M.V. Kangaroo Explorer Liveaboard – Day 1

19.09.2011 – Tauchgang 1-3

Nach nur vier Stunden Schlaf bimmelte mein Wecker und ich musste mich zwingen aufzustehen, denn unser Pickup vom Hostel war für 6:45 Uhr vereinbart. Wir wurden pünktlich abgeholt und zum Tauchshop gebracht, wo wir unsere großen Rucksäcke gegen eine Gebühr von 5 Dollar einlagern konnten. Auf dem Boot gibt es nur wenig Platz und so ist das Gepäck auf eine kleine Tasche pro Person begrenzt. Wir mussten noch einige Papiere unterschreiben und dann ging es auch schon auf zum Hafen, wo das Shuttle Boot namens Reef Kist bereits auf uns wartete.

Knappe zwei Stunden später waren wir beim Kangaroo Explorer angelangt, wobei es sich um einen 25 Meter langen Katamaran mit 14 Passagier- und 6 Crewkabinen handelte. Als erstes bekamen wir einen kleinen Rundgang durch das Boot, wo wir den Essensbereich, die Bar, die Bibliothek, das Tauchdeck und andere Bereiche gezeigt bekamen. Es folgte noch die übliche Ansprache mit Sachen die man machen und nicht machen soll und schließlich bekamen wir unsere Zimmer zugeteilt. Solveigh und ich wurden im unteren Deck in einer kleinen Doppelkabine untergebracht, wo sich unsere Betten fast auf Höhe des Meeresspiegels befanden.

Kangaroo Explorer

Während sie sogleich zu einem Briefing ihres Tauchkurses musste, hatte ich rund 30 Minuten Pause bevor es Lunch gab. Das Essen wird als Buffet serviert und jeder kann sich grundsätzlich so viel nehmen wie er will. Auf der Theke stand ein Stapel Teller, der repräsentierte wie viele Leute noch nicht gegessen hatten. Somit konnte man abschätzen wie viel man sich schöpfen kann, ohne dass die anderen zu kurz kommen. Das Essen war nicht unbedingt ein Luxusmenü und auch das Boot an sich wirkte ein wenig in die Jahre gekommen. Aber alles war sauber und ordentlich, die Crew war sehr freundlich und hilfsbereit und wirkte sehr kompetent. Was will man also mehr?

Kurze Zeit nach dem Mittagessen ging es aufs Sonnendeck zur Tauchbesprechung und wir erfuhren, dass wir uns momentan beim Briggs Reef an einem Tauchspot namens 360° befanden. Jeder bekam einen fixen Platz am Tauchdeck sowie einen BCD, einen Tank, Gewichte sowie einen Wetsuit zugeteilt. Um sicherzustellen dass niemand vergessen wird, muss man sich zusammen mit seinem Buddy in einer Liste eintragen, wenn man ins Wasser geht. Außerdem gibt es strenge Regelungen bezüglich der Atemluft und der Tauchtiefe. Wenn man mehrmals mit zu wenig Reserveluft zurück kommt oder zu tief getaucht ist, wird man gesperrt und darf nirgends in Queensland mehr tauchen gehen. Das ist zwar ziemlich streng, wird aber schlussendlich nur für die Sicherheit der Taucher gemacht.

Tauchkarte, The 3 Sisters, Millin Reef, GBR

Dann war es endlich soweit und wir durften ins Wasser hüpfen und unseren ersten Tauchgang durchführen. Dieser wird generell mit einem Instructor gemacht, um alle bereits zertifizierten Taucher zu überwachen und zu verifizieren, dass sie in der Lage sind, selbstständig und sicher zu tauchen. Da ich nur den Open Water Tauchschein hatte, war meine Tauchtiefe auf 18m begrenzt. Komischerweise war ich in Fidschi schon auf 24m Tiefe und das hat dort keinen gestört. Wie es so ist bin ich mit 18,3 Meter natürlich gleich beim ersten Tauchgang zu tief getaucht und bekam beim Verlassen des Wassers eine Verwarnung. Wenn das öfters passieren würde, dürften sie mich nicht mehr ins Wasser lassen wurde mir gesagt. Das war mir zu blöd und ich schrieb mich wenig später in den Advanced Open Water Kurs ein, der mir erlauben würde bis in 30 Meter Tiefe zu tauchen und auch Nachttauchgänge ohne Führer durchzuführen.

Sind zwar wieder ein paar Dollar mehr die ich ausgeben werde, aber ich bin ja schließlich nicht hergekommen um nur die halben Sachen zu sehen. Am Nachmittag gab es leckeren Karottenkuchen und Tee und ich lauschte interessiert einem Einführungskurs in die Unterwasserfotografie. Die meisten Tipps die uns Simon, der auf dem Boot lebende Unterwasserfilmer und Fotograf gab, hatte ich ohnehin schon selber herausgefunden. Aber es war gut zu wissen, dass ich mich auf dem richtigen Weg befand. Währenddessen hatte das Boot seine Position geändert und brachte uns zu einem anderen Tauchspot am Briggs Reef.

Es war Zeit für den nächsten Tauchgang und geschwind quetschte ich mich zurück in meinen Wetsuit und hüpfte ins Wasser. Ich hatte einen neuen Buddy bekommen und erkundete mit ihm zusammen den Fishbowl genannten Tauchspot. Es wimmelte nur so von farbenfrohen Hart- und Weichkorallen, bunten Fischen und Muscheln. Dann begegnete ich einer großen Schildkröte, die elegant durch das Wasser glitt. Das Tier ließ sich durch meine Anwesenheit nicht beeindrucken und ich konnte es sogar streicheln. Nach dieser tollen Begegnung tauchten wir noch einer Korallenwand entlang und kehrten schließlich zum Boot zurück.

Simon @ GBR

Zum Abendessen gab es Steak mit Kartoffelpüree, wobei ich das besagte Steak eher als Schuhsohle bezeichnet hätte. Halb so schlimm, denn ich war ja nicht hier um zu Essen sondern um zu tauchen. Kurz nach dem Sonnenuntergang ging es dann auf zu meinem ersten Nachttauchgang. Mit Taschenlampen bewaffnet stürzten wir uns ins stockdunkle Wasser und versuchten im Leuchtkegel unserer Lampen etwas Interessantes zu entdecken. Wir fanden zahlreiche schlafende Schildkröten, wovon wir eine mit unserem Licht aufweckten und sie sogleich das Weite suchte. Der Tipp des Instructors, ich solle versuchen mit der Taschenlampe anstatt mit dem Blitz Bilder zu machen, stellte sich als ziemlich schlecht heraus. Die meisten waren extrem verwackelt und nicht wirklich zu gebrauchen.

Der Tauchgang an sich war aber sehr interessant und abenteuerlich. Uns wurde gesagt alles was rote Augen hat sind Krabben, Shrimps, Garnelen etc. und die Augen der Haie sollen gelb leuchten, wenn man sie im Lichtkegel hat. Außer fluoreszierenden Korallen haben wir da unten aber nicht wirklich viele leuchtende Dinge entdeckt. Nach genau 30 Minuten war der Spaß dann zu Ende und wir kletterten wieder an Board. Wie man sich vorstellen kann war ich hundemüde und legte mich bereits um halb zehn Uhr ins Bett. Das leichte schaukeln des Bootes wirkte sehr angenehm und ich tauchte wenige Minuten später in das Land der Träume.

**Alle Bilder des Tauchtrips sind zu sehen im letzten Bericht oder HIER

 

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