City of Rain…äähh Sails

24.04.2011

Mein Taxi nach Auckland, zwei Aucklander die übers Osterwochenende nach Wellington gefahren sind, und am Montag wieder zurück fahren werden, wollten sich bei mir melden, sobald sie in Wellington angekommen sind. Den ganzen Tag über habe ich auf einen Anruf gewartet…nichts. Als es dann schon nach 18 Uhr war wurde ich langsam nervös, und begann nach Alternativen zu suchen.

Die billigen Flieger waren alle ausverkauft, der nächste Zug fuhr erst am Dienstag, und der Intercity Bus war schweineteuer. Um kurz nach sieben kam dann in Form einer SMS doch noch die Erlösung. Vick hatte sich gemeldet, und wir machten einen Treffpunkt für den nächsten Morgen aus. Um 6:30 Uhr sollte ich im 55km entfernten Paremata sein. Das bedeutete, dass der arme Christoph und ich morgen um 4 Uhr aufstehen müssen.

 

 

25.04.2011

Nach knapp 2 Stunden Schlaf wurde ich aus meinen Träumen gerissen und ins Auto verfrachtet. Dann ging es nach Paremata, wo 5 Minuten nach unserer Ankunft auch schon Vick und die anderen ankamen.

Im nu waren wir auf dem Weg Richtung Auckland. Den ganzen Vormittag habe ich mehr oder weniger versucht zu schlafen, bis wir dann um ca. 13 Uhr bei den Waitomo Caves ankamen. Die Straße dorthin ist mit Werbung gepflastert, Caves Cafe, Caves Pub, Caves Holiday Park, Caves Restaurant, usw. Ich werde schon aggressiv wenn ich so was sehe, und als ich schlussendlich die Preise für die Höhlentouren gesehen habe, war ganz vorbei. Ich muss schon sagen, in diesem Land versucht man dir an jeder Ecke dein Geld aus der Tasche zu ziehen. Und das alles nur wegen ein paar Glühwürmchen in einer Höhle. Das einzige was ich als noch schlimmer empfand, waren die Pinguine auf Philip Island.

Die anderen sahen das ähnlich, und wir entschlossen uns kurzum einfach weiterzufahren. Obwohl es regnete, war die werbefreie Landschaft hinter Waitomo schön anzusehen, und man fühlte sich hin und wieder wie in Mittelerde. Das Auenland könnte hier wirklich überall sein.

auenland

Es gab noch eine kleine Essenspause bei Subway, und schon waren wir nur noch 100km von Auckland entfernt. Dann bekamen wir aber ein ganz anderes Problem. Da wir bei weitem nicht die einzigen waren, die nach dem Osterwochenende zurück in die Stadt wollten, brauchten wir für diese 100km über 3 Stunden. Gegen 18 Uhr waren wir dann endlich im City Centre angekommen, und es begann die abenteuerliche Suche nach meinem Apartment. Nach weiteren 30 Minuten durch die Gegend kurven, wurde ich schließlich vor der Tür abgeladen. Die komplette Fahrt kostete mich ganze 25$ Benzingeld. Wenn man bedenkt dass ein Flughafen-Shuttle mehr kosten kann, war das ein verdammt gutes Geschäft! 🙂

Ich schleppte meinen Koffer in die Rezeption und wollte einchecken, als der nette Herr hinterm Tresen meinte, ich wäre beim falschen Gebäude. Das Gebäude stimmte, auf meiner Buchungsbestätigung stand auch diese Adresse drauf, aber anscheinend wurde meine Buchung nachträglich geändert, was dazu führte, dass ich mein Gepäck nochmal 500m bei Regen durch die Stadt schleppen durfte. Irgendwann war ich dann auch beim richtigen Haus, und bekam endlich  meine Zimmerschlüssel.

Dann kam der nächste Schock…oder besser gesagt gleich mehrere. Im untersten Stockwerk des Gebäudes befindet sich ein China Restaurant, welches dafür sorgt, dass die komplette Bude nach Fritöse stinkt. Mein „Apartment“ hat die Größe einer Toilette, und riecht auch nicht wesentlich besser. Die Küche besteht aus zwei Herdplatten und einer Mikrowelle, und die gebotene Ablagefläche macht es schon schwierig, ein Wurstbrot darauf zuzubereiten.

Wenn ich das Kippfenster öffne, kann ich die Leute auf der Straße reden hören und der nie endende Lärm der Busse und Autos macht es unmöglich, einen Film auf dem Notebook ohne Kopfhörer zu verstehen. Es hat gewiss Vor- UND Nachteile mitten im CBD zu wohnen, aber die Angaben auf der Webseite des Apartments sind schon ein wenig zweifelhaft.



