Beijing Sightseeing Tour

07.05.2015

Der letzte Tag in China, Zeit um noch was zu erleben. Die Erkältung hatte sich mittlerweile größtenteils verzogen und ich war bereit für meine Tour. Gebucht hatte ich eine Bustour bei BejingLocalTour.com und erwartete mindestens einen Minivan, wenn nicht gleich einen Reisebus voller Leute. Umso erstaunter war ich, als mich vor dem Hotel eine Mittelklasse Limousine samt Fahrer und Tour Führerin erwarteten. Das Glück war mir hold, es hatte wohl niemand anders diese Tour gebucht und so bekam ich eine Privatführung zum Spotpreis.

Private-Tour

Erste Station war der Zoo von Beijing, wo der Besuch der beliebten Riesenpandas auf dem Plan stand. Der WWF, der diesen Bären auch als Logo benutzt, schätzt die Gesamtpopulation in freier Natur auf rund 1600 Exemplare. Die Großen Pandas haben einen ähnlichen Körperbau wie andere Bären, stechen aber wegen ihrer putzigen schwarz-weißen Färbung hervor.

Ganz witzig war es auch ihnen beim fressen zuzusehen, denn sie sitzen dabei auf ihrem Hintern und vertilgen an einem Tag rund 10 bis 20 Kilogramm Bambus. Das machen sie ganz geschickt mit den Vorderpfoten, denn ein weiteres artspezifisches Merkmal sind die verlängerten Handwurzelknochen, welche eine Art Daumen bilden und ein besseres ergreifen der Nahrung ermöglichen.

Aber so putzig sie auch sein mögen, meine Meinung zu eingesperrten Tieren hat sich bisher nicht geändert. So war ich nicht unbedingt traurig, nach einer halben Stunde Pandas schauen wieder im Auto zu sitzen. Wenige Kilometer später waren wir auch schon beim Beijing Olympic Park angekommen. Der Park und die Stadien wurden eigens für die Olympischen Sommerspiele 2008 gebaut.

Olympic Park in Beijing

Das ganze Gelände war erwartungsgemäß riesig, wirkte an diesem Vormittag jedoch ziemlich ausgestorben. Tat aber auch mal gut nicht in einer Menschenmenge zu sein. Ich spazierte ein wenig herum und betrachtete das Nationalstadion namens Vogelnest sowie das nationale Schwimmzentrum mit dem passenden Namen Wasserwürfel. Irgendwie hatte ich den Eindruck die Anlagen werden heutzutage kaum noch benutzt.

In einer Mauer hinter dem Vogelnest wurden alle Medaillengewinner der Olympischen Spiele 2008 eingraviert. Nach 10 Minuten gab ich es auf, einen Österreicher zu finden. Naja, wir haben ja damals auch nur 3 Medaillen mitgenommen. Und da die Sonne mir auch schon wieder auf den Kopf brannte, stieg ich bereitwillig ins klimatisierte Auto, welches mich sogleich zur nächsten Station brachte.

Und das war der Yonghe-Tempel, auch genannt Lamatempel. Er ist einer der größten lamaistischen Tempel außerhalb Tibets, und soll außerdem eine der am besten restaurierten Tempelanlagen Pekings sein. So weit so unspektakulär. Man hätte hier mit einer „Free Tibet“ Fahne sicherlich ein wenig mehr Action reinbringen können. Stattdessen watschelte ich meiner Touristenführerin hinterher und hörte mir zahlreiche Geschichten und teils interessante Fakten rund um die Anlage an.

Lamatempel

Diese besteht aus fünf Hauptgebäuden, welche jeweils durch einen Innenhof voneinander getrennt sind. Die Dekoration wie gewohnt bunt und verschnörkelt, der Duft von Räucherstäbchen lag in der Luft. Das Highlight der Anlage, der aus einem einzigen 26m hohen Baumstamm geschnitzte Buddha Maitreya, wartete in der Halle des Unendlichen Glücks darauf, bestaunt zu werden. Er wurde 1993 in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.

Eine wirkliche Besonderheit des Tempels waren für mich aber die Gebetsmühlen, die ich bisher an keinem anderen Tempel gesehen habe. Mittlerweile ist auch klar warum, denn die gibt es eigentlich nur im tibetischen Buddhismus und sie werden gedreht, um körperliche Aktivität und geistig-spirituelle Inhalte miteinander zu verbinden. Nach buddhistischer Überzeugung soll das gutes Karma anhäufen.

Da man sowas immer gebrauchen kann drehte ich mal kräftig an den Mühlen und stieg mit jeder Menge Glück im Gepäck ins Auto. Gleich geht’s ab zur nächsten Attraktion, mehr dazu im nächsten Beitrag!

 

 

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2 Antworten

  1. Foto vom Buddha aus´m Baumstamm ?!?

    • Simon sagt:

      Fotos machen verboten, außerdem konnte man den nur bis zu den Knien richtig sehen. Ein Tempel wurde später um ihn rum gebaut 😀

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