Juani Island Tour

20.10.2014

Beim Anblick des Frühstücks war die leichte Magenverstimmung von gestern sofort vergessen. Was gibt es besseres als frische Früchte mit Meeresblick, leichter Brise und strahlendem Sonnenschein? Ah, einfach herrlich. Ich glaube an so einem schönen Ort war ich nicht mehr seit meiner Zeit in Fidschi. Es gefiel mir so gut, das ich mich einfach nur hinlegte und anfing, das nächste Buch zu lesen. Huxley’s Brave New World war an der Reihe.

Gegen Mittag, als die Flut langsam ihren Höhepunkt erreichte, sprang ich zusammen mit Imani auf das Boot und wir machten uns auf den Weg um die Nachbarinsel Juani Island zu erkunden. Unser erstes Ziel war die Blue Lagoon. Ein Kanal der den offenen Ozean mit der Bucht von Chole verbindet und nur für wenige Stunden am Tag – eben bei Flut – mit dem Boot befahrbar ist. Am Ende des Kanals befand sich ein großer, natürlicher Swimming Pool.

Blue Lagoon Pools auf Juani Island

Nach einem kurzen Fußmarsch konnte ich meinen eigenen privaten, natürlichen Pool genießen. Kein Mensch in Sicht. Das Wasser lauwarm und kristallklar. Der Boden war bewachsen mit Seegras und bewohnt von einer Menge Tintenfische die in verschiedenen Farben schimmerten. Zu schade dass ich meine Unterwasserkamera nicht dabei hatte. Da wir ein wenig spät dran waren und das Wasser im Kanal sich langsam aber sicher zurückzog, mussten wir schauen was wir noch rechtzeitig weg kamen. So musste ich den schönen Pool nach ein paar Runden schwimmen wieder verlassen und zurück aufs Boot.

Eine halbe Stunde Bootsfahrt entfernt war unser nächstes Ziel: die Ruinen der antiken Stadt Kua, deren Geschichte zurück bis in das 10. Jahrhundert reicht. Bis heute weiß man nicht wirklich was zum Niedergang der Stadt geführt hat, Legenden gibt es aber viele. Eine davon besagt das es die Feinde des Sultans waren, der Sakalava Stamm aus Madagaskar, der im 15. Jahrhundert über die Stadt herfiel und sie zerstörte. Anstatt sie wieder aufzubauen wurde sie dann nach Chole Island verlegt, welches sogleich zum neuen Handelszentrum wurde. Aber davon habe ich euch bereits erzählt.

Ruinen auf Juani Island

Die Mauern der Gebäude, speziell im Zentrum der ehemaligen Stadt, waren noch zu großen Teilen erhalten. Die Überreste diverser Moscheen (eine für Frauen, eine für Männer), der Friedhof und so manches Grab, das Krankenhaus, eine Schule und vieles mehr konnte ich besichtigen. Finanziert wurde dies damals alles durch das sogenannte Kaurigeld. Bestehend und hergestellt aus den Gehäusen der Kaurischnecken, war Kaurigeld (im kolonialen Deutschland auch Negergeld genannt) das nach Raum und Zeit am weitesten verbreitete Muschel- und Schneckenhausgeld.

Die verlassene Stadt wird nun nur noch von kleinen Äffchen, Wildschweinen und einer Art Antilope bewohnt. Außerdem wanderten überall Kühe durch die Gegend. Die mächtigen Affenbrotbäume (hier auch Bubble Trees genannt) hatten sich im wahrsten Sinne des Wortes breit gemacht. Würgefeigen schlängelten sich um die alten Gemäuer und gemeinsam mit dem eindringlichen Gekreische der Vögel entstand eine echt mysteriöse Atmosphäre.

Nach etwas über einer Stunde waren wir dann unsere Runde gelaufen und Imani hatte mir zu jedem Gebäude eine kleine Geschichte erzählt. Ein echt lohnenswerter Ausflug. Schließlich ging’s zurück auf das Boot und Richtung Chole Island. Die letzten hundert Meter mussten wir im flachen Wasser zu Fuß zurücklegen und erreichten schließlich die Lodge – oder wie ich es mittlerweile nenne: mein zu Hause! 🙂

 

 

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1 Antwort

  1. Armin sagt:

    Einfach ein Traum. Gnießen bis zum abwinken.

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