La Buena Vida en Santa Fe: Von Bullen und anderem Getier

Ein neuer Monat und ein neuer Haufen von Erlebnissen, die ich nun irgendwie versuche in diesen Beitrag zu packen. Auch diesmal möchte ich euch ein wenig vom alltäglichen Leben in Panama berichten und außerdem von unseren Erfahrungen mit den diversen Staatsorganen und Behörden.

Als erstes muss man verstehen, dass Panama nicht Panama ist. In den größeren Städten wo viele Menschen auf kleinem Raum leben, gibt es Regeln, Gesetze und jede Menge Polizei und andere Behörden. Die kontrollieren auch gerne und verhängen schon mal eine Strafe. In den Provinzen, vor allem abseits der Panamericana, ist das alles ein bisschen anders. In Santa Fe gibt es zwar auch eine Polizei, und die haben sogar einen brandneuen und supermodernen Polizei Pickup.

Parktickets verteilen die allerdings keine, einen Alkomat gibt es nicht im Umkreis von 50km und Radarkontrollen kennt man hier höchstens aus dem Fernsehen. Die Bullen stehen meistens irgendwo im Schatten unter einem Baum, das Blaulicht angeschaltet und sichtbar von weit her. Einen Führerschein braucht man hier sowieso nicht wirklich und auch für die Fahrzeuge gelten großzügige Toleranzen. Im Prinzip darf alles fahren was sich irgendwie fortbewegen kann. Also zutreffend für das Auto und aber auch dessen Fahrer.

Eines Tages fuhren wir wie so oft mit mehreren Leuten auf der Ladefläche Richtung Grundstück. Sven am Steuer, fährt extra langsam und vorsichtig. Plötzlich hinter uns das Bullenauto. Sven kriegt schon Paranoia, denkt die Bullen wollen ihn anhalten. Wenig später überholte uns dann das Polizeiauto. Hinten die Ladefläche voll mit Grünabfällen, der Polizist wohl grade dabei seinen Garten aufzuräumen. Nein, in Santa Fe gibt es keine Probleme mit der Polizei. Beliebt ist sie trotzdem nicht 🙂

Policia Nacional de Panama

Ganz ähnlich wie die sogenannten Motorrad-Bullen, von denen sich immer zwei der schwarz gekleideten, mit Sturmhauben vermummten und mit Maschinenpistolen bewaffneten Männer, ein Motorrad teilen. Wenn man denen das erste Mal begegnet, weiß man nicht so recht auf welcher Seite sie spielen. Mittlerweile vermute ich allerdings, dass sie die guten sind. Berührungspunkte mit diesen Herren hatten wir noch nie, in Santa Fe gibt es sowieso keine davon.

Neben der normalen Polizei und dieser „Spezialpolizei“, gibt es in Santiago auch noch eine Art Verkehrspolizei, die nur für die Einhaltung der Verkehrsregeln, Kontrolle der Fahrzeugpapiere, etc. zuständig ist. Der Laden nennt sich ATTT, und deren Mitarbeiter lauern ähnlich hinterhältig und fies an markanten Stellen auf, wie es die Polizei in Österreich auch macht. Die gute Nachricht ist: normalerweise gibt es keine Probleme.

Generell ist man als Ausländer natürlich eher Ziel von Kontrollen, sobald der Beamte aber verifiziert hat, dass wir keine Amerikaner sind, breitet sich für gewöhnlich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus und wir können weiterfahren. Nicht so an einem besonderen Tag, an dem Sven eine nicht sichtbare (weil an dieser Straßenstelle zu hoch angebracht), doch trotzdem rot leuchtende Ampel überfahren hatte.

Die ranzige Nudel drückte ihm doch glatt einen Strafzettel über $100 aufs Auge. Die Stimmung war im Keller und der restliche Tag dominiert von diesem Thema. Bis unsere Vermieterin davon Wind bekam. Wie sich herausstellte hatte sie früher in dieser Bude gearbeitet und nach ein paar Stunden hin und her war der Strafzettel schließlich gelöscht. Vielen Dank!

Die Strafen sind nicht ohne!

Und dann wäre da noch das Umweltamt. Während der Bauarbeiten an der Straße, kamen wohl irgendwann mal Leute vom Amt und haben unserem Baggerfahrer Fragen gestellt. Wir hatten erst keine Ahnung worum es ging, doch nach einem Besuch beim Büro war alles klar: sie wollten lediglich wissen, ob wir irgendwelche Bäume gefällt hatten oder das noch tun wollten. Nein. Und damit war es dann auch schon erledigt.

Tja, was gibt es noch zu sagen? Vielleicht nicht erwähnenswert, für die Vorstellungskraft einiger Leser aber nicht unwichtig: Nein, bisher mussten wir kein einziges staatliches Organ in Panama schmieren. Und auch sonst niemanden. Geschafft haben wir dafür eigentlich ziemlich viel. Visa und Aufenthaltsgenehmigung bekommen, Bankkonten eröffnet, Firmen gegründet, Grundstücke gekauft, Auto angemeldet, Führerschein, etc. etc. Und dafür immer noch niemanden geschmiert.

Schade, Korruption scheint doch nicht so weit verbreitet wie in euren Köpfen. Entführt, beraubt oder erschossen wurden wir auch noch nicht. Das nur mal so am Rande. Aber sind ja erst 4 Monate. Was noch nicht ist kann ja noch werden.

In diesem Sinne, bis bald! 🙂

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2 Antworten

  1. Michael Hinterauer sagt:

    Ja, weiter so im rechtsfreien Raum … ! 😉

  2. Armin HInterauer sagt:

    Na dann passt ja alles. Weiterhin viel Spaß und Freude.

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