Neues aus der Schreinerei: Das Sägewerk ist einsatzbereit!
Willkommen zurück im schönen Santa Fe, von wo ich euch heute Geschichten aus der Werkstatt erzählen möchte. Genauer gesagt aus der Schreinerei. Und die ist kürzlich auch um eine große Maschine reicher geworden. Doch die Holzgeschichten, Groß und Klein, haben sich schon seit Jahresbeginn angesammelt. Höchste Zeit das Erzählen anzugehen, bevor das Jahr zu Ende geht.
Beginnen möchte ich dabei mit einem kleinen Projekt, nämlich ein paar Bilderrahmen. Zu sehen waren sie schon auf diversen Bildern vergangener Beiträge, weil sie schon seit fast einem Jahr an der Wand hängen. Gefüllt sind sie übrigens mit selbstgemalten Bildern meines Opas, die wir letztes Jahr aus dem Heimaturlaub mitgebracht haben.
Von denen haben wir tatsächlich dutzende mitgenommen, natürlich aber ohne Rahmen. So kam dann auch der Bedarf nach passgenauen Bilderrahmen zustande. Verwendet habe ich dafür recyceltes Holz von Paletten und alten Schalungen. Ein wenig abgeschliffen und dann lasiert brachte es genau den gewünschten Look.


Noch ein paar Stücke Acrylglas zurechtgeschnitten und fertig waren die selbstgemachten Bilderrahmen für die selbstgemalten Bilder meines Opas. Hätte er wohl nie im Leben gedacht, dass einige davon mal in Panama hängen würden. Ja und ich hätte bis vor ein paar Jahren wohl auch nie gedacht, einmal ein Gitterbett für mein eigenes Kind zu bauen.
Doch genau das war ein Projekt, welches ich noch vor der Geburt von Simon Matthias verwirklichen wollte. Von den Teakholzbäumen, welche ich vor Jahren zu jeder Menge Brettern verarbeitet habe, war leider endgültig nix mehr übrig. So musste ich zuerst frisches Holz in Santiago besorgen. Und das ist immer ein bisschen müßig.
Auch die Qualität der Schnitte war nicht ideal, die Bretter sind oft gewellt oder verzogen. In diesem Fall war das aber nicht so wild, da ich sowieso jede Menge kleiner Stücke daraus sägte. Diese kamen dann durch die Hobelmaschine, um sie glatt und exakt identisch zu machen. Im nächsten Schritt kam die Oberfräse, womit ich erstmal die vier länglichen Kanten abrundete.
Anschließend bekamen die kurzen Seiten noch eine Aussparung eingefräst. Mit den ebenfalls passend angefertigten Rahmenelementen, fügte sich dann alles zu einem Gitter zusammen. Es war bisher mit Sicherheit mein aufwendigstes Holzprojekt. Nach stundenlangem schleifen, schmirgeln und lackieren war das Werk schließlich vollendet.
Aufgebaut im Schlafzimmer war das Teakholz Gitterbett dann schnell, eine passende Matratze hatten wir bereits besorgt und den nötigen Platz freigeräumt. Klein Simon hat seitdem bestimmt volle zwei Stunden drin geschlafen. Er hat einfach einen sehr unruhigen Schlaf, mit ein bisschen knuddeln beruhigt er sich aber direkt wieder.






Da ist es einfacher ihn direkt bei uns im Bett zu haben, anstatt zehnmal die Nacht aufzustehen und ihn aus seinem Gitterbett zu holen. Nur wird er immer größer und der Platz immer weniger. Wir haben also kürzlich eine Seite des Gitterbettes entfernt und es an unser Bett geschoben. So entstand ein sicherer und gleichzeitig getrennter Schlafraum für klein Simon. Und wir haben wieder etwas mehr Platz bei uns im Bett.
Für den Bau des Gitterbettes bzw. für das Abrunden der vielen Gitterstäbe, habe ich ja unsere neu angeschaffte Oberfräse verwendet. Die nächste Geschichte dreht sich allerdings um eine etwas größere Maschine, die wir ebenso für Holzarbeiten angeschafft haben. Dass mich das schiefe Bretter kaufen in Santiago ziemlich ankackt, hatte ich bereits erwähnt.
Auch haben wir vor Jahren schon erste Erfahrungen mit der Verarbeitung von Teakholzbäumen gesammelt, wie ich in diesem Beitrag ausführlich festgehalten habe. Da war es nur eine logische Schlussfolgerung, den ganzen Prozess irgendwann direkt in die eigene Hand zu nehmen. Also auf gut deutsch ein Sägewerk zu kaufen. Und genau das haben wir kürzlich gemacht bzw. versucht.
Also das kaufen bei der Fabrik in China war noch der einfachere Teil, doch die Organisation des Imports mitsamt Transport aus dem Zollager und weiter nach Santa Fe war eine ziemliche Herausforderung. Mitten in der Nacht kam dann der LKW auf der Finca an, wo beim Abladen natürlich prompt was schief ging.



Außer der Verpackung war aber glücklicherweise nichts zu Bruch gegangen und so konnte ich am nächsten Morgen direkt mit dem großen Puzzle beginnen. Die von einem Benzinmotor angetriebene Bandsäge läuft auf einem massiven Stahlrahmen, der in unserem Fall noch einmal auf einem Anhänger montiert ist. Mit einer Länge von fünf Metern und einem maximalen Stammdurchmesser von 70cm können wir damit ganz ordentlich Holz verarbeiten.
Für erste Tests mit der Säge bestellte ich uns eine Wagenladung Teak und Mahagoni Baumstämme. Die Bäume waren relativ frisch geschnitten und das Holz entsprechend feucht. Während die Säge das Teakholz noch anstandslos schneiden konnte, war das Mahagoni so feucht, dass nicht mal ein grader Schnitt gelang.
Tja, die Baumstämme müssen wohl noch ein paar Monate trocknen bevor wir das erneut versuchen können. Alternativ besorgte ich sogleich gut abgelagerte Teakholzblöcke, aus denen ich dann die gewünschten Bretter für unseren Möbelbau heraussägen konnte. Die Einrichtung für unseren nicht mehr ganz so rohen Rohbau am Bauprojekt Brisas Rio Onda, werde ich nämlich Großteils selber anfertigen. Und das natürlich aus massivem Teakholz.



Doch das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte. Wie immer bleibt mir noch viel zu berichten und ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag. Bis dann!

