Der Platz, der Tempel und der Abschied

04.05.2015

Am frühen Morgen Ankunft in Beijing. Es war Montag und die Urlaubszeit war theoretisch vorbei, doch in einer Stadt mit mehr als 20 Millionen Einwohnern geht es wohl niemals ruhig und gesittet zu. Mit dem Taxi „fuhren“ wir zum Jade Hotel, bezogen unsere Zimmer und luden unsere Koffer ab. Es war der letzte Tag mit meiner Reisegruppe und eine kleine Tour durch Beijing stand auf dem Programm.

Gegen Mittag fuhren wir mit dem Bus zum Platz des Himmlischen Friedens, auch genannt Tian’anmen-Platz. Mit seinen knapp 40 Hektar Fläche wird er oft als größter Platz der Welt bezeichnet und soll bis zu einer Million Menschen fassen. Glücklicherweise waren dort zum Zeitpunkt unseres Besuchs nur ein paar tausend Leute. Die Sicherheitskontrollen beim Eingang waren vergleichbar mit einem Flughafen, der komplette Platz abgeriegelt wie ein Gefängnis. Feuerzeuge musste man auch abgeben. Liegt vielleicht daran weil grad kürzlich jemand versucht hat sich hier aus Protest selber anzuzünden. In den Nachrichten steht sowas selbstverständlich nicht.

Tiananmen-Square2

An jedem Lichtmasten hängen 10 Kameras, Militär patrouilliert durch die Gegend, außerdem sollen sich hier zivile Polizisten unter die Touristen mischen und den Gesprächen folgen. Eine falsche Bewegung und es soll keine 30 Sekunden dauern bis man abgeführt wird. Berichte über Leute die hier aus politischen Gründen verhaftet werden sind regelmäßig zu finden. Als jemand aus meiner Gruppe das Massaker aus dem Jahre 1989 ansprechen wollte, unterbrach ihn unser Tour Leiter in der Mitte des Satzes und empfahl, das Gespräch an anderer Stelle fortzusetzen. Ja, in China ist da nicht zu spaßen. Mit dem Klick auf „Veröffentlichen“ dieses Beitrags sollte auch mehr als klar sein, dass ich nicht plane jemals wieder nach China zurückzukehren.

Zwar war der Tian’anmen-Platz immer mal wieder Schauplatz blutig niedergeschlagener Aufstände, ist aber schlussendlich auch nur ein Platz wie jeder andere, also ziemlich langweilig. Außerdem fühlte ich mich an diesem Ort nicht unbedingt wohl. Richtung Süden konnten wir das Tor des Himmlischen Friedens, den Haupteingang zur Verbotenen Stadt, sehen. Leider war diese aber wegen Wartungsarbeiten geschlossen und wir mussten uns nach anderen Sehenswürdigkeiten umsehen. Nach ein wenig hin und her ging es schließlich zum nahe gelegenen Himmelstempel, in dem die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien jedes Jahr für eine gute Ernte beteten.

Himmelstempel

Die Anlage liegt im Süden der Stadt inmitten eines großen Parks und aus der Luft betrachtet sieht sie aus wie eine langgezogene Kuppel. Das kommt daher weil die Menschen damals glaubten die Erde und der Himmel seien rechteckig. Im nördlichen Teil befindet sich das wichtigste Gebäude der Anlage, nämlich die 36 Meter breite und 38 Meter hohe kreisrunde Halle der Ernteopfer. Nach ein wenig Schlange stehen konnte auch ich einen Blick in das prachtvoll verzierte innere des Tempels werfen. Figuren auf den Dächern sollen die bösen Geister fernhalten.

Vom vielen durch die Gegend laufen waren wir alle ein wenig geschlaucht und es ging für einen Boxenstopp zurück ins Hotel. Umziehen, zur Abwechslung mal die guten Klamotten anlegen und dann wieder raus in die Stadt. Gemeinsam gingen wir zum Abschluss unserer Reise für ein Festmahl zu einem nahe gelegenen Restaurant. Und was kann man in Peking besser essen als eines der berühmtesten Gerichte der chinesischen Küche: Pekingente.

ab-zum-essen

Es war wie so oft megalecker und ich futterte mich quer durch alle Gänge. Auf meiner China Reise habe ich bisher so einiges gemacht, aber definitiv nicht abgenommen. Vollgefressen und zufrieden ging es dann mit dem Bus zur Kung-Fu Show im Red Theatre. Die Show namens „The Legend of Kungfu“ handelt von einem kleinen Jungen der davon träumt, eines Tages ein Kung-Fu Meister zu werden. Entgegen meinen Erwartungen gab es in der 80-minütigen Show aber nicht grade viel Kung-Fu zu sehen. Bis auf ein paar Höhepunkte war das Ganze ziemlich langweilig.

Schließlich ging es zurück zum Hotel und es hieß Abschied nehmen von Tour Leiter Andy und meiner lieb gewonnen Reisegruppe. Aber wie das so ist wenn man reist, die Leute kommen und gehen und im Laufe der Jahre habe ich mich daran gewöhnt.

 

gadventures
Dieser Beitrag beschreibt Teile der G Adventures Tour
Hidden China & Inner Mongolia

 

 

 

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2 Antworten

  1. Na ja, groß, bunt, viele Schnörkel, viele Menschen – und voller Bauch – hat sich doch gelohnt. 🙂

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