Spellbound Glowworm & Cave Tour

11.05.2011 – Part 1

Nicht ganz pünktlich verließen wir um kurz nach 8 Uhr die Karioi Lodge und holten noch jemanden aus Raglan ab. Dann ging es schnurstracks weiter Richtung Waitomo, wo ich ja bereits auf meinem Weg nach Auckland schon einmal kurz war.

Es gab wie immer zahlreiche Möglichkeiten sein Geld im dreistelligen Bereich zu verpulvern, worauf ich aber absolut keine Lust hatte. Die meisten Leute in meiner Gruppe zwängten sich in Wetsuits und machten Blackwater Rafting in einer der vielen Höhlen. Unsere freundliche Busfahrerin empfahl mir dann die Spellbound Glowworm and Cave Tour, wo man für vernünftige 61$ eine Glühwürmchen Höhle und die Höhle der Geister besichtigen konnte.

Der Preis war noch im Rahmen und schließlich buchte ich die Tour. Nach einer halben Stunde Wartezeit war unsere kleine Gruppe komplett, und wir machten uns zu zehnt auf den Weg zur Mangawhitikau Cave, welche ca. 30 Minuten entfernt von Waitomo ist. Der Weg war recht holprig und das letzte Stück war dann schließlich nur noch Matsch und Kies.

Wir blieben mit unserem Van im Dreck stecken, und wurden Zeuge von der unkomplizierten Art der Kiwis. Ein Baggerfahrer, der zufällig mit seinem Gefährt in der Nähe war, versuchte zuerst uns von hinten „anzuschieben“, was aber nur zu einer verbogenen Stoßstange führte. Schließlich schleppte er uns den Hügel hoch und wir konnten weiterfahren.

Am Ziel angekommen, bekamen wir alle einen hübschen Helm mit Licht, und die Tour in die erste Höhle startete.

simon-hoehlentour

Wir überquerten den kleinen Fluss und liefen direkt in das kalte, dunkle Loch. Nach einigen Minuten gewöhnten sich die Augen an die Dunkelheit, und man konnte langsam die faszinierenden Formen im Untergrund erkennen. Die Stalaktit(t)en hingen von oben herab, eiskaltes Wasser tropfte von ihnen, und die Decke war gesäumt mit den kleinen Seidenfäden der Glühwürmchen.

gluehwuermchen

Schließlich ging es immer tiefer in die Höhle, und das Licht wurde für meine Kamera deutlich zu schwach. Wir kamen bei einem unterirdischen Fluss an, wo wir uns in ein kleines Boot setzten und auf Erkundungsfahrt gingen. Stockdunkel, mucksmäuschenstill, nur das entfernte rauschen des Wasser war zu hören.

Die komplette Decke und teilweise auch die Höhlenwände waren gesäumt mit Glühwürmchen. Das kalte Licht tausender Würmchen erhellte unseren Weg, und man fühlte sich als ob man mitten durch das Universum schweben würde, umgeben von Millionen von Sternen.

Leider war die Fahrt viel zu schnell zu Ende, und wir machten uns wieder auf den Weg nach draußen.

Bevor wir weiter zur nächsten Höhle marschierten, gab es noch Kaffee und Kuchen inmitten der schönen abgelegenen Gegend, in der wir waren. Dann durften wir zu Fuß die „Cave of the Spirit“ erkunden. Hier gab es eher weniger Glühwürmchen, dafür aber umso mehr faszinierende Formen aus Kalkgestein. Die Höhle hatte mehrere „Löcher“ in der Decke, weshalb ein stetiger kalter Wind wehte. Wir liefen einen beleuchteten Weg entlang, und konnten viele der am Wegesrand befindlichen, von Mutter Natur geschaffenen Kunstwerke dokumentieren.

In diesen Höhlen wurden auch Teile der bekannten BBC Serie „Planet Earth“ gedreht. Anscheinend hatten diese Leute deutlich besseres Equipment, denn die meisten meiner Schnappschüsse wurden unscharf oder zu dunkel. Hier hätte sich definitiv die Anschaffung einer großen Spiegelreflexkamera gelohnt.

hoehle

Nach einer halben Stunde in der kalten Höhle, war ich irgendwie froh, wieder draußen im Freien zu sein. Wir fuhren wieder zurück in die „Stadt“, wo der Stray Bus bereits auf mich wartete.

Die Spellbound Tour kann ich jedenfalls definitiv jedem empfehlen, dieses Erlebnis ist sein Geld wert und nicht vergleichbar mit der Massenabfertigung bei der Konkurrenz. Man darf auch seine eigenen Fotos machen, was durchaus nicht selbstverständlich ist.

Schließlich verließen wir Waitomo, und machten uns auf zu unserem Overnight Stop. Mehr dazu gibt es im nächsten Beitrag!

 

 

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1 Antwort

  1. Update aus der Heimat: Die Brücke über das Rappenloch ist eingestürzt und das Rappenloch mit der Felsmasse quasi verschüttet … schad um unsere Sehenswürdigkeit, bin gespannt ob die alles wieder rausholen was da so runterfiel.

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