Kangaroo Explorer Volunteering Part1

30.09.2011 – Tag 1

Wie auch schon bei meinem ersten Besuch des Kangaroo Explorers, damals noch als zahlender Passagier, wurde ich früh morgens mit dem Shuttle Boot vom Hafen in Cairns hinaus zum Schiff gefahren. Erneut musste ich mir die Sicherheitsanweisungen und die komplette Einführung anhören, bevor ich schließlich in ein kleines 3-Bett Zimmer am untersten Ende des Schiffs geführt wurde, wo ich für die nächsten 7 Nächte schlafen werde.

Danach ging es direkt ab in die Küche und der zweite Volunteer an Board erklärte mir alle Sachen und was ich wann zu tun habe. Nach dem Mittagessen ging es dann direkt los mit dem abwaschen.

Überraschenderweise befand sich in der Küche eine Geschirrspülmaschine, welche die Arbeit deutlich erleichterte. Die vielen Teller und das Geschirr das die Leute zum Essen verwendeten war weniger ein Problem. Die vielen großen Aluminiumbehälter, unzählige Schüsseln, Töpfe und Küchenutensilien die zum Kochen gebraucht wurden, machten jedoch jede Menge Arbeit.

House Rules

Nachdem alles erledigt war musste ich mich erst mal darum kümmern, dass ich Bettzeug und eine Taucherausrüstung bekam. Es ist deutlich spürbar, dass als Volunteer hier ein anderer Wind weht, denn man muss ständig allem nachrennen. Meinen ersten Tauchgang hatte ich dann schließlich um 16 Uhr, nachdem auch das Geschirr vom Afternoon Tea abgewaschen und weggeräumt war. Diesmal waren wir an einen selten besuchten Divespot am Millin Reef gefahren, der den sehr treffenden Namen Coral Garden hatte.

Ich würde den Spot sogar als Gemüsegarten bezeichnen, denn viele Korallen hatten eine gemüseähnliche Form und gaben dem Riff einen sehr witzigen Look. Die maximale Tiefe lag bei vielleicht 9 oder 10 Metern, was dazu führte das wir sehr gutes Licht hatten und viele Farben erhalten blieben, die in tieferen Gewässern verloren gegangen wären. Mein Dive Buddy hatte seinen 50. Tauchgang absolviert, den man traditionellerweise ohne Wetsuit macht. Trotz dieser Tatsache hielt er es mehr als eine halbe Stunde im Wasser aus und wir konnten einen langen Tauchgang an dem selten besuchten Spot genießen.

Coral Garden, Wild Site, Millin Reef, GBR

Danach ging es direkt ab zum Abendessen an anschließend wieder zum abwaschen. Ich wurde noch eingeschult was am Ende des Tages alles zu machen ist und wurde dann schließlich gegen 8 Uhr aus dem Dienst entlassen. Scotty, ein Dive Instructor der für einige Tage auf dem Boot bleiben wird, spendierte mir und dem anderen Volunteer ein Bier. Da die Dame aber keines wollte bekam ich zwei – umso besser. Ziemlich erledigt legte ich mich dann gegen 9:30 Uhr ins Bett und versuchte ein wenig Schlaf zu bekommen.

Da sich das fensterlose Zimmer am untersten Ende des Bootes direkt neben den riesigen Frischwassertanks befand, konnte man die ganze Nacht über das herumschwappende Wasser in ohrenbetäubender Lautstärke hören. Zu allem Überfluss befand sich der Auslass der Klimaanlage auch noch direkt über meinem Bett, was zu einer eisig kalten Nacht führte.

 

01.10.2011 – Tag 2

Nach einer heißen Tasse Kaffee sprang ich um 6 Uhr morgens erneut ins Wasser und erkundete einen weiteren selten besuchten Tauchspot. Wie mir erklärt wurde sind die Fische hier nicht so sehr an Taucher gewöhnt und hauen deshalb sofort ab, wenn einer in Sichtweite ist. Ich weiß nicht was an mir so bedrohlich aussieht, denn die Tierchen bräuchten definitiv keine Angst zu haben 🙂

Anschließend gab es Frühstück und ich durfte erneut zwei Stunden lang abwaschen und die Küche putzen, bevor ich mit einem Rucksack-Staubsauger ausgerüstet sämtliche Bereiche des Boots absaugte. Nach dem Mittagessen ging der zweite Volunteer von Board, was bedeutete dass ich ab jetzt alles alleine machen musste. Dieser Tag war wirklich hart, denn wir hatten mehr als 40 Leute an Board und ich hatte dementsprechend viel Arbeit mit abwaschen und aufräumen.

