Neues von der Baustelle: Farbe und Strom

Es gibt wieder viele Neuigkeiten von der Baustelle, die Ereignisse überschlagen sich sozusagen. Als erstes möchte ich euch wieder mal von unserer Infrastruktur Trasse samt Stromhüttchen berichten. Die beiden Wellblechhüttchen sind nun fertig installiert und verkabelt, das knapp 120 Meter lange Kabel haben wir bereits von der Rolle abgeschnitten und in die Rohre eingezogen.

Das „kleine“ 3-adrige Kabel, welches wir für diese Installation benötigen, hat einen Querschnitt von knapp 70mm² und ließ sich zu zweit nur mit großen Mühen einziehen. Spannender wird es sicherlich bei der Installation der großen, mehr als zweimal so dicken Kabel, von denen wir auch gleich mehr als 300 Meter am Stück verlegen müssen. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Das fertige Infrastruktur Hüttchen

Munter weiter geht’s mit Papieren. Ihr erinnert euch vielleicht, irgendwann Ende letzten Jahres haben wir begonnen, eine Baugenehmigung für das Lagerhaus und Teile des Hostels zu beantragen. Knapp 4 Monate später haben wir nun ein Ergebnis. Drei Zettel Papier samt Stempel. Hat lange gedauert. Die Baugenehmigungen der Behörde in Santa Fe sind übrigens nummeriert. Wie es aussieht schafft das Municipal ungefähr einen Zettel pro Monat.

In weißer Voraussicht hatten wir ja auch schon ohne Genehmigung mit dem Bau des Lagerhauses begonnen. Im Endeffekt war der Beamte dann vor Ort um das fertige Gebäude zu inspizieren, als er die Baugenehmigung ausstellte. Wie das hier funktioniert musss man nicht verstehen, jedenfalls ist unser Gebäude nun legal und offiziell in den Büchern eingetragen.

Ein weiteres wichtiges Papier war auch der Vermessungsplan und dessen Eintragung ins Grundbuch, was wir für die zu verkaufenden Grundstücke benötigen. Mit diesem Prozess haben wir auch bereits letztes Jahr begonnen. Durch die Nähe zum Fluss ist eine Art Umweltschutzzone im unteren Teil des Grundstücks erforderlich, weswegen die Umweltbehörde Probleme gemacht hat. Die Pläne mussten mehrmals überarbeitet werden, was natürlich wieder viel Geld und Zeit gekostet hat. Am Schluss durfte der Präsident noch unterschreiben und alles war gut. Für den Verkauf der Teilstücke sollte der Weg nun frei sein.

Okay, und jetzt zum eigentlichen Hauptthema: Unser Lagerhaus! Dastehen tut es ja mehr oder weniger seit Ende letzten Jahres. Jetzt aber sogar mit Baugenehmigung. Da fühlt es sich gleich noch besser an, die letzten Feinheiten fertig zu machen. Das Verputzen im Inneren des Hauses dauerte dann doch noch deutlich länger als die Außenseite, was wohl dem Maurer geschuldet ist.

Die Unebenheiten waren innen einfach viel größer als außen. Nach ein paar Tagen war aber auch das erledigt und wir verteilten neue Aufgaben. Für einige Zeit waren wir mit bis zu drei Teams beschäftigt, die unterschiedlichsten Projekte voranzutreiben. Unser Schweißexperte hat sich zusammen mit Nestor um die Fertigung und Installation der Schiebetüre gekümmert. Das 150kg schwere Stahlmonster wurde schließlich oben und unten in Schienen eingehängt, und lässt sich so nun kinderleicht öffnen und schließen. Eine Betonrampe bildet den Abschluss.

Auf der Rückseite des Lagerhauses planen wir einerseits natürlich eine Werkstatt, andererseits benötigen wir auch dringend einen Ort, um rudimentäre Gerichte zuzubereiten oder zumindest warmzumachen. Eine kleine Außenküche mit Spülbecken und Gaskocher sollte diesen Zweck erfüllen. Also haben wir gleich mal in Panama typischer Art eine Betontheke gemauert bzw. gegossen. Das zusammenzimmern der Holzschalungen frisst allerdings selbst für solch einfache Sachen extrem viel Zeit. Nach nunmehr einer Woche ist die Konstruktion fertig, fachmännisch verputzt von Lisa und Louis und wartet nur noch darauf, gefliest zu werden.

Ja und was habe ich gemacht in der ganzen Zeit? Blöde Frage, das spannendste von allem natürlich. Nämlich 10 Steckdosen, 3 Lichtschalter, 8 Lampen und einen Sicherungskasten installiert und verkabelt. Und das ist auch deutlich zeitfressender und mühsamer als es aussieht. Und spannend nenne ich es deshalb, weil wir es bei meinen abschließenden Tests zeitweise mit echten Rätseln zu tun hatten.

Im Endeffekt hat sich aber nur herausgestellt, dass unser 5kW Generator nicht für den 2-phasigen Anschluss an einen General Electric Stromkasten gedacht ist. Für diesen Zweck haben wir ihn aber auch gar nicht angeschafft. Nachdem ich alle durchgebrannten Glühbirnen ersetzt hatte, ging es munter weiter mit der nächsten Aufgabe. Und die war bzw. ist recht bunt.

Um Farbe zu sprühen anstatt aufzupinseln, haben wir uns einen kleinen Kompressor samt Sprühpistole angeschafft. Der Boden des Lagerhauses sollte das erste Versuchsobjekt sein. Doch erst musste ich den ganzen Raum mit Besen und Staubsauger vom gröbsten Dreck befreien. Dann konnte es losgehen. Und mit der ölbasierten Farbe klappte das auch echt ganz prima. Es war eine Leichtigkeit, den silbernen Film auf den grauen Boden aufzusprühen. Nach zwei Etappen und zwei Tagen war alles gemalt und getrocknet.

Und dann ging es an die Wände. Vom bemalen der Wasserrohre hatten wir noch einige Farbe übrig, und wie es aussieht hätten wir da etwas mehr Geld investieren sollen. Die zähe Pampe ließ sich nämlich nicht mal stark verdünnt mit der Sprühpistole verarbeiten. Also musste die alte Rolle herhalten. Die Farbe haben wir gut getroffen finde ich, wenn auch ein wenig ungleichmäßig und fleckig. Für ein Lagerhaus sicherlich ausreichend.

Ja und wenn wir nicht grade schweißen, flexen, malen, verkabeln oder sonst was arbeiten, ja dann genießen wir die lauen Temperaturen und den blauen Himmel. Unser höchsteigenes Badeparadies ist ja auch gar nicht weit entfernt.

Nach der Arbeit gehen wir oft an den Fluss

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal!

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2 Antworten

  1. Armin sagt:

    Da geht ja was voran.

  2. Michael Hinterauer sagt:

    Das Municipio sieht auch so aus wie euer Lagerhaus ! 🙂

    Jetzt ist klar woher der Baustil kommt …

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