Experience the Everyday Life in Fiji

So da bin ich wieder. Mit dem Laptop am Strand, der Rauch vom Lagerfeuer weht mir ins Gesicht und hält die Moskitos fern. Ich versuche nun dort weiterzumachen wo ich beim letzten Eintrag aufgehört habe.

Kurz nachdem ich das Sevu Sevu an Tai Paul, dem Ältesten im Dorf, übergeben hatte, wurden die Wurzeln in einen großen Mörser gegeben und zerstoßen. Das klingen des Metalls ist hier fast jeden Abend zu hören. Man könnte es als „The Heartbeat of Fiji“ bezeichnen.

kava-pounding

Nach 10-15 Minuten pounding befindet sich dann nur noch ein braunes Pulver im Mörser, welches anschließend in ein Stück Stoff gefüllt wird. Der Stoff mit dem Kava darin wird dann für einige Minuten im Wasser gebadet und ausgepresst. Das Ergebnis ist die braune Brühe namens Kava, ohne die diese Leute hier wahrscheinlich nicht funktionieren würden. Wenn man das erste Mal Kava trinkt spürt man nicht viel, aber je öfter man es trinkt umso stärker wird die Wirkung. Es ist also genau umgekehrt wie beim Alkohol.

Kommen wir nun zum Essen. Durch Zufall durfte ich vor einigen Tagen bei einem sehr leckeren Mitternachtsbuffet mitnaschen. Ich habe euch doch schon von dem sündhaft teuren Resort erzählt, welches nur wenige hundert Meter entfernt, gegenüber vom Flying Fish Village ist. Die Angestellten dort, natürlich waschechte Fidschianer, kommen nach Feierabend öfter mal mit dem Kajak vorbei, und sitzen mit uns am Lagerfeuer. Sie sagen das hier bei uns sei das echte Fidschi, und dort drüben seien nur die Touristen glücklich. In der besagten Nacht haben unsere Jungs jedenfalls jede Menge Fisch gefangen, und den dann auf Fidschi Art zubereitet.

fische-grillen

Sie werden direkt ins Lagerfeuer geschmissen, und für einige Minuten gebraten. Anschließend kommen sie in einen großen Eimer gefüllt mit etwas Meerwasser. Ein paar zerhackte Chilis und der Saft von frisch gepflückten Orangen sorgen für ein wenig Würze. Die Fische werden noch für ein paar Minuten eingelegt und dann in kleinere Schüsseln umgefüllt. Die Brühe die übrig bleibt wird als Suppe zur Vorspeise getrunken. Und ich kann euch eines sagen: Ich habe noch nie so guten Fisch gegessen. Dazu noch ein wenig Breatfruit ein einen Green Tea. Das ganze spielte sich auf einer Matte, die auf den Sand gelegt wurde, ab. Im Hintergrund flackerte das Lagerfeuer und das Meer plätscherte sanft an die Küste. Einfach herrlich!

Heute habe ich auch beim Kochen geholfen. Früher dachte ich immer die Kokosnussmilch, die wir in Dosen kaufen können, kommt aus den Kokosnüssen. Das ist aber Bullshit. Das weiße Fruchtfleisch wird aus dem Kokosnusskern herausgeschabt und mit Wasser vermischt. Anschließend wird die Masse für einige Minuten geknetet, ausgepresst und zum Schluss herausgesiebt. Das Ergebnis ist eine frische selbstgemachte Kokosnussmilch. Die übriggebliebenen Kokosnussraspeln sind nahezu geschmacklos und können noch als Dekoration verwendet werden. Das Werkzeug das zum Ausschaben benutzt wird, und mich beim Auspressen der Kokosnussmilch, könnt ihr auf den Bildern weiter unten sehen.

kokosnussmilch

OK, was machen wir sonst noch so hier, wenn wir nicht gerade kochen oder essen? Tja, ich bin ja hier nicht nur als Urlauber, sondern auch als Volunteer, sprich Freiwilliger. Es gibt jede Menge Arbeiten zu tun und es wird selten langweilig. Eine Besonderheit ist die Adobe Technik mit der wir hier arbeiten. Sand, Lehm und Zement in verschiedenen Mischverhältnissen können für nahezu alles benutzt werden. Bodenplatten, Stufen und sogar ganze Gebäude (zb. das „Badezimmer“) können so gebaut werden. Außerdem bauen wir zurzeit einen kleinen Damm, um zu verhindern, dass bei Vollmond und Flut das Wasser nicht zu nahe ans Dorf kommt.

Die letzten Tage sind in etwa so abgelaufen: Aufstehen, frühstücken, Zähneputzen. Dann für 3-4 Stunden schaufeln und bauen, Mittagessen. Nach einem kurzen Mittagsschläfchen geht es dann mit Kajak, Schnorchelausrüstung und Unterwasserkamera raus aufs Meer. Am Abend vor dem Dinner folgt noch etwas leichte Arbeit wie Müll den das Wasser angespült hat aufsammeln oder beim Kochen helfen.

Ich bin jetzt schon für eine Woche hier und ich kann mir nicht vorstellen jemals wieder wegzugehen. Wir werden sehen ob ich meinen  Flug am 12. Juli dann auch nehmen werde. Das Internet beim Long Beach Resort ist übrigens nicht nur schweineteuer sondern auch echt langsam. Deshalb reduziere ich die Beiträge auf ein Minimum.

 

 

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4 Antworten

  1. Vielleicht kannst du den Jungs noch beibringen wie man mit Bananenblättern dekorative Schalen macht http://www.hinterauer.info/kraut/wanderung/betonschalen_2010/betonschalen_fuer_den_garten.htm oder mit Beton und Rundlingen schöne Stiegen im Bananengarten. 😉
    Natürlich macht man Kokosmilch so wie beschrieben (auch die in der Dose), aber nix geht über eine frische Kokos-Milch ! Erinnert mich an Joseph (von der Reggae-Band) der die erste Banane in Europa wieder ausspuckte, weil er zuvor nur die reifen Bananen direkt vom Baum kannte … *hehehe*
    Fehlt nur noch ein nettes Freulein für dich, ob sich wohl mal eine ohne Anhang bis auf die Fidschis wagt ?!
    Wie ist´s da mit Vulkanen, gibt´s welche ?

    • Simon sagt:

      Ja die Jungs hier basteln alles mögliche aus Materialien die lokal verfügbar sind oder vom Meer angespühlt werden.
      Frau brauch ich nach wie vor keine….wenn ich gefragt werde ob ich eine Freundin habe, hau ich immer den Spruch vom Armin raus: Why should I buy a cow, when I can have a schnitzel from time to time? Sorgt immer wieder für Lacher 😀
      Vulkane in Fidschi weiß ich nicht wirklich. Es gibt wohl keine Aktiven mehr, aber die Inseln sind definitiv vulkanischen Ursprungs.

  2. Gerhard Huber sagt:

    Oloha Simon,
    aufgrund deiner Schilderungen, verstehe ich nun was das
    Paradies bedeutet. Ich glaube dieses ist nun ganz in deiner Nähe.
    Genieß es mit vollen Zügen, das sind Momente des Lebens
    die man nie vergißt …………

    Gerhard

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