Da ich für diesen Tag ohnehin genug hatte, verspeiste  ich noch die zweite Hälfte meines Subways und legte mich noch vor 10 Uhr ins Bett.

 

26.04.2011

Nachdem ich gemütlich ausgeschlafen und im verschimmelten Badezimmer geduscht hatte, war es Zeit einkaufen zu gehen. Gestern hatte ich außer einem einzigen Subway nichts gegessen, und mein Magen knurrte fürchterlich. Also lief ich um die Ecke zur Universität, wo sich die nächste Haltestelle des gratis City Circuit Busses befindet.

Der erwähnte Bus sollte eigentlich alle 10 Minuten vorbeikommen, wie man dann 30 Minuten lang darauf warten kann, ist mir nicht ganz klar. Aber was soll’s, schließlich kostet es nichts und unterm Dach war ich auch vor dem immer noch strömenden Regen sicher.

In der Innenstadt gibt es nur kleine und teure Supermärkte, welche eindeutig nichts für mich sind. Also fuhr ich runter zum Hafen an die Britomart Haltestelle, in deren Nähe sich laut Google Maps der nächste Countdown Supermarkt befinden soll. Gesucht, gefunden, eingekauft. Nun bin ich wieder mit 2-Minuten Nudeln, Mikrowellenpizza, frittierter Lasagne und Reis bewaffnet, was für die nächsten paar Tage locker reichen sollte.

Als ich auf dem Rückweg im Bus den Einkaufszettel studierte, fiel mir das Datum darauf auf….26.04….irgendwas war doch da nochmal. Ach ja, es ist mein Geburtstag. Wie toll. Einsam und verlassen in einem stinkenden Apartment in einer verregneten Stadt zu sitzen…

Alles halb so schlimm, es kann nur besser werden! 🙂

Für heute habe ich nicht mehr viel vor, aber morgen werde ich mir die City of Sails ansehen gehen. Ob es regnet oder nicht…dann kauf ich halt einen Schirm!

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6 Antworten

  1. Brigitte sagt:

    Hi Simon,
    fuer $25 nach Auckland ist nicht schlecht!!!
    Tust mir leid mit dem winzigen Appartment… kannst dann bei uns wieder die Fuesse ausstrecken 🙂

    Auch wenn es Kroko erst gestern geschafft hat dir die Geburtstagsgruesse zu uebermitteln haben wir doch alle an dich gedacht und gehofft dass du eine kleine Minifeier hast 🙂

    Da du grad noch nach Auckland kamst bevor dir Minitornados im Norden losgingen waren wir sehr froh dich in einem geschuetzten Appartment zu wissen.
    Ich glaub bei der sosse und dem Wind der zur Zeit auf der Nordinsel runter kommt kannst du dir den Schirm sparen…
    Wenigstens hast‘ es nicht weit zum Chinesen… hat nicht Christoph gesagt da kann man gut und billig essen?

    Cheers Simon
    Freuen uns schon auf’s naechste up-date!

    • Simon sagt:

      Oh an das enge Apartment und das schlechte Wetter hab ich mich schon gewöhnt…halb so schlimm. Ab Sonntag darf ich dann durch den Regen fahren mit meinem Campervan 🙂
      Zu diesem Chinesen da werde ich ganz bestimmt nicht essen gehen, denn der stinkt mich an seit ich hier bin…das fördere ich nicht auch noch.

      Freu mich schon wieder auf Featherston! 🙂

  2. Eleonore Jordan sagt:

    Im Nachhinein möchte ich Dir herzlichst zu Deinem Geburtstag gratulieren. Ich würde dir gerne eine kleine Spende zukommen lassen, wenn Du mir dazu die Anleitung gibst. Viel Grüße von der dummen Eleonore.

  3. Gerhard Huber sagt:

    ………………… da noch der 26.4.2011 in good old Europa ist,
    herzlichen Glückwunsch zum 2? 🙂 Auch dieser Geburtstag
    hat etwas besonderes Simon – was ? – du wirst diesen nie vergessen, oder?

    Take care, Gerhard & Family

  4. Hi Simon !
    Was ist schon 1 Tag im Leben, die Arbeit hatte eh Ida … 😉
    In diesem Sinne alles Gute und mach´ so weiter, du hast ja 1 Jahr lang Geburtstag und stehst in deinem Leben im Mittelpunkt !
    Grüessle,
    Mike

    PS: Bei uns hat es schon seit Wochen nicht mehr geregnet und es ist sehr warm, der See ist auf Minimum-Level und ich genieße jeden Tag das Netzen im Garten für die jungen Kräuter.

  5. Christian sagt:

    In Dem Fall alles Gute Simon!!!

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