Another Farewell Party

10.07.2011

Um kurz nach 8 Uhr morgens klopfte es an meiner Zimmertür. Esava war gekommen um mich abzuholen und zu seinem zu Hause zu bringen. Es war ein großes Festessen zu meinen Ehren geplant – noch eine Abschiedsparty 🙂

Wir besorgten Kartoffeln, Hähnchen und natürlich Kava und stiegen dann in ein Taxi. Zehn Minuten später waren wir in dem Dorf namens Tavakubu angekommen, wo Esava in einem riesigen Haus wohnt. Und das natürlich nicht alleine. Mit ihm bewohnen noch ungefähr 10 andere fidschianische Boys das auf Holzpflöcken stehende Gebäude. Auch Boris und Kiri haben dort zurzeit ein zu Hause gefunden.

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In der kleinen Küchenhütte vor dem Haus waren jede Menge Leute bereits damit beschäftigt, das Essen vorzubereiten. Neben den zwei Hühnchen die ich mitgebracht hatte, war auch ein riesiger Schweinskopf für das Festessen besorgt worden. Als besondere Ehre sollte ich die Nase, die Ohren und die Augen zu essen bekommen. Ich lachte und lehnte dankend ab. Ein wenig weiter hinter dem Haus flackerte auch schon das Feuerchen für den Lovo. Die Jungs hier benutzen zwar das gleiche Prinzip das man auch auf den Inseln verwendet, aber das Feuer wird nicht in einem Loch sondern über der Erde gemacht. Der Rest bleibt gleich. Das Essen wird auf die Glut und die vom Feuer aufgeheizten Steine gelegt und anschließend mit Bananenblättern, Planen und Erde bedeckt.

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Während das Essen kochte wurde das von mir mitgebrachte Kava Pulver in einer hübschen großen Holzschüssel zubereitet. Dann hieß es wie immer „Taki!“, was so viel bedeutet wie es ist Zeit zum Kava trinken. Und das ist es in Fidschi immer, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Heute bekam ich auch die Ehre und wurde zum Chief der Kava Zeremonie erklärt. Das bedeutet im wesentlich nur, dass ich immer der erste in der Runde bin der Kava zu trinken bekommt. Außerdem sagte jeder der danach eine Schale bekam laut Bula und ich antwortete ebenfalls mit einem Bula. Der Chief hat noch weitere Rechte, wie zum Beispiel während dem trinken eine Sonnenbrille oder einen Hut zu tragen, was den anderen nicht erlaubt ist.

fidschi-kava

Einige Stunden später holten die Jungs das Essen aus dem Lovo und machten noch den letzten Schliff, ehe es schön garniert auf dem einzigen Tisch im Haus aufgestellt wurde. Was man im echten Fidschi selten finden wird, sind Tische, Stühle und Besteck. Die Menschen sind es gewohnt am Boden zu sitzen und mit den Fingern zu essen. Die ersten paar Tage tut einem der Hintern weh, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an alles. Nur wie man Reis oder Nudeln ohne eine Gabel isst, habe ich immer noch nicht ganz raus.

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Während wir Europäer gegessen haben, sahen es die Fidschianer als ihre Pflicht an, zuerst den restlichen Kava zu vernichten. Das Essen war sensationell, wie ich finde sogar noch ein Stückchen besser als auf der Insel. Unglaublich saftiges Hühnchen, mit Fleisch und Gemüse gefüllte Bananenblätter und jede Menge andere Köstlichkeiten. Nachdem ich vollgefressen war, bekam ich auch nochmal ein paar Schälchen zu trinken und dann passierte etwas, von dem ich nicht gedacht hätte dass es möglich wäre. Während die Jungs sich unterhielten, alte Fidschi Legenden erzählten und endlich auch anfingen zu essen, fielen mir die Augen zu. Mein voller Bauch, die Hitze im Haus und der viele Kava hatten mich unglaublich müde gemacht. Nun lag ich also da, zwischen all den Leuten am Boden rum und schnarchte. Und das mit OFFENEN AUGEN! Ich hätte es nicht geglaubt, wenn Kiri nicht ein Video davon gemacht hätte.

Video:
Ich schlafe mit offenen Augen…

Also aufpassen, ich sehe alles! Auch wenn ich schlafe 🙂

Als es bereits dunkel wurde verabschiedete ich mich von den vielen Leuten und verbrachte meine letzte Nacht im Cathay Hotel in Lautoka.

 

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1 Antwort

  1. DAS nennt man Tiefschlaf …. 🙂

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