Neues von der Baustelle: Wassertanks und Stromverteiler

Wieder einmal gibt es Neuigkeiten von der Finca. Während die Arbeiter den Bau der Hostelgebäude mehr oder weniger selbstständig vorantreiben, sind und waren wir mit zahlreichen Nebenschauplätzen beschäftigt. Beginnen wir beim Wasser. Nachdem der Brunnen und das Brunnenhaus fertig sind, und wir mittlerweile sämtliche abgehenden Wasserleitungen bis hoch zum angedachten Platz für die Tanks verlegt haben, konnte es nun ans Eingemachte gehen.

Für die beiden 5.000 Liter Wassertanks, haben wir uns den höchsten Punkt der Finca ausgesucht. Es ist die bisher schwierigste Baustelle, nämlich hoch oben zwischen den Felsen gelegen. Sie hat bereits so einige Opfer gefordert. Vor allem viel Schweiß, denn alles Baumaterial und Werkzeug musste mühsam durch das unwegsame Gelände getragen werden. Einer der Tanks bekommt ein klassisches Betonfundament, wohingegen der zweite mit einem Stahlrahmen auf einem Felsen platziert werden soll. Warum einfach, wenn’s auch extravagant geht?

Wie immer musste erst mal der Abbruchhammer ran, um die Fundamentgräben auszuheben. Ganz gerade konnten wir es trotzdem nicht machen, doch den Wassertank wird das etwas trapezförmige Fundament nicht stören. Das massive Stahlgerüst für den anderen Tank den Berg hochzutragen, schafften wir mit Müh und Not zu dritt. Und als der Beton trocken war und das Gerüst am Felsen festgemacht, konnten auch schon die Tanks hochgeschleppt werden. Diese ließen sich aber mehr oder weniger gemütlich den Berg hochrollen.

Dann gab es wieder viel Arbeit für mich, denn die Tanks mussten untereinander sowie mit den abgehenden Wasserleitungen verbunden werden. Auch die fehlenden Rohre für die Zuleitung des Brunnenwassers zum Tank, hatten wir endlich bekommen. Nach vielen Stunden planen, messen, sägen und kleben war es dann soweit. Wir konnten zum ersten Mal Wasser vom Brunnen in die Tanks hochpumpen.

Also den Generator zum Pumpenhaus geschoben, die Pumpe angesteckt und dann hieß es warten. Zu unserer großen Freude schaffte die Pumpe auf die Höhe rund 5 Kubikmeter pro Stunde, und hatte die Tanks in Windeseile vollgepumpt. Schließlich war der Moment gekommen, um die zahlreichen verlegten Wasserrohre zu entjungfern. Ich öffnete das Ventil am Tank und begann erstmal damit, den Dreck und die Klebereste aus den Rohren zu spülen.

Wenig später hieß es dann auf ersten Teilen der Finca: Wasser marsch! Um die rund 120 Meter lange Strecke Richtung Fluss anzubinden, müssen wir nämlich noch einen Graben ziehen und die Straße beim Eingang überqueren. Doch wie sagt man so schön in Panama: Poco a poco! Neben all dem Wasser gab es für mich auch noch reichlich Aluminium und Kupfer zu verteilen, denn all die einzelnen Gebäude müssen schließlich mit Strom und Netzwerk versorgt werden.

Ausgehend vom geplanten Hauptverteiler am Hostelgebäude, mussten Stromkabel zum Lagerhaus, Brunnenhaus, Sanitärgebäude und schließlich zum Küchengebäude verlegt werden. Dafür verwenden wir spezielle 25mm² Aluminiumkabel, die ich zusammen mit den PVC Rohren direkt in die Erde lege. Ausgelegt sind sie dafür, wie lange sie die extremen Bedingungen in Panama mitmachen, wird sich allerdings zeigen müssen.

Um später Internet- und Telefonanschlüsse sowie eine interne Vernetzung bereitzustellen, haben wir außerdem die ersten paar hundert Meter Netzwerkkabel verlegt. Oben an den Wassertanks sollen bald Antennen montiert werden, und die Finca zumindest mit langsamem Internet versorgen. Von irgendwann verfügbarem Glasfaser können wir hier wohl nur träumen. Und das ist auch gut so.

Als erstmal alle Kabel gemeinsam mit den Rohren im Boden waren, konnten wir sie endlich mit Erde bedecken. Lisa war dann einige Tage mit dem Betonieren der darüber verlaufenden Wassergräben beschäftigt, und hat mit Flusssteinen eine hübsche Einfassung für die Wassereinlässe gebastelt. Damit das alles eines Tages aber mal richtig funktionieren kann, fehlt es vor allem noch an einem: Strom!

Auch an dieser Front sind erste Fortschritte zu vermelden. Die Stromwand an der Hauptstraße ist soweit fertiggestellt, und die Beantragung des ersten Anschlusses in die Wege geleitet. Zahlreiche Dokumente mussten ausgefüllt und bei der Feuerwehr in Santiago vorgelegt werden. Die Herren mit dem Blaulicht werden noch diese Woche auf der Finca vorbeischauen, unsere Stromwand inspizieren, und hoffentlich ohne weitere Umwege freigeben.

Dann landen wir auf einer Liste der Stromfirma, und sollten eigentlich nach spätestens 15 Tagen Strom auf den Leitungen haben. Doch wie Erfahrungen Anderer zeigen, kann es sich dabei auch mal um 15 Wochen handeln. Es ist und bleibt also spannend hier in Panama. Aber etwas anderes hätten wir auch gar nicht erwartet. In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal!

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