La Buena Vida: Die Panama Odyssee

Schon wieder viel zu lange her doch keinesfalls vergessen, sind die ganz besonderen Besucher die wir bereits in den ersten Monaten des Jahres in Santa Fe empfangen durften. Neben zwei recht erfahrenen Reisenden, war es für andere gleich der erste Langstreckenurlaub überhaupt. Doch beginnen wir von vorne.

Und das war noch Ende letzten Jahres, als von meiner Schwester die unschuldige Nachfrage kam, ob wir denn im Februar ein oder zwei Zimmer frei hätten. Ja, klar. Da hatte ich mir noch nicht allzu viel dabei gedacht, schließlich telefoniere ich ständig mit Leuten die nach Panama kommen wollen. Erst als ein paar Wochen später Flugtickets für die 5-köpfige Familie gebucht waren, wurde mir der Ernst der Lage bewusst.

Ich an ihrer Stelle hätte es mir ja nicht angetan, doch die Urlaubsreise ans andere Ende der Welt mitsamt drei teilweise noch kleinen Kindern war fixiert. Sogleich begannen Yuly und ich zu planen. Von den zwei Wochen die maximal möglich waren, blieben nach Abzug der Flugreise, Autofahrt und Kurzaufenthalten am Meer noch genau sechs Tage für Aktivitäten in Santa Fe.

Da wollten wir natürlich jeden Tag nutzen und Santa Fe von seinen besten Seiten präsentieren. Zur geplanten Zeit Anfang Februar ist Hochsaison in Panama und üblicherweise eine der besten Reisezeiten. Die Zimmer waren reserviert, die Tage geplant und die Aktivitäten soweit möglich organisiert und gebucht.

Die lange Reise nach Panama verlief relativ problemlos und nach einer Nacht am Strand schafften es die fünf Urlauber bis nach Santiago, wo ich sie zum Einkaufen traf und schließlich nach Santa Fe lotste. Sie bezogen unser Familienzimmer, womit die Finca dann komplett ausgebucht war. Neben Langzeitgast Markus war nämlich auch gerade Martin zu einem kurzen Aufenthalt bei uns.

Die Ankunft war ein bisschen chaotisch, das Wichtigste dabei natürlich das Kennenlernen von klein Simon. Doch die drei Mädels aus Hard waren nicht nur an ihrem neuen Cousin, sondern auch an unseren damals noch fünf Ziegenbabies interessiert. Die Ziegenfütterung konnten wir von nun an jedenfalls ihnen überlassen. Zumindest tagsüber. Erledigt von den Strapazen des Tages verabschiedeten wir uns relativ früh ins Bett.

Und ich glaube bereits in der ersten Nacht gab es die ersten Stromausfälle. Das Wetter war sowieso ungewohnt bewölkt und regnerisch und zu allem Überfluss zog auch noch ein Unwetter vorbei und richtete Verwüstung an den Überlandleitungen an. Dies führte zu einer der längsten Serie an Stromausfällen die wir hier jemals hatten.

Im Dunkeln zu sitzen war eines, doch ohne Strom gab es auch kein Internet und irgendwann auch kein Wasser mehr. Dass unser Notstromaggregat zu dieser Zeit gerade wo anders im Einsatz war, kam noch erschwerend hinzu. Man kann also getrost sagen die Situation war ein wenig verschissen. Die Klospülung war nämlich durchaus auf Wasser angewiesen.

Regen hingegen hatten wir noch reichlich und erst am dritten Tag konnten wir ein wenig hinaus und einen Ausflug in die Berge unternehmen. Dort wo der Kaffee wächst und die Bienen den Honig machen, da sind auch Janice‘ Milchkühe zu Hause, von der wir seit Jahren immer mal wieder Milchprodukte kaufen. Dieses Mal habe ich gleich die ganze Familie mitgebracht, denn eine Führung über die Farm war ein Spaß für Jung und Alt.

Neben den Kühen waren auch ein Pferd und ein Schwein dabei, die wie in einem Comic wild spielend durch ihr Gehege hüpften. Jede Menge Obst und Gemüse und sogar ein eigener Fischteich ist Teil der Anlage. Vor allem war es viel zu laufen und es ging erstmal zur Erholung zurück nach Hause. Das Wetter war noch gnädig und wir konnten am Nachmittag sogar in unseren kleinen Pool hüpfen und das eigentlich tropische Klima von Panama genießen.

Dies war allerdings nur eine kurze Unterbrechung der Tiefdrucklage, die gerade unaufhörlich neue Wolken nach Santa Fe drückte. Am nächsten Tag versuchten wir durch einen Ausflug ans Meer dem Regen zu entkommen, was nur teilweise funktionierte. An der Küste war es durchaus trocken, doch der Weg dahin blieb unseren Gästen versperrt. Die kurvige Strecke war einfach zu viel für empfindliche Kindermägen und ein Versuch musste schließlich abgebrochen werden.

Zurück auf der Finca im Regen war dies dann das Wort der Stunde. Um noch irgendwas von diesem Urlaub zu retten, entschieden sich Carmen und Andi mit den Kindern früher als geplant zurück ans Meer zu fahren. Im Gegensatz zu Santa Fe war dort nämlich kein Regen vorhergesagt. Die geplante Reit-Tour mit Alessia musste ich absagen, auch den monatlichen Markt am Samstag konnten wir nicht mehr gemeinsam besuchen.

Immerhin blieben den Urlaubern noch ein paar sonnige Tage am Strand, wo sie vielleicht noch ein bisschen einen positiveren Eindruck von Panama bekommen konnten. Doch leider gab es auch da einen schmerzhaften Vorfall mit einem Seeigel. Und als ob dies alles noch nicht genug wäre, war da auch noch ein Problem beim Rückflug, wo es bei einem knappen Umstieg in Madrid nur die halbe Familie zum Anschlussflug schaffte.

Mit einem Tag Verspätung waren sie dann wieder vereint am Bodensee und werden wohl so schnell nicht wieder nach Panama kommen. Tja, übelnehmen können wir es ihnen auf keinen Fall. Ich glaube ich habe in den letzten zehn Jahren niemanden kennengelernt, der in noch kürzerer Zeit noch mehr Pech in Panama gehabt hätte. Schade. Auch wir haben alles versucht was irgendwie möglich war.

Es hätte einfach nicht sein sollen. Ein paar tolle Erinnerungen sind doch geblieben. Cleo hat ihre Liebe zu Ziegen entdeckt und ein bisschen Baggerfahren mit Onkel Simon war auch noch drin. Alessia hatte Spaß am Bauernhof und die frischgebackene Tante Carmen hat ihren Neffen kennengelernt. Wo und wann ist noch offen, doch wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

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