Schwimmen mit Delfinen in Kizimkazi

27.10.2014

Ich kroch erst gegen Mittag aus meiner Hütte. Der Reggae dudelte dahin, der Ort wirkte wie ausgestorben. Ich war der einzige verbleibende Gast und nun ganz allein mit meinen Rasta Freunden. Die Zeit verging recht schnell und so langsam aber sicher war es angesagt, wieder in die Realität zurückzukehren. Ich kümmerte mich um ein Hotelzimmer in Stone Town und ein Ferry Ticket zurück nach Daressalam. Noch zwei Tage sollten mir hier aber bleiben.

Homeoffice?

Zwei Tage die ich nun ganz für mich selber, nur zum Nachdenken, zum Relaxen, Blogschreiben, Fotos sortieren und so weiter nutzen werde. Dachte ich mir. Am späten Nachmittag kamen drei Australier an, die gemeinsam auf Tour waren. Die übliche Backpacker Masche ging von vorne los und wenig später begleitete ich sie mit einem Bier zum Strand. Auch mein Freund Issa war mitgekommen. Wir unterhielten uns über potentiell interessante Sightseeing Touren in der Gegend um Stone Town, wo ich ja auch noch einen Tag verbringen werde.

Auf dem Rückweg vom Strand besuchten wir Nachbaren im Village. Diesmal waren es keine Rasta, was man gut an den in lange Tücher gewickelten Frauen erkennen konnte. Ein kleines muslimisches Geschäft das hier in der Gegend die billigsten Zigaretten verkauft. In ein Gespräch mit dem Eigentümer verwickelt, erzählt er mir das er morgen früh ein paar Touristen zum Delfin schwimmen bringen wird.

Interessant. Er war ein guter Händler, ich auch, und schließlich bekam ich die Delfintour zu einem Bruchteil des Normalpreises. Schließlich hatten die anderen Touristen das Taxi ja längst bezahlt. Einziger Knackpunkt: es wird morgen sehr früh losgehen.

 

28.10.2014

Um 5:30 Uhr bimmelte der Wecker, ich packte die ausgeliehene Gopro Kamera und meine Badehose. Wenig später saß ich im Auto bei Abdul. Wir holten zuerst noch die zahlenden Gäste aus ihrem Hotel ab und fuhren dann ganz in den Süden der Insel, in die Gegend von Kizimkasi. Schon als wir noch im Auto saßen traf mich fast der Schlag. So viele Weiße an einem Ort habe ich schon lange nicht gesehen.

Kann es sein das ich rassistisch geworden bin? Egal. Das Afrika Feeling geht einfach zu schnell verloren, sobald da so viel Mzungu zu sehen ist. Egal. Ausrüstung abfassen und dann rauf auf ein kleines Bötchen. Eine halbe Stunde aufs Meer hinaus. Diesen Teil kannte ich ja schon recht gut von der Suche nach dem Walhai. Doch diesmal war es anders. Lasst euch nicht von den Bildern täuschen, das Erlebnis war dann doch von recht kurzer Dauer.

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Ich denke mal so ungefähr wär das auch bei den Walhaien abgelaufen. In diesem Fall halt die Delfine, wurden erst lokalisiert und dann von Booten verfolgt. Ich tippe mal auf 10 Delfine, 10 Boote und 30 Mzungu. Man springt bei mehr oder weniger fahrendem Boot in die Stelle ins Wasser, auf die die Delfine grade zusteuern. Sie schwimmen dann für genau 3 Sekunden durch die Menschenmenge. Die mehr oder weniger guten Bilder verdanke ich dem armlangen Stab, an dem ich die Kamera befestigt hatte.

Wie ich feststellen musste ist aber die Linse beschlagen sodass ein Teil des Bildes verschwommen und unscharf wirkt. Hier auf dem Netbook kann ich das sowieso nicht richtig ansehen oder bearbeiten. In der Zwischenzeit gibt es halt nur ein paar Screenshots für euch. Also im Prinzip haben wir oben erwähnte Prozedur dann vier oder fünf Mal durchgemacht, bis keiner mehr Lust hatte wegen 3 Sekunden Delfinen ins Wasser zu springen.

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Es ging zurück an Land und rein ins Taxi. Etwa eine Stunde später, es war schon nach 9 Uhr, war ich dann zurück bei Sagando. Ich nutzte die Zeit um weiter am Blog zu arbeiten und erstellte die Screenshots des Delfin Videos. Mittlerweile habe ich so gut wie alles aufgeschrieben und bin auch auf Papier wieder in der Gegenwart angelangt. Die letzten paar Beitrage habe ich im Garten von Kae Zanland, nur ein paar Minuten Fußmarsch von Sagando entfernt, verfasst.

Hier läuft eine etwas andere Musik, auch das Essen schmeckt lecker. Habe grade einen Oktopus verspeist. Meine Tour für Stone Town und Umgebung ist auch klar gemacht. Es ist nun 16:09 Uhr, hat wie immer über 30° C, die Sonne scheint vom Himmel, eine salzige Brise weht. Zeit um schwimmen zu gehen.

 

 

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1 Antwort

  1. Papa sagt:

    Das war leider nicht Flipper.

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