M.V. Kangaroo Explorer Liveaboard – Day 3

21.09.2011 – Tauchgang 7-9

Am Morgen waren meine Kopfschmerzen verschwunden und ich fühlte mich wieder topfit, als ich gegen 6 Uhr aus dem Bett krabbelte und mich für den ersten Tauchgang vorbereitete. Wir waren mittlerweile ein wenig weiter entlang des Millin Reefs gefahren und befanden uns nun bei einem „The Whale“ genannten Tauchspot.

Auch dort gab es faszinierende Korallenformationen, bunte Fische und alle möglichen anderen Sachen die ich nicht identifizieren konnte, zu sehen. Das Highlight war wieder mal ein Reef Shark, welcher uns aus einigen Metern Entfernung beobachtete. Der erste Tauchgang in der Früh ist immer sehr besonders, denn die Sonnenstrahlen kommen aus einem steilen Winkel und erzeugen eine besondere Atmosphäre am Riff. Aus irgendeinem Grund verbrauchte ich bei diesem Tauchgang ziemlich viel Luft, was dazu führte das wir nach ungefähr 20 Minuten wieder auftauchen mussten.

The Whale, Millin Reef, GBR

Es wurde auch Zeit, denn an Board wartete bereits ein leckeres Frühstück auf uns. Nach einem knapp 90 minütigen Oberflächenintervall (die Zeit zwischen zwei Tauchgängen wird so genannt), stand dann auch schon der nächste Tauchgang an. An meinen Füßen hatten sich über die letzten Tage große Blasen entwickelt und ich musste diesmal ein Paar Socken tragen, um überhaupt noch in der Lage zu sein, mit den Flossen zu schlagen. Diese engen Plastikdinger hatten durch die aufgeweichte Haut ein leichtes Spiel und hinterließen an mehreren Stellen schmerzhafte Wunden.

Aber alles halb so schlimm, denn sobald ich wieder unter Wasser war, vergaß ich sämtliche Sorgen und Probleme von der Oberfläche. Es ist einfach so eine himmlische Ruhe da unten, ein entspanntes Gleiten durch die atemberaubende Unterwasserwelt. Anstatt mir selbst etwas Schlaues einfallen zu lassen, möchte ich euch wieder einmal ein tolles Zitat präsentieren:

„From birth, we carry the weight of gravity on our shoulders. We are bolted to earth. But we have only to sink beneath the surface and we are free.“
– Jacques Yves Cousteau

Nach dem Tauchgang nutze ich die Zeit, lud die ganzen Bilder von der Kamera auf meinen Computer und schaute sie mal durch. Da ich mir gestern noch ein paar Tipps vom Unterwasserfilmer und –Fotograf auf dem Boot geholt hatte, konnte ich deutlich sehen wie meine Bilder im Laufe der Zeit immer besser wurden. Sagen wir so – es waren dann einfach mehr brauchbare dabei. Da ich gestern Abend nicht viel gegessen hatte, gönnte ich mir noch ein zweites Frühstück und vertrieb mir so die Zeit bis zum nächsten und vorerst letzten Tauchgang.

Das Boot schipperte wieder ein paar Kilometer entlang des Millin Reefs, wo wir bei einem Tauchspot namens Hammerhead Halt machten. Dort bekam ich die farbenprächtigsten Korallen aller Zeiten zu sehen. Ich bin mir nicht sicher ob das vielleicht an der teilweise geringen Tiefe gelegen hat, aber hier schimmerte es in allen Farben. Zum ersten Mal machte ich auch ein längeres Video des Tauchgangs, das ich am Ende des Beitrags zum Download bereitstellen werde.

Hammerhead, Millin Reef, GBR

Viel zu schnell war dann aber die Luft aus und ich musste – ob ich wollte oder nicht – wieder zurück an Board. Was ich vergessen hatte zu erwähnen ist, dass die offene Stelle als Freiwilliger die ich ja nicht haben wollte, durch meine Vermittlungskünste an Solveigh vergeben wurde. Sie war schon fleißig damit beschäftigt in der Küche zu helfen, während ich die restlichen paar Stunden relaxte. Schließlich besuchte uns die Reef Kist, das andere Boot der Tauchfirma, und brachte mich zurück nach Cairns, wo ich jetzt einige Tage Zeit haben werde, mich auf meine Asienreise vorzubereiten.

Zum Abschluss noch ein paar interessante Fakten: Während den drei Tagen habe ich 9 Tauchgänge absolviert und in den insgesamt 277 Minuten Unterwasser genau 435 Bilder gemacht. Einmal mehr kann ich sagen, dass sich die Anschaffung eines Unterwassergehäuses mehr als nur rentiert hat 🙂

Für diejenigen die es nicht eh schon wissen, sei gesagt dass das Great Barrier Reef die größte von Lebewesen geschaffene Struktur auf der Erde ist und bereits vor 30 Jahren von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Der Name allerdings ist ein wenig irritierend, denn dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes Riff sondern um mehr als 2.900 Einzelriffe, über 1000 Inseln und unzählige Sandbänke. Wer mal die Chance bekommt ins Weltall zu fliegen, sollte einen Blick riskieren, denn von dort aus kann man es mit dem bloßen Auge erkennen.

Angesichts dieser Zahlen wird klar, dass ich nur einen winzigen Bruchteil davon sehen konnte und hoffe natürlich, dass ich bei meiner nächsten Fahrt aufs Meer am 30. September noch mehr Eindrücke sammeln kann.

Videos:
Schildkröte am Briggs Reef, Great Barrier Reef
Nemo’s am Briggs Reef, Great Barrier Reef
Rundgang durch das Millin Reef, Great Barrier Reef

 

 

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3 Antworten

  1. Jens sagt:

    Die Bilder sehen einfach nur gut aus. Das sind schöne Impressionen von unter Wasser. Ich habe im letzten Urlaub an einem kleinen Tauchkurs teilgenommen, aber solche schönen Orte habe ich leider nicht zu Gesicht bekommen. Ich werde aber auf jeden Fall noch einen Kurs machen, um die Schönheit der vielen Riffe besser kennenzulernen. Vielleicht klappt es bei mir auch mit den Bildern.

  2. Hi Simon ! Da ich auch viele Fotos mache (zwar nicht unter Wasser), aber was sind die Tipps die du bekommen hast ?! Grüessle, Mike

    • Simon sagt:

      Trifft alles nicht auf die Oberfläche zu. Mit Blitz muss man halt immer aufpassen, denn die vielen Partikel im Wasser reflektieren sehr stark und machen das Bild kaputt. Also Blitz nur bei Nahaufnahmen. Dann hab ich halt oft einfach die Kamera hingehalten ohne auf das Display zu schauen. Das Ergebnis war dann mehr oder weniger Glück. Jetzt tauche ich immer tiefer mit der Kamera vor dem Gesicht das ich auch sehen kann was ich fotografiere 😉 Eigentlich alles ziemlich logisch…

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