wohl noch nach Santiago fahren, um mehr Silikon zu kaufen. Es fehlen ohnehin noch einige Kleinigkeiten, um das Badezimmer und die Küche funktional fertigzustellen. Hübsche Küchenkästchen und Schubladen werden wir beim Einzug wohl noch nicht haben, doch ein Siphon sollte dort genauso sein, wie ein Duschkopf im Badezimmer.

Zu allem Überfluss wurde eine der beiden Hosteltüren beim Einbau so beschädigt, dass sie nicht ordentlich schließt. Sven will jetzt noch eine Reparatur versuchen, bevor wir notfalls eine neue Tür kaufen. Ich werde in den nächsten Tagen also noch meinen Fuß schonen, vielleicht ein bisschen einkaufen fahren, um dann ende Woche für den Umzug fit zu sein. Ob das klappt werden wir sehen, bis dann!

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2 Antworten

  1. Pedro sagt:

    Für die Küche empfehle ich Türscharniere von Ikea, die sind nämlich von Blum in Vorarlberg.
    Wenn Du die Schubladen genau einbauen willst wirst Du um das einpassen von Zwischen-
    brettern und hobeln der Balken wohl nicht herum kommen. Da als Mechanik für die Schubladen
    auch die von Ikea geht – zumal die erstens billig und bei den Method-Küchen eine zuzugsauto-
    matiik sowie -Dämpfung haben. Und die farblich passende Deckseite links gleich mit dazu!
    Eine gutaussehende und exakte Küche macht das Hostel hochwertiger als wie so ein 08/15
    -gebastel mit knallenden Türen und kratzenden Schubladen. Finde ich wenigstens. Falls Du
    es nicht schon fertig gemacht hast. Wie Küchen in der Region aussehen können siehst Du bei
    den immobilieninseraten bie metroquadrado Kolumbien, mercadolibre oder http://www.encuentra24.com.
    Das sind Seiten für immobilien.
    Schreibt einer der gerade selber eine selbst geplante Method L-Küche zusammenschraubt.
    Habe die Ehre

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