 

02.10.2011 – Tag 3

Am nächsten Morgen startete alles von vorne und gegen Mittag bekam ich schließlich eine sehr gute Nachricht. Die meisten Passagiere würden heute zurück an Land fahren und für das Abendessen wären dann nur noch 15 Leute da. Perfekt! Aufgemuntert von dieser tollen Nachricht arbeitete ich den ganzen Tag wie ein verrückter und beeindruckte mit meiner Arbeitsmoral den Koch und die Hostessen.

Ghostbuster

Ich muss sagen wir haben aber auch wirklich ein gutes Team hier. Alles junge Leute, immer am Blödsinn machen (Pancake Frisbee, Ghostbuster Staubsauger, etc.) und am Lachen. Auch der Koch ist eine coole Socke und es macht Spaß ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen. Am Abend machte sich diese Einstellung dann letztendlich auch bezahlt, denn obwohl noch nicht alle Sachen abgewaschen waren, schickte er mich zum Nachttauchgang und übernahm die Drecksarbeit.

Ich war zwar nicht wirklich überzeugt davon, im stockdunklen Ozean irgendwelche besonderen Dinge zu entdecken, wurde kurze Zeit später aber eines besseren belehrt. Wir sahen einen kleinen Lionfish, der für mich eher aussah wie eine Art Krebs. Wenige Meter später wanderte ein fetter Rocklobster (Felshummer?!) über das Riff und ließ mir einige Sekunden Zeit für ein Foto, bevor er sich wieder zwischen den Korallen versteckte. Bevor wir auftauchten zeigte uns der Instructor noch wie wir den im Wasser schwimmenden Plankton zum Leuchten bringen können. Man wedelt einfach ein wenig mit der Hand durch die Gegend, um die Bio Lumineszenz des Planktons zu aktivieren, die eigentlich als Schutzfunktion gedacht ist. Echt cool 🙂

 

03.10.2011 – Tag 4

Am vierten Tag meines Volunteerings kam eine Köchin für einen Probe Tag auf das Boot. Wir waren nun also zu dritt in der winzigen Küche, hatten aber jede Menge Spaß. Die Dame ist zwar schon jenseits der vierzig, fügte sich aber gut ins Team ein und schien auch sehr motiviert zu sein. Für mich bedeutete das umso weniger Arbeit, denn sie war beim abwaschen und aufräumen der Küche kaum zu stoppen.

Natürlich bin ich der letzte der sich darüber beschweren würde.
An diesem Tag hatte ich auch wieder drei wundervolle Tauchgänge und machte viele tolle Unterwasserbilder. Das Ergebnis von den bisher 13 Tauchgängen könnt ihr euch in der nachfolgenden Bildergalerie ansehen. Außerdem sind auch einige Videos dabei. Ich werde voraussichtlich noch weitere 4 Tage auf dem Schiff verbringen und mich dann Freitag oder Samstag wieder melden!

Nachfolgend noch mein Standard-Tagesablauf:

05:30: Wake-Up Call
05:45: Aufstehen, Tasse Kaffee
06:00: 1. Tauchgang
07:00: Frühstück
07:30: Abwaschen, Küche aufräumen
08:30: Staubsaugen, Gästezimmer aufräumen
10:00: Freizeit
11:00: 2. Tauchgang
12:00: Lunch
13:00: Abwaschen, Küche aufräumen
14:00: Freizeit
15:00: Afternoon-Tea
16:00: 3. Tauchgang
17:00: Abwaschen, Küche aufräumen
18:00: Dinner
19:00: Abwaschen, Küche aufräumen, Regale, Ablageflächen und Boden putzen, Vorbereitungen für den nächsten Tag(Bei gutem Timing: 4. Tauchgang NIGHT DIVE)
21:00: Freizeit
23.00: ins Bett fallen…

Am nächsten Morgen: Alles nochmal 🙂

 

Videos:
Gigantische Muschel am Moore Reef
Swim-Through am Moore Reef
Viele bunte Fische am Millin Reef
Ein Felshummer beim Night Dive
Christmas Tree Worms am Briggs Reef

 

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4 Antworten

  1. papa sagt:

    gib,s auch Foto ….Simon bei der Arbeit ??
    gruß
    papa

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