Der große Gelbe: Unser ganz eigener Bagger!

Heute möchte ich euch eine weitere seit Jahren verschleppte und vergessene Geschichte erzählen. Wie es aussieht finde ich nämlich grade mal die Zeit, euch von unserem überaus praktischen und rundum einsetzbaren Volvo Radbagger zu berichten. Angefangen hat dies schon vor fast zwei Jahren, als wir begannen uns nach einem passenden Gerät umzusehen.

Für aktuelle und zukünftige Bauprojekte wird sich ein eigener Bagger schnell amortisieren, zumal sind wir dann unabhängig und jederzeit handlungsfähig. So die Idee und die Beweggründe dahinter. Die Suche begann und neben zahlreichen gebrauchten JVC Baggerladern, die hier der defacto Standard sind, fanden wir doch tatsächlich einen Volvo Radbagger in genau der richtigen Größe.

Oder eigentlich nicht wir, sondern Reino, der sich damals auf dem Weg zum Flughafen noch schnell ein paar Maschinen angesehen hatte. Doch auch Yuly und ich waren auf dem Sprung, denn Mitte 2024 war ja unser knapp einmonatiger Urlaub in Europa. So kam es auch, dass wir ebenfalls auf dem Weg zum Flughafen noch ein paar Kaufverträge unterzeichneten und Zahlungen abwickelten.

Von unterwegs organisierte ich den Transport der Maschine von Panama Stadt nach Santa Fe. Prompt ging natürlich was schief, denn eine der Scheiben an der Fahrerkabine wurde von einem niedrig hängenden Ast eingeschlagen. Auch ein auf dem Dach montierter Scheinwerfer und die Radioantenne mussten dran glauben. Nicht das wir hier in den Bergen Radioempfang hätten.

Der Transporteur zeigte sich auch überaus einsichtig und ersetzte uns den Schaden. Nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub stand er dann da am Parkplatz, der 5700kg schwere Bagger. Damit gehört er nicht mehr zu den Kleinen, kann aber auch nicht mit den ganz Großen mitspielen. Ketten hätten zwar eine höhere Traktion und bessere Geländegängigkeit, doch die Räder machen ihn für uns noch praktischer.

So kann er sich auf Kurzstrecke selber ans Ziel bewegen und einfach auf der Straße fahren, während wir uns einen teuren und aufwendigen Transport per Anhänger sparen können. Seine überaus robuste Konstruktion macht ihn zu einem guten Investment. Die ehemals europäische Ingenieurskunst von Volvo ist ihm noch anzusehen, denn alles wirkt gut durchdacht und sehr wartungs- und reparaturfreundlich.

Mit seinen vielen tausend Betriebsstunden hat er das ehrlich gesagt aber auch schon mehr als nötig. Gröbere Probleme sind keine bekannt, doch die kleinen Wehwehchen sind lästig und zahlreich. So haben wir direkt noch einen größeren Betrag in Ersatzteile investiert, die wir – oder besser gesagt Großteils Reino – Stück für Stück einbauen wollen.

Darunter zum Beispiel ausgeschlagene Büchsen, verschlissene Bolzen, tropfende Dichtungen und kaputte Schmiernippel. Der Funktion tun diese Kleinigkeiten allerdings keinen Abbruch und so begann ich direkt, mit unserem neuen Spielzeug zu spielen. Der sympathisch schnurrende Dieselmotor leistet zwar nur 40 kW, doch die Hydraulik dahinter hat ordentlich Power.

So konnte ich mit einigen Fingerbewegungen spielend leicht Löcher graben oder große Steine bewegen. Die Klimaanlage funktionierte zwar nicht, doch komfortabel war das mit offener Tür trotzdem noch. Wie man einen Bagger bedient habe ich übrigens nirgends gelernt, doch es war recht schnell ersichtlich welcher Joystick welches Teil bewegt.

Und mit ein bisschen Basiswissen kann man sich den Rest dann tatsächlich selber beibringen. Doch gerade erst hatte die Regenzeit angefangen und es war alles andere als ideal für Arbeit mit schwerem Gerät. Dieser Tatsache zum Trotz spielte ich natürlich trotzdem damit rum. Bei uns unten zwischen Casita und Ziegenstall war noch ein Stück unwegsames Gelände voller Felsen und Steinhaufen. Dort begann ich ein wenig aufzuräumen.

Nachdem ich ein paar Stunden Steine hin- und hergefahren hatte, folgte schließlich die Katastrophe. Als ich eine seitliche Bewegung machen wollte, gab es plötzlich einen Ruck und im nächsten Moment war die Fahrerkabine in eine Wolke gehüllt. Wie aus einem Sprinkler spritzte augenscheinlich Hydrauliköl durch die Gegend. Ihr kennt das vielleicht von den Goldgräbern auf DMAX.

Da ist das meistens ein ziemlich beschissener Schaden. Ein geplatzter Schlauch oder kaputter Zylinder oder sowas. Bei ausgeschaltetem Motor hörte der Ölsprinkler glücklicherweise auf und nachdem sich die Aufregung gelegt hatte, konnte ich mal nachsehen woran es denn überhaupt lag. Tatsächlich hatte sich nur ein Fitting an einer Hydraulikleitung gelöst.

Mit einem einfachen Schraubenschlüssel hatte ich alles wieder festgezogen und das Problem war auch schon erledigt. Und Anlass genug mal alles zu prüfen und nachzuziehen. Die Arbeit ging anschließend munter weiter, denn bei Markus rund ums Haus sollte ein wenig sauber gemacht werden. Auch da waren Steine und Felsen zu beseitigen.

Die waren so zahlreich und so groß, dass wir sie eigentlich nur an Ort und Stelle vergraben konnten. Das klappte recht gut, führte aber dazu, dass wir mehr oder weniger den ganzen Garten umgruben. Fester Boden war dann keiner mehr übrig und ich habe mich hoffnungslos im Schlamm festgefahren. Aufgrund fehlender Erfahrung ließ ich den Bagger dann auch erstmal stehen.

Ein paar Wochen später, nämlich bei seinem nächsten Besuch, holte Reino den guten Volvo dann aus seiner misslichen Lage. Wie sich herausstellte war das ganz einfach. Es ist wie bei allem, man muss halt nur wissen wie. Nach einer ausgiebigen Wäsche waren wir auch schon bereit für einen kleinen Ausflug, der uns ins Paraiso führte. Auf dem Weg lag praktischerweise die Tankstelle, wo wir den 120 Liter Tank direkt mal vollmachten.

Ja, Arbeit hatte, hat und wird der Bagger bestimmt immer haben. Ausgiebig darüber berichtet habe ich ja schon an vielen Stellen, auf verschiedenen Fotos war er sowieso schon vor langem zu sehen. Eine große Überraschung war es jetzt also keine, doch wieder mal haben wir eine vergessene Geschichte erzählt und den ein oder anderen Kreis geschlossen.

So geht’s im nächsten Beitrag auch direkt an eine unserer Baustellen. Bis dann!

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