La Buena Vida en Santa Fe: Und dann kam Kathi

Willkommen zurück in Panama, im schönen Santa Fe und auf unserer tollen Finca! Der letzte Blogeintrag war nicht nur gefühlt im letzten Jahr. Tatsächlich habe ich mir nun nach fast fünf Jahren pausenloser Berichterstattung eine kleine Auszeit gegönnt. Und das nicht mal aus Langeweile. Die Ereignisse in den letzten Wochen haben sich förmlich überschlagen.

Allerdings begann alles mit Michael dem Künstler. Wie viele andere zuvor, war auch er ganz verwundert meines Single Daseins im Latina Paradies Panama. Mein Standpunkt war ziemlich klar und seit Jahrzehnten unverändert. Ich mache gerne was, wann, wo und wie ich will. Auf der ganzen Welt, in allen Kulturen und sozialen Schichten haben die Leute diese Antwort sinngemäß verstanden. Weil das ohne Frau nun mal bessergeht.

Ganz allgemein war ich nie ein Beziehungsmensch und käufliche Liebe interessiert mich noch viel weniger. Also wozu sollte ich eine Frau brauchen? Mein Haus war ja auch noch nicht ganz fertig und Zeit habe ich sowieso keine. Und überhaupt, wer sagt denn, dass es eine Frau gibt die es mit mir aushalten würde? Überaus wählerisch bin ich sowieso.

Schließlich muss meine Frau nicht nur lieb, hübsch und intelligent sein, sondern sich auch im Haus, am Herd und im Garten nützlich machen wollen und können. Also wo bitte soll es so eine Frau geben? Ja, die Ausreden gingen mir nicht so schnell aus. Doch Michael war ganz und gar nicht beeindruckt und hatte sich zum Ziel gesetzt, mich mit jemandem zu verkuppeln.

Und da kam wieder einmal unsere Nachbarin Carmen ins Spiel. Sie wohnt zwar seit Jahren mit ihrem Mann hier in Santa Fe, hat aber noch ein Haus im 250km entfernten David. Dort vermietet sie die einzelnen Zimmer und trifft sich deswegen immer wieder mit potentiellen Mietern. Gute Mieter zu finden ist schon in Mitteleuropa eine Herausforderung, in Panama wohl noch viel mehr.

Deswegen führt Carmen auch viele Gespräche und mustert die Leute die sich für ein Mietzimmer interessieren von Kopf bis Fuß. Michael muss ihr wohl ziemlich detailliert sein Anliegen geschildert haben. Es dauerte jedenfalls nicht lange, bis ich ein paar Bilder gezeigt und eine Telefonnummer per WhatsApp geschickt bekam. Und dieses Mädel namens Kathi soll nun interessiert sein, mich kennenzulernen?

Bis heute weiß ich nicht was ihr Carmen von mir erzählt hat, doch bereits wenig später hatten wir einen Termin für ein Treffen in Santiago vereinbart. Tja, aus der Nummer kam ich jetzt nicht mehr raus. Die junge Frau wohnt am anderen Ende von Panama und kam erst am späten Nachmittag in Santiago an. Ich entführte sie also direkt nach Santa Fe in die Casita Simon.

Dort gab es Spaghetti Bolognese zum Abendessen und damit die ganze Situation nicht unangenehm wurde, besorgte ich für die Nacht ein Gästezimmer in der Nachbarschaft. Am nächsten Morgen holte ich Kathi dort ab und wir wanderten dann direkt auf den Cerro Tute. Tags darauf half sie mir beim Malen der Casita Simon, die von außen immer noch nach Rohbau aussah.

Alles war irgendwie ganz entspannt und als ob es nie anders gewesen wäre. Kathi fand sofort ihren Platz in der Casita Simon und in meinem Leben. Sie kochte, räumte, spülte, machte und tat alles Mögliche. Sie ist zweifellos sehr tüchtig und braucht immer irgendwas zu tun. Ja nicht mal, wenn wir am Fluss sitzen und die Sonne genießen, kann sie für 10 Minuten aufhören irgendwo Unkraut zu zupfen.

Nach nur wenigen Tagen fühlte es sich so an, als ob wir schon seit Jahren ein Paar wären. Nach dem ersten Kennenlernen Ende November fuhr sie wieder nach Hause und kam Mitte Dezember zurück, um Weihnachten mit mir zu verbringen. Wir kochten und backten, aßen und tranken und hatten eine tolle Zeit. So toll, dass wir es eigentlich verlängern wollten.

Kathi kommt ja aus Bocas del Torro, ungefähr 8-9 Stunden Busfahrt von Santa Fe entfernt. Sie will Lehrerin werden und studiert an einer Universität in David. Und genau die hat sie im Januar nach Santiago umgemeldet und wohnt seitdem hier mit mir in der Casita Simon und auf unserer schönen Finca. Das Ausmaß des Wahnsinns der hier tagtäglich stattfindet, ist allerdings schwer zu erklären.

Erst recht wo wir gerade so einen verrückten Künstler hier auf der Finca haben und alles andere sowieso drunter und drüber geht. Genau zur richtigen Zeit haben sich dann auch noch meine Eltern für einen Besuch angemeldet. Ihr seht schon, Langeweile haben wir keine. Mehr zu alldem werde ich euch im nächsten Beitrag erzählen. Bis dann!

5 Antworten

  1. Elmar sagt:

    Lieber Simon, alles was du mir bei Künz in einer Rauchpause -> im Zuge unseren SCCM-Tätigkeiten erzählt hast <- scheint sich für dich erfüllt zu haben! Toll das alles zu lesen, du hast wirklich alles richtig gemacht und ich ziehe meinen Hut vor dir… Alles Gute, lg aus Kärnten und mach weiter so!

  2. Veronika & Jürgen sagt:

    Simon, das hast du super geschrieben und viele Grüße an die tolle verrückte Truppe.
    Grüsse von Veronika & Jürgen aus La Ermita /Cocle

  3. Michael sagt:

    Traraaaaa ! 🙂

  4. Marianne reis sagt:

    das freut mich für dich, vieles ist doch zu zweit leichter und schöner. wünsche alles gute für euch 2. lg. marianne

  5. Frank sagt:

    Schön, wieder einen Beitrag zu lesen und ich freue mich, dass du eine Partnerin gefunden hast 🙂

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